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R-LOGITECH „Wir handeln nicht mit Rohstoffen, sondern managen die Warenströme“ – Interview mit CEO Fabrice Viguier

Nachrichtenquelle: Anleihen Finder
16.03.2018, 11:13  |  775   |   |   


Die R-LOGITECH S.A.R.L, eine Schwestergesellschaft der Metalcorp Group B.V., wagt sich ab heute (16. März 2018) mit ihrer ersten Unternehmensanleihe (A19WVN) auf den deutschen Kapitalmarkt. Auch Privatanleger können bei einer Stückelung von 1.000 € an dem Anleihen-Angebot partizipieren. Die Anleihe hat ein Gesamtvolumen von bis zu 25 Millionen Euro und ist mit einem jährlichen Zinskupon in Höhe von 8,5 % ausgestattet. Die Anleihen Finder Redaktion hat mit dem Geschäftsführer, Fabrice Viguier, über die Anleihe und das Unternehmen gesprochen.

Anleihen Finder: Sehr geehrter Herr Viguier, die R-LOGITECH ist am deutschen Kapitalmarkt noch nicht allzu bekannt? Womit erzielt das Unternehmen seine Erträge?

Fabrice Viguier: Wir bieten strategische Logistik- und Technologiedienstleistungen für Warenströme – in einem sehr internationalen Umfeld und mit einer ganz besonderen Kompetenz auf dem afrikanischen Kontinent.

Anleihen Finder: Was genau können sich potenzielle Investoren darunter und unter Ihrer internationalen Aufstellung vorstellen?

Fabrice Viguier: Konkret bewirtschaften wir beispielsweise Fracht-Terminals in Airports und Häfen und wickeln hier für Global-Player und Blue-Chip-Kunden deren Warenströme ab, bevorzugt aus Afrika heraus und auch nach Afrika hinein.

Wir sind mit über 1.400 Mitarbeitern an Standorten in 22 Ländern vertreten. Unsere Kunden sind in der Regel europäische oder amerikanische Rohstoff- und Energie-Unternehmen, für die wir deren Warenströme von und nach Afrika managen. Deshalb verfügen wir über 4 Standorte in Europa sowie Aktivitäten in 16 afrikanischen Ländern, die durch Präsenzen in 2 asiatischen Ländern abgerundet werden.

„Für unser Geschäft ist es nicht maßgeblich wie sich die Rohstoffpreise entwickeln, sondern wie sich das Warenvolumen entwickelt“

Anleihen Finder: Welchen Einfluss können die schwankenden Rohstoffpreise auf Ihr Geschäft haben? Und warum ist Afrika so interessant für Sie?

Fabrice Viguier: Für unser Geschäft ist es nicht maßgeblich wie sich die Rohstoffpreise entwickeln, sondern wie sich das Warenvolumen von, nach und in Afrika entwickelt. Dafür ist das allgemeine Wirtschaftswachstum ein sehr guter Indikator. Von 2001 bis 2016 wuchs die afrikanische Wirtschaft jährlich um über 4 % und damit deutlich stärker als Europa oder Amerika. Konjunkturexperten erwarten auch in den nächsten Jahren eine stabile Aufwärtsentwicklung. Laut Oxford Economics wird Afrikas Wirtschaft langfristig gesehen – von 2022 bis 2045 – um das 2,5-Fache schneller wachsen als der globale Durchschnitt.

INFO: Das gesamte Interview zu R-LOGITECH lesen Sie hier!

Anleihen Finder:  Welches sind die größten Mitbewerber der R-LOGITECH am (afrikanischen) Markt? Wie unterscheiden Sie sich von diesen?

Fabrice Viguier: Viele globale Player sind in Afrika nur am Rande vertreten. Und in unserem Segment lässt sich das auch nicht so schnell aufholen. Einen wirklichen Fokus auf Afrika haben neben uns noch die ebenfalls international ausgerichteten Bolloré Africa Logistics und Damco. Der Markt ist riesig, wir können also sehr gut nebeneinander leben. Für uns ist hier wichtiger, dass wir uns gezielt gegen die nationalen Mitbewerber abgrenzen. Hier liegen unsere Stärken im internationalen Netzwerk, in der länderübergreifenden Ausrichtung und in dem multinationalen Ansatz für unsere Kunden. Sie schätzen besonders unseren beratungsintensiven Ansatz und unsere hohe Verlässlichkeit als europäisches Unternehmen.

„Wir managen allein die Warenströme“

Anleihen Finder: Sie bezeichnen den afrikanische Markt selbst als „komplexe Region“. Inwiefern sind Absprachen und Verträge auf diesem Markt als solide, planbar und zukunftssicher anzusehen?

