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Interviews: Bastian Bosse (BRW): „Wir befinden uns in der letzten Phase der Hausse“
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Interviews Bastian Bosse (BRW): „Wir befinden uns in der letzten Phase der Hausse“

Nachrichtenquelle: Asset Standard
29.03.2018, 11:30  |  1323   |   |   

Fondsmanager Bastian Bosse erläutert im Gespräch mit Asset Standard seine langfristige Anlagestrategie auf Basis starker Fundamentaldaten.

Fondsmanager Bastian Bosse setzt mit seinem BRW Balanced Return Plus eine langfristige Anlagestrategie auf Basis starker Fundamentaldaten um. Wie sich der Fonds in der aktuellen Marktphase  positioniert hat und was für das Team der Schlüssel zum Erfolg ist, erklärt Bosse im Interview.

Sie kombinieren in Ihrem Mischfonds BRW Balanced Return Plus langfristige Investments mit einem Short-Ansatz. Wie funktioniert das?

Bastian Bosse: Wir glauben daran, dass sich langfristiges Investieren auszahlt. Gäbe es unseren Fonds nicht erst seit annähernd vier Jahren, hätten wir eine Aktie wie Apple sicher schon zehn oder mehr Jahre im Portfolio. Da die Märkte aber immer wieder von kurzfristigen Ereignissen erschüttert werden, bietet es sich gerade in fortgeschrittenen Marktphasen an, Preisrisiken zu kontrollieren. Aus diesem Grund kombinieren wir unsere langfristige Strategie mit einem Short-Ansatz, welcher DAX, S&P 500 und EUROSTOXX je nach Bewertungsniveau miteinander kombiniert.

Wie hoch ist Ihre Short-Quote aktuell?

Bosse: Die Short-Quote beträgt heute 23 Prozent. Brutto sind wir zu 81 Prozent in Aktien investiert. Dazu muss man sagen, dass wir immer zu einem gewissen Grad Short positioniert sind. Wir halten wenig davon, Markttiming zu betreiben. An den Märkten wird weder zum Einstieg, noch zum Ausstieg geklingelt. Aus diesem Grund erhöhen wir unsere Absicherung mit steigenden Bewertungsniveaus. Das heißt aber nicht, dass wir versuchen, jede Marktbewegung zu eliminieren. Ein gewisses Maß an Volatilität gehört dazu und ist Voraussetzung für Rendite.

Mit welchen Erträgen können Ihre Kunden rechnen?

Bosse: Wir empfehlen Anlegern, ihr Engagement im BRW Balanced Return Plus als sehr langfristige Beteiligung zu sehen. Wer beispielsweise sieben bis zehn Jahre dabei ist, kann mit Renditen zwischen fünf und acht Prozent jährlich rechnen. Um den Anleger auf dem Weg zum Ziel nicht zu verlieren, versuchen wir zudem, die Drawdowns auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.

Welche Rolle spielt Ihr Investment-Ansatz dabei? Während Sie auf der Short-Seite auf Indizes setzen, sind Sie bei Ihren Bruttoinvestments langfristig orientierter Stockpicker…

Bosse: Korrekturen am Aktenmarkt wirken sich unterschiedlich auf unsere Long- und Shortseite aus: Während die ausgewählten Bruttopositionen diese Korrekturen nur in geringerem Maße nachvollziehen, profitiert unsere Absicherungsstrategie in der Regel eins zu eins. Auch erhöhen wir mit fortschreitender Hausse systematisch unsere Shortquote. Aus diesem Grund ergibt sich aus unserem Ansatz ein Vorteil.

Wie genau suchen Sie Ihre langfristigen Aktieninvestments aus?

Bosse: In erster Linie investieren wir nur in Dinge, die wir auch verstehen. Aus diesem Grund haben wir bei BRW auch ein eigenes Research-Team. Fremdresearch empfinden wir häufig als irritierend. Es tut uns gut, dass wir uns auf unserem Heimatmarkt, der DACH-Region, von Grund auf mit Unternehmen auseinandersetzen müssen.

Sie sind aber weltweit aktiv. Wie können Sie dieses große Anlageuniversum meistern?

Bosse: Wir beobachten bestehende Strategien mit Investment-Schwerpunkten in den USA oder Asien-Pazifik sehr genau und holen uns dort Anregungen. Wer seit vielen Jahren in einer Region erfolgreich investiert, verfügt über größeres Wissen, als ein Analyst, der diesen Job womöglich erst seit kurzem macht und zudem nicht selbst investiert. Aus diesem Grund beobachten wir die fünf besten Fonds aus jeder Anlageregion sehr genau und setzen uns mit deren Handeln auseinander. Das macht es unserem kleinen aber feinen Research-Team leichter, auch global aussichtsreiche Investments zu identifizieren.

Was ist für Ihre Investment-Entscheidung wichtiger. Das Studium der Bilanz oder der Kontakt zum Management?

Bosse: Eindeutig das Studium der Bilanz! In den vergangenen Jahren haben viele Fonds den engen Kontakt zum Management als besten Weg zu guten Investment-Entscheidungen dargestellt. Wir haben eine ganz andere Meinung dazu. Wir halten wenig davon, das ganze Jahr von Unternehmenszentrale zu Unternehmenszentrale zu reisen; insbesondere, wenn es sich große oder sehr große Unternehmen handelt. Die wichtigsten Informationen erhalten wir aus den Bilanzen oder den Geschäftsberichten. Alles Weitere erledigen wir gerne telefonisch.

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