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Widerspruch Lebensversicherung Lebensversicherung vor dem Aus: Crash ist unausweichlich!

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Gastautor: Markus Mingers
31.01.2018, 11:07  |  2314   |   

Einst eine beliebte Form der Altersvorsorge ist sie heute eher Belastung als Bereicherung: Die Lebensversicherung.

Früher galt der Abschluss einer Lebensversicherung als sichere Altersvorsorge und war eines der beliebtesten Produkte um die eigene Familie abzusichern. Einfacher Abschluss, hohe Rendite und risikoarm. Heute bringen Lebensversicherungen jedoch kaum noch Profit. Wieso das so ist und wie es dazu kommen konnte, erfahren Sie hier!

 

Altersvorsorge auf der Kippe!

 

Gerade in Zeiten, in denen die Rente kaum noch zum Überleben ausreicht, ist die private Altersvorsorge ein Schlüsselaspekt für die Zukunft. Das Modell der Lebensversicherung ist mittlerweile jedoch eher gefährdend und somit ein Risiko für den Wohlstand der Kunden. Die vor längerer Zeit versprochenen Renditen sind heute von den Versicherern kaum noch zu erwirtschaften. Das, was Ihnen als Kunde damals zugesagt wurde, wird heute in dem Maße wohl kaum bei Ihnen ankommen. Für solche Kunden, die ihre Altersvorsorge darauf gebaut haben, gleicht dies einem Schlag in die Magengrube, denn nun ist ihre Lebensplanung tatsächlich in Gefahr! 

 

Woher kommt die aktuelle Lage?

 

Dass das Modell der Lebensversicherungen nun nicht mehr das selbe ist, liegt an mehreren Faktoren. Jeder isoliert wäre bereits eine Gefahr, in Kombination sind die Faktoren jedoch für die Versicherer kaum zu bewältigen. 

Am 01. Januar des Jahres 2005 wurde das steuerliche Privileg von Kapitallebensversicherungen aufgehoben. Sämtliche Zahlungen aus Verträgen, die nach dem letzten Tag des Jahres 2004 abgeschlossen wurden, wurden daraufhin steuerpflichtig. Als diese Information Mitte des Jahres 2004 bekannt wurde, konnten sich die Versicherer kaum noch vor Anträgen retten, weil alle Kunden in letzter Minute eine Lebensversicherung abschließen wollten. 

 

Nach und nach werden nun genau diese Policen fällig, was die Versicherer in eine Notlage bringt. Um die Liquidität zu sichern wurden bereits Mitarbeiter entlassen und weitere Sparmaßnahmen zur Sicherung der Zahlungsfähigkeit ergriffen. In den kommenden Jahren wird jedoch hier ein noch größerer Bedarf folgen, bedenkt man einmal, dass dann auch die Policen der Babyboomer-Generation fällig werden. 

 

Alles nur wegen der Niedrigzinsphase? 

 

Durch die aktuelle Phase der niedrigen Zinsen erzielen die Versicherungsunternehmen nur noch Renditen, die weit unter dem liegen, was sie eigentlich an ihre Kunden auszahlen müssten. Das ist natürlich problematisch, bedenkt man einmal den Bedarf an Auszahlungen, die zu tätigen wären. 

Viele Unternehmen haben bereits sogenannte Risk Manager und Aktuare engagiert, die Prognosen für die kommenden Jahre machen sollen, jedoch wird trotz dessen für einige Unternehmen ein Crash des Modells der Lebensversicherung kaum abzuwenden sein und ist somit unausweichlich. 

 

Auch die Versicherer selbst klagen natürlich über die aktuelle Niedrigzinspolitik der EZB. Besonders der Chef Draghi steht hierbei im Kreuzfeuer. Seine Politik hilft zwar weitere Staatspleiten zu verhindern, jedoch geschieht dies immer mehr auf Kosten der Sparer und Versicherer. Es ist jedoch längst nicht ausreichend das Aus der Lebensversicherungen nur auf die Niedrigzinsphase zu schieben. Klar ist diese einerseits ein sehr mächtiger Faktor, andererseits kann man sie jedoch nicht als alleinigen Grund für die Krise in der Versicherungsbranche ansehen. 

 

Kollaps der Versicherungsbranche - wie viel Schuld tragen die Versicherer selbst? 

