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Site Visit Report Wesdome Gold Mines: Vom Kostenmonster zum hochgradigen Goldminer

Gastautor: Kai Hoffmann
17.07.2018, 10:23  |  999   |   |   

Das Team vom Investor Magazin war mal wieder vor Ort, um ein Unternehmen auf den Prüfstand zu nehmen. Diesmal besuchten wir die Eagle River Mine von Wesdome Gold Mines und machten einen Abstecher zu einem neuen, alten Projekt des Edelmetall-Produzenten. Hier geht es zu unserem Site Visit Report!

Am Ende der Welt oder zumindest Ontarios

Kanada ist für Europäer ein unendlich großes Land. Das musste das Team vom Investor Magazin zusammen mit einigen Investoren und weiteren Journalisten vor zwei Wochen einmal mehr erfahren. Denn auf dem Programm stand nichts anderes als ein Site Visit bei Wesdome Gold Mines (TSX-V: WDO; ISIN: CA95083R1001). Die Reise führte uns per Flieger über Toronto, Sault Ste Marie (direkt an der US-Grenze) und per Mietwagen nach Wawa. Frühmorgens wurden wir von Vorstandschef Duncan Middlemiss, COO Marc-Andre Pelletier sowie Explorationschef Michael Michaud in der alten Mining-Stadt abgeholt, wo Wesdome ein Büro unterhält. Die Haupteinnahmequelle des Unternehmens ist aber die Eagle River Mine. Dafür mussten wir knapp zwei Stunden mit Pick Ups gen Nordwesten entlang des Oberen Sees fahren, des mit rund 82.100 Quadratkilometern größten Süßwassersees der Welt. Als dann endlich das erste Begrüßungsschild auf dem Grund von Wesdome zu sehen war, wurde aber auch klar, womit wir es hier zu tun haben. Das restliche „Stück“ von rund 50 Kilometern wurde auf echten Schotterpisten absolviert. Somit blieb neben dem Abenteuer-Flair schon auf der Hinfahrt genug Zeit, um sich über das Unternehmen und die Mine zu informieren. Der eigentlich Spaß aber begann dann auf der Liegenschaft selbst, denn die hat auch sonst ein Größenproblem. Die heutige Eagle River Mine liegt rund 20 Kilometer von der Verarbeitungsanlage entfernt. Das hat historische Gründe. Einst stand bei der Mühle eine Mine, die aber schon längst geschlossen ist. Jeden Tag muss also das Gestein mit Trucks in die Mühle gefahren werden, was viel Zeit kostet.

Hohe Produktionskosten, aber…

Das verdeutlicht auch der Blick auf die nackten Zahlen. Denn Wesdome hat im vergangenen Jahr auf dem gesamten Komplex (inklusive der Mishi-Open Pit-Operation) 58.980 Unzen gefördert (+24%) und die Einnahmen um 14 Prozent auf 96,1 Mio. Dollar gesteigert. Aber das Unternehmen hat ein ernsthaftes Kostenproblem. Die AISC, also die Gesamtkosten der Produktion, lagen je Unze bei stolzen 1.146 US-Dollar. Bei einem aktuellen Goldpreis von knapp über 1.250 US-Dollar ist das kein besonders belastbares Polster. Dennoch lohnt sich bei Wesdome der zweite Blick. Denn der Aktienkurs steigt seit Mai gegen den Markttrend unaufhörlich an. Von 1,90 CAD ging es binnen sechs Wochen auf 3 CAD hoch. Das ist normalerweise nicht einfach zu erklären, zumal auch die Umsätze in der Aktie kontinuierlich zulegen. Hier muss offenbar irgendetwas in die richtige Richtung laufen!

... das Management räumt auf

Kurstreiber sind im Prinzip das Management und deren Ideen. Wesdome galt lange als Problemfall. Doch mit der Amtsübernahme von Duncan Middlemiss und dessen neuen Leuten im Top-Management wird aufgeräumt und expandiert. Middlemiss selbst hat einen exzellenten Ruf in der Branche. Er ist seit 25 Jahren als Manager von Minen und bei der Entwicklung von Goldvorkommen aktiv. Vor allem aber schaut er auf den Penny! Das ist in der Mining-Welt Gold wert – im wahrsten Sinne des Wortes. Sein Meisterstück lieferte Middlemiss mit St. Andrew Goldfields ab, dass im Januar 2016 erfolgreich an Kirkland Lake Gold verkauft wurde. Treue Leser werden sich an diesen Deal erinnern. Nun aber muss Middlemiss sich neu beweisen und unser Eindruck ist sehr positiv.

Wo die Floppy-Disk noch läuft

Denn bei Wesdome wird richtig aufgeräumt und expandiert. Die uralte Mühle, die bereits seit fast 40 Jahren im Dienst ist, wird modernisiert und auf den neuesten Stand gebracht. Besonders erschreckend fanden wir, dass die Steuerung über einen alten 386er-Rechner läuft. Einen zweiten „Server“ gibt es nicht, dafür ein echtes Floppy-Laufwerk. Bestürzend, muss man dazu sagen. Aber: In diesen Tagen wird auf ein modernes, computergestütztes System umgestellt. Dann sollte die Mühle nicht nur sicher sein, sondern auch wesentlich besser funktionieren. Das bedeutet auch: die Kosten sinken!

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