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Cryptos with Block66 Der Bitcoin wehrt sich gegen den allseits beschlossenen Absturz.

Gastautor: Oliver Michel
12.08.2018, 00:20  |  1805   |   |   

In dem Tempo, wie der Bitcoin auf die 6.000 USD zuraste, mußte man davon ausgehen, dass er sie direkt durchschägt. Hat er aber nicht!

12. August 2018 - 00:15 Uhr

In dem Tempo, wie der Bitcoin auf die 6.000 USD zuraste, mußte man davon ausgehen, dass er sie direkt durchschägt. Hat er aber nicht!

Der Bitcoin hat mit 6.010 USD (Bitfinex) am Freitag und mit 6.008 USD am Samstag die 6.000 USD zwar berührt, aber eben nicht durchschlagen. Gut, was nicht ist, kann noch werden. Aber für den Moment ist die Talfahrt erstmal angehalten. Im Gegenteil. Es gab zwei Versuche des Bitcoins, wieder Boden nach oben hin gut zu machen. Gut zu sehen im rechten logarithmischen 2-Stunden-Chart.

Ich habe im rechten Chart, wie im letzten Blog auch, das Long- (grün) zu Short- (rot) Verhältnis auf der Bitfinex-Plattform mitgeführt. Es ist schön zu beobachten, wie die Shorts für eine kurze Phase überwiegten (was äußerst (!) selten vorkommt) und mit dem kleinen Pump abnahmen bzw. durch ihr Auflösen (klar, Shorts müssen mit einem Kauf des Bitcoins glatt gestellt werden) diesen sogar verstärkten. Welche größere Phantasie dahinter stehen könnte, hatte ich im letzten Blog-Beitrag beschrieben. Da könnte schon etwas Wahres dran sein.

Wir werden sehen, wie es weitergeht. Aber eines steht fest, der Bitcoin hat in dieser Phase ganz klar gezeigt, dass er zumindest aus der Sicht des allgemeinen Coin Markets auf jeden Fall die Rolle der Leitwährung zurecht inne hat. Der Bitcoin hat ganz einfach die Aufmerksamkeit und damit im Notfall die breitere und größere Käuferbasis. Das hat auch der heutige Tag ganz klar gezeigt. Während der Bitcoin aktuell mit 4% im Plus ist, sind Ethereum (die Nummer 2 im Markt) und Ripple (die Nummer 3) mit 2% bzw. 4% im Minus.

Erlauben Sie mir zum Wochenende mal einige Gedankenspiele ohne Gewähr. Wenn ich auf die Entwicklung des Bitcoins schaue, läßt sich das folgendermaßen zusammenfassen. Mein Verstand sagt direkter Absturz, mein Bauchgefühl ist da eher weniger rational und glaubt nach wie vor an eine zwischenzeitliche Erholung. Wie kommt dieses Bauchgefühl darauf? Na ja, da ist der Halt wieder auf den 6.000 USD. Am 6ten Februar waren es sogar exakt 6.000 USD, bevor der Bitcoin wieder drehte. Oder. Warum investiert jemand eine Menge Kapital, um Bitcoins im Rahmen der oben beschriebenen zwei Pumps am Freitag und Samstag zu kaufen, wenn er sie bei einem Crash doch einige Tage später deutlich billiger bekommen kann. Wo Geld ist, ist Netzwerk und, wo Netzwerk ist, sind Informationen. Warum wurde die Antwort auf den ETF-Antrag der CBOE verschoben und nicht gleich abgesagt? Da schießen einem dieser Tage eine Menge Fragen durch den Kopf.

So banal wie bestechend ist allerdings der folgende Gedanke. Wie oft hat der Bitcoin genau das gemacht, was man von ihm erwartet hat? Das ist kein regulierter Markt. Das ist weniger ein Markt, sondern vielmehr ein Spiel mit wenigen großen und vielen kleinen Spielern. Wie ein Schachspiel, in dem es gilt, ein bis zwei Züge voraus zu denken. Es ist weniger Chart-Technik, sondern vielmehr Psychologie. Es kann auch diesmal wieder anders kommen, als man allseits denkt. Und in den Foren ist der Absturz eigentlich schon beschlossene Sache. Das ist mir alles viel zu offensichtlich.

Zum Schluß noch der für mich persönlich wichtigste Aspekt. Mir geht das alles viel zu schnell. Ich habe das in meinem Blog schon oft gesagt. Die Konsolidierung ist keine Sache von einem halben oder dreiviertel Jahr. Die NASDAQ in 2001 und der Bitcoin in 2013/2015 haben jeweils eineinhalb Jahre gebraucht. Warum soll es jetzt schneller gehen? Was ist jetzt anders? Das Ziel einer Konsolidierung nach einem hype-mäßigen Hochpunkt besteht darin, so lange Druck auf die Besitzer eines Wertes auszuüben, bis wirklich nur noch diejenigen im Wert drin sind, die unter gar keinen Umständen und auch nicht unter Folter den Wert verkaufen würden. Das ist die Basis für einen Neuanfang. Einen Neuanfang mit wertigen und echten Besitzern. Und das ist ein Prozess, der dauern kann. Länger als erwartet. Und der endet eben nicht in der nächsten Woche mit einem finalen Crash und dann ist alles wieder gut To The Moon.

Klar, es kann nächste Woche crashen. Muß aber nicht.

Oliver Michel

 

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