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Experimente wagen In Kanada wird das bedingungslose Grundeinkommen erprobt und diskutiert

30.05.2018, 12:17  |  5084   |   |   

Vom 24. Mai bis zum 27. Mai 2018 tagte der Kongress zur „North American Basic Income Guarantee“ (NABIG) in Ontario, Kanada. Viele bekannte kanadische und amerikanische Politiker und Unternehmen tauschten sich hier über Themen rund um das Konzept eines bedingungslosen Grundeinkommens aus.

Personen wie Art Eggleton, kanadischer Senator, Guy Caron, Mitglied des kanadischen Parlaments, Gesundheitsexpertin Dr. Evelyn Forget und die Vorsitzende des „Basic Income Canada Networks“ (BICN) Sheila Regehr gehörten zu den anwesenden Experten. An der McMaster University in Hamilton (Ontario) wurde unter dem Leitmotiv: Basic Income: Bold Ideas, Practical Solutions for discussion of the idea of Basic Income! getagt. 

In Kanada ist das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens durchaus präsent. Es werden bereits erste Pilotprojekte, ähnlich wie in Finnland, in der Region Ontario durchgeführt. Die Entscheidung dafür fiel bereits 2016. Hamilton (Brantford County), Thunder Bay und Lindsay sind die drei Regionen, in denen insgesamt 4.000 Personen an dem Pilotprojekt teilnehmen. Darüber hinaus stellen 2.000 weitere Personen eine Art Testgruppe dar, die zwar kein monatliches Einkommen erhielten, aber aktiv bei der Forschungsstudie mithelfen. Die erste Projektphase zur Anmeldung wurde im April 2018 abgeschlossen - an allen drei Standorten. Die Teilnehmer müssen zwischen 18 und 64 Jahre alt. Darüber hinaus liegt die jährliche Einkommensgrenze bei 34.000 Dollar bzw. 43.000 Dollar für ein Ehepaar. Am Einkommen wird sich die Höhe der monatlichen Bezüge orientieren. Menschen mit einer körperlichen Einschränkung erhalten zusätzlich bis zu 500 Dollar pro Monat. Das Pilotprojekt wird von einer externen Forschergruppe evaluiert, die aus Forschern, Experten und Wissenschaftlern der McMaster University und des St. Michael´s Hospital bestehen.

Über dieses Pilotprojekt wurde auf der Konferenz ebenso gesprochen, wie über Andrew Yangs' Vision eines bedingungslosen Grundeinkommens für die Vereinigten Staaten. Yang ist der Präsidentschaftskandidat der Demokraten für 2020 in den USA.

Seiner Meinung nach führen der technische Fortschritt und der vermehrte Einsatz künstlicher Intelligenz (KI) zu einer immer größer werdenden Arbeitslosigkeit. Die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens soll demnach allen Mitgliedern der Gesellschaft die Existenz grundsichern, so Yang. In einem Interview mit dem Merion West Journal führt Yang an, dass die Menschheit derzeit eine beispiellose Verschiebung durchlebt, die die politische Klasse der USA „komplett verschläft“.

Yang glaubt auch, dass das gegenwärtige System der sozialen Sicherheit, der Gesundheit und der Bildung in den USA im Wesentlichen gescheitert ist, und kategorisiert sie als "dysfunktionale Sozialsysteme". Seinen Worten zufolge verursachen diese Systeme große negative Anreize in der Bevölkerung. Daher könnte die Einführung des Grundeinkommens diese wirtschaftlichen und sozialen Fallen umgehen, indem eine finanzielle Grundlage bereitgestellt wird, die mit den Einkünften aus Arbeitsplätzen in einem Wachstum mündet. Was die Wirtschaftspolitik anbelangt, schließt er das Interview mit einer allgemeineren Forderung an die Gesellschaft ab: "Wir müssen anfangen, unseren Systemen wieder zu vertrauen; wir müssen uns selbst vertrauen."

Auch in Europa verfolgt man das Thema Basic Income. Vom 1. bis zum 3. Juni findet in Straßburg der EYE2018 statt. Hier werden auch 20 Vertreter des Universal Basic Income Europe (UBIE) anwesend sein, um über die Visionen für Europa zu diskutieren.

Quellen:

Ontario

BasicIncome

BasicIncome

Yahoo



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