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Geldanlage ETFs und Fondssparpläne bei Deutschen unbeliebt

Gastautor: Dominik Weiss
02.01.2018, 14:49  |  801   |   |   

Investmentfonds fließt immer mehr Kapital zu. Dennoch hat die Mehrheit der Anleger Fondssparpläne und ETFs nicht im Blick. Es mangelt an Informationen und Sicherheit.

Viele Deutsche gehen mit Blick auf die eigene finanzielle Situation positiv gestimmt ins neue Jahr. Laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag von Union Investment schätzen sieben von zehn Befragten, dass sich ihre wirtschaftliche Lage in den nächsten sechs Monaten nicht verschlechtern werde. Fast jeder Fünfte rechnet sogar mit einer Verbesserung. 

Gefragt nach den rentabelsten Anlageformen in 2018 nannten die Umfrageteilnehmer vor allem Aktien. Jeder Dritte rechnet auch in diesem Jahr mit steigenden Kursen. Ein Plus von 13 % gegenüber dem Vorjahr. Die liebste Geldanlage stellen aber  Immobilien dar. Rund drei Viertel stufte diese Asset Klasse als interessant ein. Gold folgt mit 50 % auf Platz zwei. Zulegen konnten im Ranking Aktien (40 %) aber auch Aktienfonds (33 %). Dennoch nutzen die Deutschen weiterhin lieber ihr unrentables Sparkonto. Zu diesem Ergebnis kommt das Forschungsinstitut im Rahmen einer Studie, die in Kooperation mit der Targobank entstanden ist. 

Des Deutschen liebste Geldanlage: die risikolose 

Rund 82 % der Deutschen haben Geld auf dem Girokonto, auf Sparkonten liegt das Geld von 43 %. Ebenfalls weit vorne sind Lebens- und Rentenversicherungsprodukte (34 %), sowie Tagesgeldkonten (32 Nur knapp 24 % der Deutschen Aktien zur Vermögensbildung. Bei Investmentfonds sind es mit 28 % etwas mehr. %). Riester-Verträge zur Altersvorsorge folgen mit 21 % auf den Plätzen.

Quelle: Bild.de

Bemerkenswert, das trotz der wachsenden Beliebtheit von Investmentfonds die Mehrheit der Befragten Fondssparpläne als „völlig/eher uninteressant“ bewertet. Rund sechs von zehn Befragten gaben an, kein Interesse an den Sparplänen zu haben. Gerade junge Menschen, für die sich ein früher Einstieg in Sparpläne besonders auszahlen würde, haben hier Beratungsbedarf. Jeder Vierte der Generation zwischen 18 und 29 Jahren weiß nichts mit dem Begriff Fondssparplan anzufangen. 

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Auch mit ETFs werden deutsche Anleger nicht recht warm. Anleger können hier von besonders breit gestreutem Risiko und niedrigen Gebühren profitieren. Regelmäßig wird den „passiv“ verwalteten Fonds nachgesagt, das Ende des aktiven Managements herauf zu beschwören. In der Praxis scheint dieses Potential derzeit ungehoben zu sein: Nur schmale sechs Prozent gaben an, ihr Geld in Indexfonds anzulegen. 

Unwissen treibt die Deutschen ins risikolose Investment

Deutsche Anleger haben einen verstärkten Beratungsbedarf in Sachen Finanzwissen. Diesen Befund lieferte bereits eine Studie der Versicherungsgesellschaft AXA. Die Forsa-Umfrage bestätigt diese Aussage. Weniger als die Hälfte der befragten bekundete sich ausreichend gerüstet für ein Investment am Finanzmarkt zu fühlen. Fast jeder Vierte gab zu Protokoll, nicht ausreichend informiert zu sein. 

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Beleg dafür war die Frage der Meinungsforscher nach der Einschätzung der  DAX-Entwicklung der letzten zehn Jahre. Fast 20 % wähnen den DAX heute auf einem ähnlichen Niveau wie vor der Finanzkrise. 

Tatsächlich dotiert der deutsche Leitindex heute satte 62 % über dem damaligen Kurswert von knapp 8000 Punkten. Fast ein Zehntel gab sogar an, der DAX läge heute unter dem Vorkrisenwert. 

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Gold gilt dagegen weiterhin als sicherer Hafen. Gut vier von zehn Deutschen gaben an, es sei eine „sichere Wertanlage“. Fast ein Drittel zöge ein Goldinvestment einer Anlage in Aktien vor. 

 

(DW)

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