Fabrice Viguier: Wir bieten Dienstleitungen für Warenströme an – und das seit 40 Jahren und in mittlerweile 18 außereuropäischen Ländern. Dass diese Warenströme intakt sind und weiterwachsen, liegt im Interesse aller Beteiligten in den jeweiligen Ländern: Regierung, regionale öffentliche Stellen, Rohstoffunternehmen usw. Da wir nicht selbst mit Rohstoffen handeln, sondern allein die Warenströme managen, bleiben wir sehr flexibel und sind mit unserer besonderen, langjährigen Kompetenz ein schwer austauschbarer Partner. Deshalb haben wir in den vergangenen 40 Jahren die Erfahrung gemacht, dass der afrikanische Markt für uns ein sehr verlässlicher ist. Verlässlich hinsichtlich seiner Wachstumsraten, seiner steigenden Attraktivität für unsere Kunden und auch hinsichtlich der Rahmenbedingungen über alle unsere Ländermärkte hinweg.

Anleihen Finder: In den Medien wird die R-LOGITECH als Schwestergesellschaft der Metalcorp Group B.V., einer bekannten Größe am KMU-Anleihen-Markt, präsentiert. Wie genau sehen die Verflechtungen (sowohl auf Gesellschafts- als auch auf operativer Ebene) zwischen beiden Unternehmen aus?

„Risikoaverses Geschäftsmodell“

Fabrice Viguier: Metalcorp und wir haben mit der Monaco Resources die gleiche Muttergesellschaft. Managementseitig sind wir vollkommen unabhängig voneinander aufgestellt – auch wenn wir jetzt bei der Anleiheemission durch Metalcorp unterstützt werden. Es wäre ja fahrlässig, das Wissen und die Kontakte von Metalcorp aus 5 Jahren Kapitalmarkterfahrung und drei erfolgreich begebenen Anleihen nicht zu nutzen. Operativ haben Metalcorp und wir fast gar nichts miteinander zu tun. Was wir aber gemeinsam haben: Beide Unternehmen eint die Philosophie, mit risikoaversen Geschäftsmodellen in ihren jeweiligen Märkten erfolgreich zu sein – ganz ohne weitergehende, möglicherweise risikoreiche Opportunitäten oder Spekulationschancen zu nutzen.

Anleihen Finder: Wie ist die R-LOGITECH derzeit finanziell aufgestellt. Können Sie aktuelle Zahlen zum Umsatz, Cashflow und EBIT nennen?

Fabrice Viguier: Im Geschäftsjahr 2017 erzielten wir einen Konzernumsatz von 40,6 Mio. Euro, ein Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 12,8 Mio. Euro sowie einen Konzernjahresüberschuss von 9,8 Mio. Euro. Man muss dabei beachten, dass wir im Oktober 2017 Einheiten der Necotrans übernommen haben. Deshalb ist 2017 nur bedingt vergleichbar mit 2016 und 2018. Für 2018 bedeutet das, dass wir basierend auf der erstmaligen Vollkonsolidierung sowie dem geplanten weiteren Ausbau der Geschäftsaktivitäten einen Umsatz von 100 bis 120 Mio. Euro und einen deutlichen Ergebnisanstieg erwarten dürfen.

Anleihen Finder: Wie hat sich das Unternehmen bislang finanziert? Können Sie uns die Verbindlichkeiten bzw. aktuelle Verschuldungssituation darlegen?

„Net Debt / EBITDA liegt bei 0,5“

Fabrice Viguier: Das Unternehmen hat sich bisher mit Eigenkapital sowie auf der Ebene der operativen Tochtergesellschaften mit Kontokorrentlinien bei lokalen Banken finanziert.

Die Konzern-Bilanzsumme lag zum 31. Dezember 2017 bei 74,8 Mio. Euro und die Konzern-Eigenkapitalquote bei 34,7 %. Die kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten betrugen 48,8 Mio. Euro, wobei sich die langfristigen Finanzverbindlichkeiten auf 3,7 Mio. Euro beschränken. Unser Total Net Debt / EBITDA lag zum 31.12.2017 bei 0,5.

Anleihen Finder: Warum ist gerade der deutsche Kapitalmarkt so interessant für Sie? Ist die Metalcorp auch ein Grund dafür, dass Sie mit einer Anleihe auf den deutschen Markt vorpreschen?

