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Hauptversammlung Paul Achleitner steht zur Wahl: Kommt der Befreiungsschlag für die Deutsche Bank?

14.05.2018, 08:55  |  4472   |   |   

Am 24. Mai 2018 findet die Hauptversammlung der Deutschen Bank statt. Es gibt eine Erweiterung der Tagesordnung, die sich mit der Abberufung des Aufsichtsratsmitglieds Paul Achleitner befasst. Dieser Vorschlag stammt von der Aktionärin Riebeck-Brauerei.

Die Riebeck-Brauerei schlägt vor, dass Paul Achleitner vom Aufsichtsrat der Deutschen Bank abberufen wird. Achleitner hatte zuletzt das Personalkarussell der Deutschen Bank mächtig in Schwung gebracht und es heißt: "Die Ersetzung von Herrn Cryan in einem in höchstem Maße unprofessionellen von Dr. Achleitner geführten Prozess ist der bisherige Tiefpunkt der Amtsführung des Aufsichtsratsvorsitzenden."

Und weiter: "Es war ein beispielloser Alleingang eines aus reinem Selbsterhaltungstrieb handelnden Aufsichtsratsvorsitzenden (...), (um) von seinen weitreichenden Strategiedefiziten und mangelnder inhaltlicher Führungsstärke abzulenken."  

Die Riebeck-Brauerei zeigt in der Darstellung auf, wie die Deutsche Bank in den vergangenen Jahren in den Segmenten Marke, Technologie, Personal und Kapital ins Hintertreffen geraten ist und großen Schaden genommen hat. Auch bei den Mitarbeitern, denn nur noch 58 Prozent sehen ihre Zukunft bei der Deutschen Bank. Zudem sind die Kennzahlen und Börsenbewertungen seit 2012 rückläufig, während andere Bankhäuser bereits gestärkt aus der Krise hervorgehen:

Marktkapitalisierung: 30,6 Mrd. Euro (2012) / rd. 23 Mrd. Euro (2017/2018)

Ranking Größte Banken (Market cap): Rang 36 (2012) / Rang 70-80 (2017/2018)

Ranking Globale Investmentbanken: Rang 2 (2012) / Rang 6 (2017/2018)

Erträge: 33,7 Mrd. Euro (2012) / 26,4 Mrd. Euro (2017/2018)

Über die Aktie heißt es: "Die Wertentwicklung der Deutsche-Banke-Aktie seit 2012 unterschreitet jeden erdenklichen Vergleichsindex gravierend. Die Deutsche Bank ist der schlechteste Performer aller europäischen Großbanken der letzten 12 Monate."

Daneben äußert die Riebeck-Brauerei Zweifel daran, dass bei der letzten Hauptversammlung von Herrn Achleitner zutreffende Auskünfte über die Wahl von Herrn Prof. Stefan Simon erteilt wurden und schlägt seine Abberufung aus dem Aufsichtsrat vor. Der Vorgang um Herrn Simon scheint erhebliche Unregelmäßigkeiten aufzuweisen. Ferner geht es um den Aktienerwerb der Deutsche Post AG, wo vermutet wird, dass den Aktionären der Deutschen Bank, dem Kapitalmarkt und Gerichten wissentlich unzutreffende Tatsachen unterbreitet wurden. Ferner geht es um mögliche Irreführung der FCA (Tagesordnungspunkt 13), Manipulation von Referenzzinssätzen (Tagesordnungspunkt 14), Geldwäsche in Russland (Tagesordnungspunkt 15) - hier soll eine Sonderprüfung eingesetzt werden.

Die Stellungnahme des Aufsichtsrats zum Vorschlag einer Abberufung von Herrn Achleitner lautet: "Er sieht die von der Riebeck-Brauerei von 1882 Aktiengesellschaft gegen Herrn Dr. Achleitner erhobenen Vorwürfe als haltlos an und hat uneingeschränktes Vertrauen in dessen Amtsführung." Die Vorwürfe gegen Prof. Simon hält der Aufsichtsrat für unzutreffend.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Aktionäre zur Personalie Achleitner verhalten. Auf dem Stimmzettel kann unter (11) mit Ja, Nein oder Enthaltung gestimmt werden.  

Quelle:

Deutsche Bank, Hauptversammlung 2018, Erweiterung der Tagesordnung und Stellungnahme der Verwaltung.    

 

 

Wertpapier
Deutsche Bank


2 Kommentare

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Kommentare

da tut sich gar nichts. Die Anträge werden von der Person seit Jahren gestellt.
Ohne Erfolg.
Ich denke, Achleitner wird freiwillig gehen. Allerdings nicht sofort.

Die echten Ruinier der deutschen Bank sind längst Geschichte, ihr Image ist halt ruiniert.
Es ist schon bemerkenswert, was eine einzelne Person zum Wohle oder auch zum Niedergang eines Systems bewirken kann. Seit Tui von Frentzen befreit ist, geht es nur noch bergauf. PS Merkel muss endlich weg.

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