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Dieselgate Mercedes Abgasskandal: So kommen Sie zu Ihrem Recht

Gastautor: Dr. Timo Gansel
01.08.2018, 10:03  |  3289   |   |   

Nicht nur Volkswagen, sondern auch Daimler mit seiner Premium-Marke Mercedes-Benz hat im Abgasskandal offenbar seine Kunden betrogen. Immer mehr Enthüllungen zeigen, dass der Autobauer verschiedene Motorsteuerungsfunktionen zur Manipulation der Abgasmesswerte in zahlreichen Fahrzeuge verbaut hat. Auch offizielle Rückrufe gab es bereits. Für betroffene Mercedes-Kunden bedeutet das vor allem, dass ihre Autos, denen fortan der Makel "Schummel-Diesel" anhaftet, stark an Wert verlieren. Stilllegungen und Fahrverbote sind ebenfalls zu erwarten. Davon, dass Mercedes seine Kunden freiwillig für diesen Wertverlust entschädigt, können Fahrzeughalter jedoch nicht ausgehen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie ohne Kostenrisiko und bequem online gegen Mercedes vorgehen können.

Diese Fahrzeuge sind vom Mercedes Abgasskandal betroffen

Im Falle von Mercedes gibt es noch keine genaue Liste der Skandal-Diesel-Modelle, jedoch muss von einer Vielzahl betroffener Modelle ausgegangen werden. Den ersten offiziellen Mercedes-Rückruf ordnete das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) im Mai 2018 für insgesamt etwa 4.900 Mercedes-Benz Vito an. Wenig später gab Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer bekannt, dass europaweit weitere 774.000 Fahrzeuge zurückgerufen werden sollen. Außerdem ist wahrscheinlich, dass im Verlauf des Skandals noch zusätzliche Motorentypen hinzu kommen werden.

Aktuell kann bei folgenden Motorentypen von einer Betroffenheit ausgegangen werden:

  • Motor OM 642: V6 Turbodiesel mit drei Litern Hubraum

  • Motor OM 651: Vierzylinder-Turbodiesel mit entweder 1,8 oder 2,1 Litern Hubraum

  • Motor OM 622 (Gegenstand staatsanwaltlicher Untersuchung beim Mercedes Vito)

  • Motor OM 626 (Schwestermotor von OM 622)

Zudem bestehen Focus Online zufolge bei den folgenden Fahrzeugmodellen, abhängig von den eingebauten Motorentypen, gravierende Verdachtsmomente:

  • Vito: 1,6 Liter-Diesel und 2,2-Liter Diesel (OM 622 und OM 651), Produktionszeitraum: Seit 06/2015 bzw. 09/2014 bis 09/2016 (2,2 Liter Diesel)

  • C-Klasse: C 180 d/C 200 d bzw. C 180 BlueTEC/ C 200 BlueTEC (08/2014 bis 05/2018) sowie C 220 d/C 250 d bzw. C 220 BlueTEC, C 250 BlueTEC, 12/2013 bis 05/2018

  • E-Klasse: E 350 BlueTEC / E 350 d (nur Coupé, C207), 02/2013 bis 12/2016

  • GLC: GLC 220 d/GLC 250 d, 06/2015 bis 06/2018

  • S-Klasse: S 300 BlueTEC HYBRID / S 300 h (OM 651, 12/2013 bis 09/2016)

  • ML-Klasse: ML 250 BlueTEC, eventuell auch GLE 250 d (11/2011 bis 06/2015)

  • G-Klasse: G 350 d (OM 642), 09/2015 bis 12/2015

Eine Abgasmanipulation scheint außerdem bei der A-Klasse und B-Klasse äußerst wahrscheinlich. Andernfalls wäre es wohl nicht zu der freiwilligen Rückrufaktion von Mercedes Diesel-PKW im Sommer 2017 gekommen.


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➨ ZUR ONLINE-BEAUFTRAGUNG


Wie finde ich heraus, ob mein Mercedes betroffen ist?

Bei Volkswagen, Audi & Co. kann man online bereits nachvollziehen, ob das eigene Auto vom Abgasskandal betroffen ist und deshalb in die Werkstätten zurückgerufen wird. So weit ist Mercedes hingegen noch nicht. Fahrzeughalter eines Skandal-Autos werden stattdessen durch den Hersteller per Post benachrichtigt. In dem Schreiben werden sie aufgefordert, sich zur Nachrüstung durch ein Software-Update bei einer Vertragswerkstatt von Mercedes-Benz zu melden. Derzeit ist noch unklar, wann die Rückrufe abgeschlossen sein werden. Es drohen Verzögerungen, da das notwendige Update wohl erst Ende 2018 fertiggestellt sein wird. Somit werden sich die Rückrufe voraussichtlich bis weit ins Jahr 2019 hineinziehen.

Muss ich das Software-Update bei meinem Mercedes durchführen lassen?

Wir raten im Mercedes Abgasskandal grundsätzlich davon ab, das Software-Update durchführen zu lassen. Denn die Folgen sind – insbesondere auf lange Sicht – nicht vorhersehbar. Die Erfahrungen, die wir bei tausenden VW-Mandaten gesammelt haben, zeigen, dass eine Vielzahl betrogener Käufer mit den Folgen des Updates zu kämpfen hat. Als Probleme traten bei ihnen zum Beispiel ein höherer Spritverbrauch sowie ein erhöhter Verschleiß einzelner Bauteile, ein Ruckeln bis hin zum Ausgehen des Motors, ein Leistungsverlust oder eine sogenannte "Versottung" des Abgasrückführungsventils auf. Aus unserer Sicht – und aus der zahlreicher Gerichte – ist ein solches Risiko niemandem zuzumuten.

Die Durchführung eines Software-Updates kann weder der Händler, noch der Hersteller erzwingen. Verweigern Sie das Update, wäre lediglich die örtliche Zulassungsbehörde befugt, Ihr Auto stillzulegen. In Daimler-Fällen ist mit einer solchen Maßnahme in absehbarer Zeit jedoch nicht zu rechnen.

Warum sollte ich gegen Mercedes aktiv werden?

Betroffene Mercedes-Kunden wurden durch den Fahrzeughersteller betrogen: Beim Kauf ihres Fahrzeuges haben sie etwas komplett anderes erhalten, als gedacht. Ihrem PKW haftet wegen der Manipulations-Software fortan der Makel "Schummel-Diesel" an. Das führt zu einem herben Wertverlust: Dem Diesel-Barometer der Deutschen Automobil Treuhand GmbH für Februar 2018 zufolge können 87 % der Händler Diesel-Gebrauchtwagen nur noch mit hohen Abschlägen verkaufen. 22 % der Händler nahmen demnach sogar überhaupt keine Diesel-Gebrauchtwagen in Zahlung. 

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