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Problem-Kredite "Ansteckungsgefahr": Südeuropa-Banken verfaulen von innen

06.08.2018, 15:16  |  5050   |   |   

Der Berg an faulen Krediten in den Büchern südeuropäischer Banken ist viel zu hoch. Die Schreckgespenster "Finanzkrise" und "Vergemeinschaftung" kommen aus ihren Löchern.

Zehn Jahre nach der Finanzkrise schätzen Experten der Europäischen Bankenaufsicht die Summe der Problem-Kredite in den Bilanzen europäischer Banken auf 813 Milliarden Euro. Diese notleidenden Kredite lägen vor allem in den Bilanzen südeuropäischer Banken: in Griechenland, Zypern, Italien und Portugal. Bei griechischen Instituten landen 44,9 Prozent der Kredite in der Kategorie "notleidend", in Zypern 38,9 Prozent. Italien hat 186,7 Milliarden Euro an gefährlichen Krediten angehäuft, die Hälfte davon ist nicht durch Kapital abgesichert. Das geht aus einem Bericht der "Bild"-Zeitung hervor. Die Journalisten der Zeitung berufen sich auf eine Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Frage der FDP-Fraktion im Bundestag.

Der Umfang aller faulen Kredite sei "im historischen Vergleich hoch", schreiben die Bankaufseher. Es drohten Schwierigkeiten für einzelne Banken und eine "Ansteckungsgefahr" für das europäische Banken-System. Wie vor zehn Jahren, als die Finanzkrise ausbrach, sei ein Großteil der faulen Kredite "im Immobilienbereich zu verorten", so der Medienbericht.

Deutsche Banken haben im Vergleich zu Griechenland (44,9 Prozent) und Zypern (38,9 Prozent) eine niedrige Faule-Kredite-Quote von 1,9 Prozent. In deutschen Bankenbüchern stehen 49,6 Milliarden Euro an Krediten im Feuer.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich nach ihrer Wiederwahl im März 2018 klar gegen eine Vergemeinschaftung von Schulden in Europa ausgesprochen. "Was wir nicht wollen ist, Haftung und Verantwortung durcheinander zu bringen oder Schulden einfach zu vergemeinschaften ohne wettbewerbsfähig zu werden. Daran wird sich nichts ändern", wird Merkel von der Deutschen Welle online (dw.com) zitiert. Merkel habe damit auch auf Äußerungen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der mehrfach eine Vergemeinschaftung von Schulden als Option ins Spiel gebracht hatte, reagiert, schreiben Deutsche-Welle-Journalisten.

Quellen:

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Deutsche Welle online

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Kommentare

Ich bin mir 1000%ig sicher, dass Merkel auch hier wieder umfallen wird. Wenn eine existenzielle Gefahr für den Euro droht, wird sie ALLES mitmachen, was (scheinbar) "hilft" - "legendär" ihr an Dämlichkeit und Verbohrtheit schwer zu übertreffendes Zitat "Scheitert der Euro, scheitert Europa".
Und sie wird die Vergemeinschaftung der Schulden mitmachen, OBWOHL sie auf -zig anderen Feldern vergeblich auf Solidarität der anderen Euro-Länder hofft. Jüngstes Beispiel: "Deutschlands Ohnmacht bei Frankreichs Schummel-Motoren" (Welt online https://www.welt.de/wirtschaft/article176801112/Diesel-Gate-Bundesregierung-kapituliert-vor-Betrug-auslaendischer-Hersteller.html ). Daraus:
"Renault oder Fiat können hierzulande Autos mit Motoren verkaufen, die die Grenzwerte um ein Vielfaches übersteigen – und Scheuer kann praktisch nichts dagegen tun. Und die Behörden in Paris oder Rom schalten bei Anfragen aus Berlin, dem Treiben ein Ende zu setzen, auf Durchzug. Niemand hat dort Lust, gegen die eigene Autoindustrie vorzugehen. ...
Die von Fiat verwendete Software funktioniert offenbar wie eine Art Zeitschaltuhr. Die sorgt dafür, dass die Abgasreinigung nach einiger Zeit abgeschaltet wird – und zwar nach etwas mehr als jener Spanne, die für die Abgastests auf den Prüfständen der Behörden nötig sind. Als das Bundesverkehrsministerium Vertreter von Fiat mit den Vorwürfen konfrontieren wollte und sie vorlud, kamen die einfach nicht. Die Deutschen seien einfach nicht zuständig, hieß es. Zwar hat daraufhin das Bundesverkehrsministerium die italienischen Kollegen informiert, doch passiert ist auch in diesem Fall nichts. Man sehe keinen Handlungsbedarf, heißt es in Rom. Diesel-Gate – das ist eine Sache von Volkswagen, ein deutsches Problem, mit dem man nichts zu tun haben will."
Soll heißen: Die Schwächung des - bisher übermächtig erscheinenden - automobilen Konkurrenten (VW) wird gern gesehen, aber statt gleiche Maßstäbe bzw. einheitliche Kriterien anzuwenden (z.B. bei den Themen Maut und EU-weite Ausschreibung von Infrastrukturprojekten vehement gefordert) halten die italienische und die französische Regierung ihre schützende Hand über die eigene Autoindustrie.
Und wie "schön" ist es zu hören, wenn deutsche Politiker wie selbstverständlich davon ausgehen, dass im Falle der Zurückweisung von bereits woanders registrierten Flüchtlingen an der deutschen Grenze beispielsweise Italien dann einfach nicht mehr registrieren, sondern die Menschen durchwinken würde.

Merke(l): Wer sich nicht wehrt, landet ...

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