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Ratingagentur Scope Scope bewertet die KGAL Gruppe mit einem Initial Rating von AA- (AMR)

Gastautor: Scope Analysis
02.08.2018, 10:08  |  216   |   |   

Damit wird der KGAL eine sehr hohe Qualität und Kompetenz im Asset Management für Flugzeuge, Immobilien sowie erneuerbare Energien bescheinigt. Das Segment Flugzeuge wird mit AA (AMR), Immobilien und erneuerbare Energien werden mit AA- (AMR) bewertet.

Die KGAL zählt zu den aus dem Segment geschlossener Fonds kommenden Anbieter, die sich in Deutschland auch nach Einführung des KAGB behaupten und weiterentwickeln konnten. Dabei konzentriert sich die Gesellschaft seit 2013 auf den institutionellen Sektor und konnte das Geschäft in allen bewerteten Segmenten signifikant ausbauen.

Die KGAL Gruppe mit Sitz in Grünwald wurde im Jahr 1968 gegründet. Mit dem ursprünglichen Ziel, Sachwertanlagen nationaler Kunden im Wege des Leasings zu finanzieren, entwickelte sich die KGAL zu einer der führenden Immobilien-Leasinggesellschaften Deutschlands. Der Markteintritt im Bereich geschlossener Fonds erfolgte im Jahr 1990 mit der Emission eines geschlossenen Flugzeugfonds. Das Unternehmen zählt heute zu den führenden Investment und Asset Managern in diesem Bereich. Durch das Joint Venture mit der Lufthansa, der GOAL, verfügt die KGAL im eigenen Haus über einen langjährig etablierten technischen Asset Manager.

Hervorzuheben ist ferner die durchgängig deutlich überdurchschnittliche Branchenerfahrung und Unternehmenszugehörigkeit sowohl managementseitig als auch auf der gesamten Führungsebene. Organisatorisch sind klare Verantwortlichkeiten und Vertretungsregelungen eingerichtet. Die Qualität der Investmentprozesse sowie das Risikomanagement entsprechen einem sehr hohen Standard.

Die IT- und Prozesslandschaft wird kontinuierlich weiterentwickelt und soll die Grundlage für noch effizientere Prozesse bilden. Die eigens entwickelte IT-Lösung zur Gewährleistung vollintegrierter Reportings wird für den Bereich erneuerbare Energien bereits genutzt. Die Bereiche Immobilien und Flugzeuge sollen sukzessive im laufenden Jahr vollständig angebunden werden. Hinsichtlich der Digitalisierung entwickelt die KGAL mit einem eigenen Fintech-Team eine Onlineplattform sowie Investmentprodukte, was grundsätzlich als positiv gewertet wird, sich jedoch noch in einer recht frühen Entwicklungsphase befindet. Dass die KGAL über kein eigenes unabhängiges Research verfügt, begrenzt das Rating.

Der Track Record der einzelnen bewerteten Bereiche stellt sich als überdurchschnittlich im Branchenvergleich dar. Aufgrund der erfolgreichen Einwerbung von Investorengeldern steht die KGAL vor der Herausforderung, im aktuell herausfordernden Marktpreisumfeld geeignete Objekte zu akquirieren.

Flugzeuge

Die KGAL ist im Segment Flugzeuge seit 1979 aktiv. Sie vollzog bislang mehr als 800 Transaktionen für 81 Private Placements und sonstige Beteiligungsmodelle sowie 58 Publikums- und drei institutionelle Fonds. Inklusive der drei Portfoliofonds für institutionelle Anleger erreicht das kumulierte Investitionsvolumen der bisher realisierten Flugzeugfonds über 7,4 Mrd. Euro.

