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Aktie Daimler: Nach spektakulärem Skyfall nun gefasster ins Wochenende?

25.05.2018, 13:02  |  11616   |   |   

Das Papier von Daimler kostete am 22. Mai 2018 noch 68,64 Euro und fiel innerhalb von zwei Tagen auf 64,56 Euro. Aktuell hat sich die Aktie des Autobauers wieder gefasst und steht mit +0,38 Prozent bei 65,48 Euro (12:25 Uhr). Im April war eine ähnliche Volatilität zu beobachten, denn von 69,77 Euro ging es innerhalb von 24 Stunden auf 65,07 Euro.

Der jüngste "Kurseinbruch" überschneidet sich mit erneuten Vorwürfen bezüglich möglicher Manipulationen bei den Abgaswerten. Es geht um den Transporter Vito, bei dem eine illegale Abschalteinrichtung verbaut worden sein soll, so die ZEIT. Betroffen sind 6.300 Vitos, wovon circa 1.370 auf den Straßen in Deutschland fahren, so die Nachrichten am 24. Mai 2018. Am Montag soll ein Gespräch zwischen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer und Dieter Zetsche, Daimler-Vorstandschef, stattfinden.   

Bei der Rückrufaufforderung handelt es sich vorerst um einen Bescheid den das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) der Daimler AG geschickt hat, denn auf der Seite des KBA findet sich in der Rückrufdatenbank nur ein Rückruf für den Vito der Baujahre 2010 und 2009. Dieser Rückruf wurde bereits am 11.11.2010 veröffentlicht. Unter der Referenznummer 3119 wird als Rückrufgrund angegeben: "Am Kraftstofffilter mit integrierter Kraftstoffheizung kann es zu Undichtigkeiten kommen, wodurch Dieselkraftstoff auf die Straße gelangen kann." Laut der dpa gab es am 24.5.2018 noch eine Korrektur zum derzeitigen Rückruf, wonach es statt der 6.300 nur um 4.923 Vitos geht.

Daimler kündigte an, gegen die aktuellen Vorwürfe vor Gericht zu ziehen. In einer Erklärung schrieb Daimler: "Der Vito ist zudem bereits Teil der angekündigten Service-Maßnahme mit Software-Updates für über drei Millionen Mercedes-Benz Fahrzeuge, mit denen das Emissionsverhalten verbessert wird".

Am Freitag gab Daimler bekannt, dass ein Großauftrag aus Polen in trockenen Tüchern sei. Nach Krakau, Danzig und Bialystok gehen circa 150 Busse für den öffentlichen Personennahverkehr. Bereits am Mittwoch wurde bekannt, dass Daimlers Mitfahrdienst "Flex Pilot" der Daimler-Tochter Moovel zukünftig Teil des öffentlichen Nahverkehrs in Stuttgart ist. Fahrgäste können Fahrten per Handy-App buchen, während im Hintergrund ein System die Anfragen sammelt und die optimale Route ermittelt. Zehn Fahrzeuge stehen zur Verfügung. In der Testphase hatten rund 20.000 Fahrgäste das kostenlose Angebot genutzt. Ähnliche Konzepte werden in Berlin und Hannover erprobt - hier ist Volkswagen am Start. Daneben wird Mercedes Benz bis zu 950 Busse an die Berliner Verkehrsbetriebe liefern.

Das angekündigte Aufklärungsgespräch zwischen Scheuer und Zetsche wird kaum neue Fakten und Informationen liefern. Vermutlich werden sich Scheuers Jeanne d`Arc-Allüren eher in Luft auflösen und die Behörden und Gerichte den üblichen langwierigen Weg beschreiten.

Daimler

Quellen:

ZEIT 

KBA

Daimler

 

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