 

Fakt ist: Der drohende Crash der Lebensversicherung kommt nich überraschend. Hier handelt es sich bei weitem nicht um einen plötzlichen Kollaps einen sonst gesunden Systems. Die Versicherer selbst tragen hierbei einen großen Teil dazu bei, dass die Situation ist, wie sie heute ist. Jahrelang sah man ein effektives Kostenmanagement als nicht zwingend erforderlich an. Diese Tatsache rächt sich nun. 

Damals war es Gang und Gäbe, dass die frischen Einnahmen erstmal in hohe Provisionen oder Belohnungen für die Versicherer investiert wurden. Na, wer erinnert sich noch an die berühmten Lustreisen? 

Auch der enorme Druck auf den Schultern der Versicherer führte dazu, dass die Qualität der Beratungen rapide nachgelassen hat. Man kann also sagen, dass der Vertrieb und der Verkaufsdruck den eigentlichen Sinn von Versicherungen untergraben hat, nämlich Sicherheit und Schutz für die Kunden zu bieten. Vorrang hatte im Endeffekt nur noch der Umsatz.

 

Der Kunde ist König? Wohl kaum!

 

Wenn eine Sache in der Versicherungsbranche hinten ansteht, dass das Wohlergehen des Kunden. Wie im letzten Absatz beschrieben, ist vor allem der Profit für die Versicherer in der Vergangenheit wichtig gewesen. Dies führte natürlich dazu, dass die damalige Vertrauensbasis an Boden verlor. Die Neuabschlüsse blieben immer mehr aus. 

 

Das Geschäft im Bereich der Lebensversicherung wurde von vielen Versicherern schon aufgegeben. Damit die missliche Lage dieser Sparte nicht die kompletten Unternehmen beeinflusst, ergreifen viele Versicherer die Initiative und lagern Altverträge in eigenständige Gesellschaften aus. Andere verkaufen die alten Versicherungsverträge an darauf spezialisierte Abwicklungsfirmen, tun dies jedoch über die Köpfe der Versicherten hinweg. Viele Verträge landen somit sozusagen im „Abfall der Versicherungsbranche“. Jedoch bringt dies nur eine Verlagerung des Problems mit sich und keine Lösung. Es droht auch hier der Verlust der gezahlten Beiträge. 

 

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen ist die Frage nicht mehr, ob ein Crash kommt, sondern wann er kommt. Dass die Versicherungsbranche im Bereich der Lebensversicherungen kollabiert ist mehr als wahrscheinlich. Dies wird vor allem die „kleinen“ Verbraucher treffen, die ihre Altersvorsorge auf ihre Lebensversicherung gebaut haben. Absoluter Super-Gau wäre hierbei der Totalverlust der Ersparnisse. 

 

Gibt es einen Ausweg?

 

Um kurz vor dem Abgrund des Absprung zu schaffen gibt es eine Möglichkeit: Einen Widerspruch. Viele Verträge sind mit formellen oder inhaltlichen Fehlern versehen, beispielsweise in den Widerspruchsbelehrungen. Ist dies der Fall, besteht die Möglichkeit eine Rückabwicklung in Gang zu setzen. Dann würden Sie Ihre eingezahlten Beiträge zurückerhalten und könnten dem Crash aus dem Weg gehen.

 

Weitere Informationen dazu erhalten Sie bei uns. Kontaktieren Sie uns gerne unter lv@mingers-kreuzer.de oder telefonisch unter 02461-8081. Wir kämpfen für Ihr gutes Recht! 

 

Disclaimer

Gastautor

Markus Mingers
Rechtsanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, Arbeitsrecht und Wirtschaftsrecht

Markus Mingers ist Rechtsanwalt im Bereich Wirtschaft sowie Arbeitsrecht, Bank- und Kapitalmarktrecht. Seit mehr als 13 Jahren ist er als Anwalt tätig und Inhaber von Mingers & Kreuzer Rechtsanwälte. Von mehreren Kanzleistandorten u.a. Köln, München oder Jülich aus erstreitet er mit seinem Team Gelder aus Themen und Urteilen, die dem Verbraucher bis dahin unbekannt sind. Er ist Experte im Bereich Rückabwicklung Lebensversicherung, Widerruf Autokredit und Verbraucherdarlehen sowie im VW Abgasskandal und LKW Kartell. Bekannt ist Markus Mingers vor allem durch seine Auftritte bei n-tv oder RTL sowie als Experte von FOCUS Online, hier ist sein Rat im Verbraucherrecht zu aktuellen Themen gefragt.

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