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AstraZeneca legt sich mit 2 neuen Krebsunternehmen an

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
14.03.2018, 10:30  |  287   |   |   

AstraZeneca (WKN:886455) befindet sich in einem hitzigen Kampf mit Tesaro (WKN:A1J0WH) und Clovis Oncology (WKN:A1JPJY). Die drei Unternehmen vermarkten konkurrierende Krebsmedikamente, die auf die Poly (ADP-Ribose)-Polymerase (PARP) abzielen, ein Enzym, das geschädigte Krebszellen reparieren kann. Das Marktpotenzial für PARP-Medikamente könnte Milliarden von US-Dollar pro Jahr betragen, sodass viel auf dem Spiel steht. Ist eines dieser Unternehmen hier im Vorteil?

First-Mover-Vorteil

Im Jahr 2014 wurde der PARP-Inhibitor von AstraZeneca, Lynparza, das erste PARP-Medikament, das die FDA-Zulassung erhielt, für den Einsatz bei Eierstockkrebs-Patienten mit Mutationen des BRCA-Gens zugelassen.

Seitdem haben erfolgreiche Studien dazu geführt, dass die FDA die Verwendung von Lynparza als Erhaltungstherapie bei Eierstockkrebs-Patienten, die eine vollständige oder partielle Reaktion auf eine Chemotherapie haben, unabhängig von ihrem BRCA-Status, und bei BRCA-positivem, metastasierendem Brustkrebs genehmigt hat.

Diese Zulassungen sind bedeutsam, da sie wichtige Vorteile eliminieren, auf die sich Tesaros Zejula und Clovis Oncologys Rubraca verlassen haben, um ihre Umsätze zu steigern.

Als Tesaros Zejula im März 2017 die FDA-Zulassung erhielt, war es das einzige PARP-Medikament, das für den Einsatz als Erhaltungstherapie für den Eierstockkrebs zugelassen war, unabhängig vom BRCA-Status. Als Clovis Oncology die FDA-Zulassung für Rubraca Ende 2016 erhielt, wurde es die erste PARP-Behandlung, die bei Patienten verwendet werden könnte, bei denen zwei frühere Chemotherapien gescheitert waren.

Jetzt können Lynparza und Zejula als Zweitlinien-Behandlung beim Eierstockkrebs eingesetzt werden, während Rubraca sich auf die dritte Linie bei BRCA-positiven Patienten beschränkt – eine viel kleinere, ansprechbare Patientenpopulation.

Die Zahlen

Die Zulassung von Tesaros Zejula im März 2017 sorgte für ein kurzfristiges Problem für Lynparza, doch nach der Erweiterung des Anwendungsbereiches um die Erhaltungstherapie im August letzten Jahres haben sich die Umsätze von Lynparza wieder beschleunigt.

Im vierten Quartal wuchs der Umsatz von Lynparza im Vergleich zum Vorjahr um 58 % auf 100 Millionen US-Dollar, wodurch sich der Gesamtjahresumsatz auf 297 Millionen US-Dollar erhöhte, was einer Steigerung von 35 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Umsätze in den USA stiegen im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 74 % durch die Zulassung für die Erhaltungstherapie und den Rückenwind durch die Zustimmung von Merck & Co. im vergangenen Sommer das Medikament gemeinsam zu vermarkten.

Lynparzas Beipackzettel erlaubt nun die Verwendung in der gleichen Patientenpopulation wie Tesaros Zejula, aber Zejula hat immer noch einen Vorteil, der es dem Medikament erlaubt, konkurrenzfähig zu bleiben: eine Dosierung einmal pro Tag im Vergleich zu Lynparzas zweimal täglicher Dosierung. Der zusätzliche Komfort von Zejula trug dazu bei, dass Zejula im vierten Quartal 43 Millionen US-Dollar Umsatz und 109 Millionen US-Dollar Jahresumsatz im Laufe der ersten neun Monate erzielen konnte.

Trotz der früheren Anwendung von Lynparza und Zejula bei der Behandlung vom Eierstockkrebs ist es Clovis Oncologys Rubraca gelungen, auch 2017 bedeutende Umsätze zu erzielen. Der Rubraca-Umsatz lag im vierten Quartal bei 17 Millionen US-Dollar, und das brachte den Gesamtjahresumsatz auf 55 Millionen US-Dollar. Das ist nicht schlecht für das erste Jahr auf dem Markt, vor allem in Anbetracht des harten Wettbewerbs.

Wie sich die Schlacht von hier aus entwickelt

Der Umsatz von Lynparza könnte in diesem Jahr sogar noch höher ausfallen, nachdem Lynparza im Januar die Zulassung für die Behandlung von Brustkrebs erhalten hat. AstraZeneca plant auch, die Zulassung von Lynparza als Erstlinientherapie für den Eierstockkrebs noch in diesem Jahr zu beantragen, wobei ein positives Ergebnis aus der Phase-3-Studie angenommen wird, die in Kürze abgeschlossen werden soll. Darüber hinaus werden noch in diesem Jahr Daten aus einer Studie erwartet, in der Lynparza beim Bauchspeicheldrüsenkrebs untersucht wird, und wenn diese Studie erfolgreich ist, plant AstraZeneca, die Zulassung für diese Anwendung im Jahr 2019 zu beantragen.

Auch Tesaro ruht sich nicht auf seinen Lorbeeren aus. Das Unternehmen hat für 2018 einen Zejula-Umsatz zwischen 255 Millionen und 275 Millionen US-Dollar geplant und mehrere Versuche zur Erweiterung gestartet, die das Umsatzwachstum fördern könnten. Zum Beispiel bewertet das Unternehmen Zejula bei Erstlinien-Patienten mit Eierstockkrebs, und es reichte ein Abstract ein, das auf der Tagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) im Juni für Zejulas Einsatz neben den PD-1-Inhibitoren bei dreifach negativem Brustkrebs, einer schwer behandelbaren Form der Erkrankung, vorgestellt werden sollte. Die Phase-2-Studien, in denen Zejula und PD-1-Inhibitoren bei Lungenkrebs untersucht werden, werden ebenfalls noch in diesem Jahr erwartet.

Bei Clovis Oncology sind die Forscher knietief in den Projekten, die Rubracas Anwendung erweitern könnten. Clovis gab im vergangenen Jahr 142,5 Millionen US-Dollar für Forschung und Entwicklung aus, und ein großer Teil dieses Geldes wurde zur Unterstützung der Bemühungen ausgegeben, die Lücke zwischen Rubraca, Lynparza und Zejula zu schließen. Zum Beispiel akzeptierte die FDA die Prüfung eines Antrags, der Rubracas Verwendung auf die Erhaltungstherapie im Dezember erweitern würde. Eine Entscheidung der Regulierungsbehörde wird für den 6. April erwartet. Wenn dieser Antrag genehmigt wird, dann könnten alle drei Medikamente als Zweitlinien-Erhaltungstherapien eingesetzt werden. Clovis Oncology hat sich auch mit Bristol-Myers Squibb zusammengetan, um Rubracas Einsatz neben Opdivo, Bristol-Myers PD-1 Medikament mit einem Umsatz von 5 Milliarden US-Dollar pro Jahr, zu evaluieren. Die beiden Unternehmen planen, Phase-3-Studien bei dreifach negativem Brustkrebs und fortgeschrittenem Eierstockkrebs in Kürze zu beginnen, und eine Phase-2-Studie, die bereits Patienten mit metastasierendem kastrationsresistentem Prostatakrebs involviert.

Offensichtlich geben diese Unternehmen nicht auf. Der Markt für Eierstockkrebsmedikamente allein wird auf 4 Milliarden US-Dollar pro Jahr geschätzt, und nur 1,4 Milliarden US-Dollar davon entfallen auf den Markt für die Erhaltungstherapie. Das bedeutet, dass es in der Erstlinientherapie noch viel zu gewinnen gibt. Darüber hinaus könnte das Potenzial für die PARP-Inhibitoren, als Haupttherapien zusammen mit PD-1 und anderen Krebsmedikamenten zu wirken, Milliarden mehr wert sein. Dieser Kampf ist nicht mal annähernd vorbei.

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The Motley Fool hält keine der erwähnten Aktien.

Dieser Artikel wurde von Todd Campbell auf Englisch verfasst und am 09.03.2018 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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