Fabrice Viguier: Ja, die Erfahrungen von Metalcorp sind ein wichtiger Faktor. Auch wir verfolgen ein risikoaverses Geschäftsmodell in einem Markt, in dem man das auf den ersten Blick vielleicht nicht erwarten würde. Die Erfahrungen von Metalcorp zeigen uns, dass ein derartig ausgerichtetes Geschäftsmodell von den Investoren in Deutschland verstanden und wertgeschätzt wird.

„Hälfte des Anleihen-Volumens für Wachstumsinvestitionen“

Anleihen Finder: Warum ist eine Unternehmensanleihe in ihrer jetzigen Situation das richtige Finanzierungsmittel und wofür sollen die Anleihe-Gelder genutzt werden?

Fabrice Viguier: Unsere Vorgabe ist, rund die Hälfte unseres Zielvolumens von bis zu 25 Mio. Euro in Wachstumsinvestitionen zu lenken. Die zweite Hälfte wird für die Finanzierung des Working-Capital verwendet werden. Wir wollen zusätzliche Terminals an Airports und Häfen akquirieren und bewirtschaften. Wir haben auch sehr gute Erfahrungen damit gemacht, das Dienstleistungs- und Technologie-Angebot für unsere Kunden ausgehend von der Kernkompetenz zu erweitern, wie z. B. im Bereich Lagerhaltung oder Rücktransport. Der Schwerpunkt unseres Wachstums – und entsprechend auch unserer Mittelverwendung – werden die Länder sein, in denen wir heute schon präsent sind und die über entsprechende Strukturen verfügen. Hier haben wir noch großartige Potenziale mit entsprechenden Margen.

Anleihen Finder Redaktion: Wie soll die Anleihe (inkl. Zinsen) in den nächsten fünf Jahren getilgt werden? Können Sie uns ihre Planung darlegen?

Fabrice Viguier: 2017 haben wir ein EBITDA von 12,8 Mio. Euro erwirtschaftet. 2018 wollen wir dieses Ergebnis weiter steigern und ich sehe gute Rahmenbedingungen, um diese Entwicklung in den nächsten fünf Jahren fortzusetzen. Auf Basis unserer Cashflow-Planung bin ich sehr guter Dinge, dass wir hier den vollen Handlungsfreiraum haben, um mit ausreichend Vorlauf zu den 5 Jahren Laufzeit zu entscheiden, ob wir aus Eigenmittel tilgen oder eine andere Finanzierungsform präferieren.

Anleihen Finder: Welche Sicherheiten bieten Sie ihren Anleihegläubigern?

Fabrice Viguier: Wir haben uns hier für eine Konstellation entschieden, die die Investoren bereits bei Metalcorp für gut befunden haben. Keine dinglichen Sicherheiten, aber umfangreiche Schutzklauseln für die Investoren – gepaart mit einem risikoaversen Geschäftsmodell.

„Wir wollen uns gezielt für Privatanleger öffnen“

Anleihen Finder: Wie können potenzielle Anleger an Bonds kommen und an welchen deutschen Börsen (und Segmenten) soll die Anleihe gehandelt werden?

Fabrice Viguier: Institutionelle Investoren können sich direkt an die uns begleitende BankM – Repräsentanz der FinTech Group Bank AG wenden. Wir wollen uns aber auch gezielt für Privatanleger öffnen und nutzen deshalb die Zeichnungsfunktionalität der Deutsche Börse AG. Das bedeutet, dass alle Privatanleger über ihre jeweilige Depotbank innerhalb der Zeichnungsfrist vom 16. bis 27. März Kaufaufträge am Börsenplatz Frankfurt erteilen können. Entsprechend wird unsere Anleihe dann auch in Frankfurt im Open Market gelistet sein.

Anleihen Finder: Ihr Schlussplädoyer: Warum sollten sowohl private als auch institutionelle Investoren die Unternehmensanleihe der R-LOGITECH zeichnen?

Fabrice Viguier: Wir bieten die besondere Kombination aus einem risikoaversen Geschäftsmodell in einem stabil wachsenden Markt und einer attraktiven Verzinsung von 8,5 % jährlich. Eine solide finanzwirtschaftliche Aufstellung, besondere Kompetenzen, die in über 40 Jahren aufgebaut und gepflegt wurden, und eine sehr internationale Kundenklientel sind sicher Argumente, die sowohl bei privaten als auch bei institutionellen Investoren Gehör finden. Und dank der erfolgreichen Kapitalmarkhistorie unserer Schwestergesellschaft Metalcorp sind wir uns unserer Verantwortung, aber auch der Chancen am Kapitalmarkt bestens bewusst.

Anleihen Finder: Besten Dank für das Gespräch.

Anleihen Finder Redaktion.

Alle Fotos: R-LOGITECH S.A.R.L

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