Das Unternehmen deckt im Bereich Flugzeuge die gesamte Wertschöpfungskette im eigenen Haus ab, was einen der positiven Ratingtreiber darstellt. Als exklusiver technischer Asset Manager der KGAL im Bereich Flugzeuge fungiert die GOAL. Diese wurde 1998 als Joint Venture zwischen der KGAL GmbH & Co. KG und der Deutschen Lufthansa AG gegründet. Die KGAL hält eine Mehrheitsbeteiligung von 60%. Im Rahmen der Kooperation wurden bislang mehr als 250 Transaktionen im Bereich Flugzeuge und Triebwerke umgesetzt. Mit einer Flotte von 65 Flugzeugen ist die GOAL aktuell der größte operative Leasinggeber für Flugzeuge in Deutschland und gehört weltweit zu den 50 größten.
Der aktive Bestand der operativen Fonds hat bislang attraktive jährliche Ausschüttung geleistet.

Immobilien

Die KGAL hat in ihrer Historie im Segment Immobilien insgesamt sieben alternative Investmentfonds, 26 Publikumsfonds sowie 125 Private Placements aufgelegt. Bislang wurden damit Immobilien für mehr als 20 Mrd. Euro erworben.
Der Investitionsfokus konzentriert sich bei Büroimmobilien auf die Top-20 Städte Deutschlands sowie auf europäische Metropolen wie beispielsweise London, Paris oder Wien. Im Bereich Handelsimmobilien erfolgt aktuell eine Fokussierung auf Stadtteilzentren mit Mischnutzung sowie Fachmarktzentren in Deutschland und im benachbarten Ausland, während im Segment Wohnen primär Core Investments in A-Lagen angestrebt werden. Das Property Management ist ausgelagert, was aus Sicht von Scope sinnvoll ist. Die Dienstleister werden individuell gesteuert. Nicht für alle werden Bonus-Malus-Regelungen angewandt, was aus Sicht von Scope wünschenswert wäre.
Bei den institutionellen Produkten kann aktuell eine überdurchschnittliche Rendite erzielt werden. Die bislang vollzogenen Exits konnten nach einer durchschnittlichen Investment-Dauer von acht Jahren mit einer Vorsteuer-IRR von 10,4% ebenfalls ein überdurchschnittliches Ergebnis erzielen.

Erneuerbare Energien

Die KGAL ist seit 2003 in der Windenergie tätig und hat 2005 die ersten Investitionen im Bereich Photovoltaik getätigt. Zum Ende des Jahres 2017 beläuft sich das Gesamtportfolio erneuerbare Energien auf über 2,4 Mrd. Euro, aufgeteilt in 1,1 Mrd. Euro in Windkraft- und 1,3 Mrd. Euro in Photovoltaikinvestitionen. Europaweit verteilt es sich zum einen auf 63 Solarparks in Deutschland, Spanien, Italien und Frankreich und zum anderen auf 68 Windparks in Deutschland, Frankreich, Finnland und Schweden sowie zwei Wasserkraftwerke in Italien und Norwegen. Mit diesem Portfolio zählt die KGAL zu den größten Asset Managern im Segment erneuerbarer Energien in Europa.

Das Gesamtportfolio verteilt sich auf zwei AIF, sieben Publikumsfonds, acht Private Placements und sonstige Beteiligungsmodelle. Aufgrund der Buy-and-hold-Strategie und der damit einhergehenden langfristigen Fondslaufzeiten sind bei den bislang aufgelegten geschlossenen Publikumsfonds noch keine Fondsexits zu verzeichnen.

Drei der vier Fonds, die in deutsche Photovoltaik investieren, konnten ihre geplanten Auszahlungen deutlich übertreffen, da die Stromerlöse höher ausfielen als kalkuliert. Für die restlichen drei Publikumsfonds, die vor allem in italienische und spanische Photovoltaikanlagen investieren, liegen die erfolgten Auszahlungen jedoch aufgrund der in diesen Ländern geänderten Rahmenbedingungen in Bezug auf die Einspeisevergütung deutlich unter ihren Prognosewerten. Bei den institutionellen Vehikeln war der Einfluss aufgrund der Diversifikation innerhalb der Fonds geringer.

Bei den Vehikeln für institutionelle Kunden konnten ebenfalls attraktive Ergebnisse erzielt werden.



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