DAX-0,21 % EUR/USD-0,27 % Gold-0,74 % Öl (Brent)-0,04 %

Syrien Kriegsgefahr so hoch wie zuletzt 1962

Gastautor: Max Otte
16.04.2018, 09:34  |  1888   |   |   

Syrien darf nicht zur Ruhe kommen. Wieder ein angeblicher Giftgasangriff. Frankreichs Präsident Macron gibt vor, Beweise zu haben. Wir erinnern uns: Englands Premier Tony Blair sagte kurz vor dem zweiten Irakkrieg, dass es unzweifelhafte Beweise gebe, dass der Irak Massenvernichtungswaffen habe. Gefunden hat man die Waffen nie. Und so werden wir hoffentlich irgendwann erfahren, was es mit diesem mutmaßlichen Gifgasangriffen auf sich hat, die erstaunlicherweise immer dann stattfinden, wenn sich die Lage in Syrien beruhigt. Jedenfalls vestehe ich nicht, welches Interesse der hoch intelligente in England ausgebildete Arzt Baschar al Assad daran haben sollte, wo er doch faktisch diesen Bürgerkrieg für sich entschieden hat.

 

Die Gefahr eines amerikanisch-russischen Krieges war seit der Kubakrise 1962 noch nie so hoch 

Kuba gehört zu den Gründerstaaten der UNO, erhielt von der Weltfriedensorganisation jedoch keine Hilfe, als die USA mit der Schweinebuchtinvasion von 1961 einen illegalen Krieg begann. Einige der Männer, die ab diesem Zeitpunkt Sabotage-Anschläge auf Kuba ausübten, wurden von der CIA aus den Reihen der Kuba-Emigranten in Florida rekrutiert.

 

Im Dezember 1961 sprengte ein CIA-Team eine kubanische Eisenbahnbrücke. Später brannten sie einen Zuckerspeicher nieder. Andere Einsatzgruppen zerstörten Ölraffinerien, Chemiewerke, Hotels und Zuckerfabriken. Gleichzeitig legten US-Diplomaten die UNO mit Lügen lahm. Diese gefährliche Entwicklung führte dazu, dass die Sowjetunion im Geheimen 1962 Raketen auf Kuba stationierte, was die Welt an den Abgrund eines Atomkrieges brachte. Die kubanische Raketenkrise war ein gefährlicher Augenblick in der Menschheitsgeschichte. „Die kubanische Raketenkrise vom Oktober 1962“, so der Historiker Tad Szulc, „war eine historisch unausweichliche Konsequenz der Ereignisse in der Schweinebucht“.

 

 

Anno 2018 berichtet die Presse immerhin etwas neutraler: „Russland bestreitet die Vorwürfe.“ Russland darf sogar zu Wort kommen. Nicht berichtet wird allerdings, dass Russland internationale Inspektoren eingeladen hat, sich vor Ort ein Bild zu machen und dass dies abgelehnt wurde. Vor dem US-Kongress warte Verteidigungsminister Jim „Mad Dog“ Matthis am Donnerstag immerhin: „Wir sind in Syrien, um den IS zu besiegen und haben gesagt, dass wir uns aus dem Bürgerkrieg heraushalten. Das Risiko eines größeren Krieges ist zu groß.“Das klingt gar nicht so „mad“. Danke, Jim Mattis!

 

 

Prof. Dr. Max Otte per WhatsApp

Geballtes Börsenwissen direkt auf Ihr Smartphone!


Gratis: Die besten News, Analysen, Kommentare, Strategien und Methoden schnell und einfach per WhatsApp!

Klicken Sie auf das grüne Feld „WhatsApp”. Speichern Sie die dann angezeigte Nummer auf Ihrem Smartphone als neuen Kontakt (z.B. unter „Der Privatinvestor”). Schicken Sie uns abschließend eine WhatsApp-Nachricht mit start an den neuen Kontakt.

© by WhatsBroadcast

 

 

Auch in der Türkei wird das Gemisch zunehmend explosiver. Auf meiner Rede auf dem Fondskongress in Mannheim am 26. Januar diesen Jahres habe ich darüber gesprochen:

 

 

Das Jahr 2018 wird eine Belastungsprobe für Ihr Geld


Auf dem Fondskongress in Mannheim am 25. Januar war Max Otte der Einzige, der deutlich davor warnte, dass es so nicht weitergehen könne.

