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Börse Stuttgart-News Trend am Mittag

Gastautor: Börse Stuttgart
29.06.2018, 15:11  |  596   |   |   

STUTTGART (BOERSE STUTTGART GMBH) - Euwax Trends an der Börse Stuttgart

Einigung beim EU-Gipfel lässt auch Börsianer aufatmen

DAX legt deutlich zu

- Von Holger Scholze, Börse Stuttgart TV News Redaktion -

Getrieben von der deutschen Regierungskrise und Forderungen aus Italien hat sich die Europäische Union (EU) auf eine Verschärfung ihrer Asylpolitik geeinigt. Künftig können demnach gerettete Bootsflüchtlinge in geschlossenen Aufnahmelagern innerhalb der EU untergebracht werden. Ähnliche Lager in Nordafrika werden geprüft. Die Grenzschutzagentur Frontex soll schon bis 2020 verstärkt und die EU-Außengrenzen stärker abgeriegelt werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßte die in der Nacht zum Freitag erzielte Einigung.

Die Politiker setzen ihre Beratungen heute mit anderen Themen fort. Dabei geht es zunächst - ohne die britische Premierministerin Theresa May - um den Stand der Brexit-Verhandlungen. Zuletzt hatte es in den Gesprächen über den EU-Austritt Großbritanniens wenig Bewegung gegeben.

Unterdessen haben die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft die Union eindringlich zu einer Einigung im Asylstreit aufgefordert und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für ihren Kurs Rückendeckung gegeben. Sie warnten vor nationalen Alleingängen. “Was wir jetzt brauchen, ist eine stabile und entschlossene Regierung, die konstruktiv, lösungsorientiert und besonnen mit ihren europäischen Partnern zusammenarbeitet”, heißt es in einem gemeinsamen Appell der Verbände BDI, BDA, DIHK und ZDH. “Die deutsche Wirtschaft ist überzeugt, dass nationale Alleingänge mehr Schaden als Nutzen anrichten.” Dies berichtete die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Der Euro legte zeitweise um 1,5 US-Cent zu und lag im Hoch bei 1,1664 US-Dollar. Aktuell pendelt die Gemeinschaftswährung im Bereich von 1,1635 US-Dollar.

Der DAX kletterte zunächst auf ein vorläufiges Tageshoch von 12.382 Punkte. Aktuell liegt er bei 12.307 Zählern mit 1,1 Prozent im Plus, nachdem sich die Notierung gestern noch der Marke von 12.100 Zählern genähert hatte.

Thomas Metzger, Head of Asset Management beim Bankhaus Bauer, kommentierte die neuen Entwicklungen so:

“Die Ergebnisse des EU-Gipfels sorgen für etwas Entspannung. Wichtig ist nun, dass die Kursgewinne auch verteidigt werden können. Deutet sich tatsächlich eine gewisse Stabilisierung an, dürfte die Kaufzurückhaltung unter den Investoren mehr und mehr nachlassen. Voraussetzung hierfür bleibt allerdings, dass auch beim Thema Handelskonflikt zumindest neue verbale Angriffe der Kontrahenten ausbleiben.”

Eurozone: Inflation steigt auf zwei Prozent - Kerninflation fällt

Die Inflation im Euroraum hat sich im Juni weiter beschleunigt, die unterliegende Teuerung jedoch abgeschwächt.

Nach Angaben des Statistikamts Eurostat vom Freitag lagen die Verbraucherpreise im Währungsraum 2,0 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Das ist die höchste Rate seit Februar 2017. Im Mai hatte die Inflationsrate 1,9 Prozent betragen. Analysten hatten mit der aktuellen Entwicklung gerechnet.

Im Gegensatz zur Gesamtinflation fiel die Teuerung unter Herausrechnung schwankungsanfälliger Komponenten wie Energie zurück. Die sogenannte Kernrate fiel von 1,1 auf 1,0 Prozent. Auch dies hatten Analysten erwartet.

In der Entwicklung kommt das zweigeteilte Inflationsbild zum Ausdruck: Während die Preise für Lebensmittel und erst recht Energie überdurchschnittlich stark steigen, erhöhen sich die Preise von Industriegütern und Dienstleistungen unterdurchschnittlich stark.

Für die Europäische Zentralbank (EZB) sind die Nachrichten deshalb durchwachsen. Sie hat in der Vergangenheit regelmäßig auf die schwache Kernrate verwiesen und damit ihre extrem lockere Geldpolitik begründet. Weil sie sich mittlerweile aber optimistischer gibt, ihr Inflationsziel von knapp zwei Prozent nicht nur zu erreichen, sondern auch halten zu können, hat sie mittlerweile ein Ende ihrer billionenschweren Wertpapierkäufe zum Jahresende in Aussicht gestellt.

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