Andere Fondsmanager flochten zwar hier und da auch ein Wort der Vorsicht ein, im Großen und Ganzen waren sie aber für die nahe Zukunft optimistisch. Wenn jedoch das System insgesamt beschädigt ist und einige Märkte mittlerweile recht teuer sind, woher nehmen sie dann die Zuversicht, dass es zunächst einmal so gut weitergeht? Wenige Tage später sackten die Kurse tatsächlich weg...

 

 

400 Milliarden Dollar Auslandsschulden in Fremdwährung (die Investmentbank Lehmann hatte vor der Finanzkrise Verbindlichkeiten von 600 Milliarden Dollar). Dazu eine schon damals schnell sinkende Währung. Das ist ein Rezept für die Staatspleite. Unter diesem Licht betrachtet, stellen sich die Abenteuer von Recep Tayyib Erdogan ganz anders dar. Und nun hat sich der Absturz der Lira weiter beschleunigt.

 

 

Je weiter die Lira sinkt, desto verzweifelter wird die Lage der Türkei, denn die Auslandsschulen sind in US-Dollar und die Zinszahlungen werden in Lira erwirtschaftet.

 

Das US-Unternehmen Crescat Capital hat die Kreditblasen der letzten knapp 40 Jahre anschaulich dargestellt. Dabei wurden nur die Schulden der Privathaushalten und Unternehmen berücksichtigt. Danach sind einige Märkte wieder auf Blasenniveau.

 

 

Nimmt man die Staatschulden hinzu, wird auch die Lage in den USA bedenklich

Zwar konnten die Schulden der Privathaushalte und der Unternehmen leicht abgebaut werden, aber das wurde mehr als überkompensiert durch eine Explosion der Staatsschulden.

 

Noch sind die Zinsausgaben trotz hoher Schulden relativ moderat, weil die Zinsen durch die Notenbankpolitik absurd niedrig gehalten werden. Ewig kann das nicht gehen. Die Welt ist überschuldet, und sie wird immer „überschuldeter“.

 

 

Schon jetzt ist das US-Haushaltsdefizit von 209 Milliarden Dollar im März 2018 das höchste jemals in den USA verzeichnete, höher als die Defizite 2009 und 2010 unmittelbar nach der Finanzkrise. Im März 2017 waren es 176 Milliarden. Die gesamten Schulden der amerikanischen Bundesregierung haben 21 Billionen überstiegen, für  2018 werden neue Schulden von 1,2 Milliarden erwartet.

 

 

Auf gute Investments,

Ihr 

Max Otte

 

P.S.: Auf unserem Blog finden Sie täglich neue Kommentare, Analysen und viel Grundlagenwissen zu Börsenpsychologie und Anlageverhalten. Schauen Sie regelmäßig vorbei! Es lohnt sich.



2 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Kommentare

Das schlimme daran ist, wenn diesmal die Nummern mit Hackerangriffen, Chemiewaffen,
Geheimdienst Morde bei der Bevölkerung nicht ziehen,

kann man nebulös erahnen, das Cowboy Country soweit gehen wird, hier in Deutschland
eine Atombombe zu zünden, eine Kleinstadt im Westen, die Wirtschaftlich nicht erwähnenswertes
darstellt; Einwohnerzahl zw. 20 und 40 tausend.

und danach SICHERE Beweise liefern, das es eine Russische taktische Atomwaffe war.

Was dann hier lost ist, dürfte klar sein, selbst Komapatienten würden zur Waffe greifen und
gen Osten stürmen. HASS war schon immer der beste Motivator.

und wenn es nach Schema F nicht klappt, dann wird dies kommen.
Ich habe mich ebenfalls gewundert, dass weiter Krieg geführt wird, obwohl die Sowjetunion vor einigen Wochen erklärt hatte, der IS sei besiegt und der Wiederaufbau Syriens könne beginnen.
Da begann plötzlich die Türkei Syrien anzugreifen und fiel in Afrin ein. Warum will Erdogan, dass der Krieg weiter eskaliert ?
Auf diese Frage habe ich nur eine logische Erklärung gefunden: die EU hat Erdogan 3 Milliarden Euro versprochen (oder war es nur Merkel ?), wenn er die Flüchtlinge aufhält. Also keine Flüchtlinge - kein Geld. Also muß Erdogan weiter Krieg führen, um einen permanenten Flüchtlingsstrom zu erzeugen.
Diese Schlussfolgerung ist zwar kühn, aber nicht unlogisch.

Disclaimer

Weitere Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel