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Marktkommentar: Grant Bowers (Franklin Templeton): Warum wir glauben, dass sich der US-Bullenmarkt 2019 fortsetzen könnte.
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Marktkommentar Grant Bowers (Franklin Templeton): Warum wir glauben, dass sich der US-Bullenmarkt 2019 fortsetzen könnte.

Nachrichtenquelle: Asset Standard
04.09.2018, 12:05  |  805   |   |   

Das Wachstum in den USA ist zwar beeindruckend, in Zukunft könnte es aber schwierig werden, hieran anzuknüpfen.

Nachdem die Hausse am US-Aktienmarkt nun offiziell als längster Bullenmarkt aller Zeiten in die Geschichtsbücher eingegangen ist, macht sich der ein oder andere Marktbeobachter inzwischen Sorgen, dass sich der Aufwärtstrend allmählich seinem Ende nähern könnte. Grant Bowers, Vice President und Portfolio Manager der Franklin Equity Group, erklärt, warum sich der aktuelle Trend seiner Meinung nach auch 2019 noch fortsetzen könnte.

Nach einem ungewöhnlich ruhigen Jahr 2017 ist in diesem Jahr Volatilität an die Aktienmärkte zurückgekehrt. Das während der letzten beiden Jahre verzeichnete synchronisierte Wachstum lässt allmählich Risse erkennen, und an zahlreichen Märkten rund um den Globus ist eine Abkühlung des Wachstums zu beobachten.

Was das Wachstum anbelangt, sind die USA in der Lage, sich diesem Trend zu widersetzen.

Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) hat sich 2018 beschleunigt und ist im zweiten Quartal auf 4,1 % gestiegen. Das ist die höchste Wachstumsrate seit nahezu vier Jahren. Dieses Wachstum ist zwar beeindruckend, die Kombination aus Steuersenkungen und einer Anhebung der Regierungsausgaben auf Bundesebene könnte jedoch einen Teil dieses Wachstum ins Jahr 2018 vorgezogen haben. Sprich: in Zukunft könnte es schwierig werden, hieran anzuknüpfen.


Die beiden Hauptsäulen der US-Wirtschaft erscheinen solide

Selbst bei Berücksichtigung der politischen Veränderungen, die das Wachstum beschleunigt haben könnten, sehen wir bei näherer Betrachtung der Fundamente der US-Wirtschaft – des Verbrauchersektors und der Unternehmensgewinne – ein robustes Umfeld. Diese beiden Säulen haben sich gut entwickelt und lassen keine Anzeichen auf Belastungen erkennen, die in unseren Augen darauf hindeuten würden, dass sich der Konjunkturzyklus einem negativen Wendepunkt oder einer Rezession nähert.

Die US-Verbraucher profitieren auch weiterhin von einem sehr starken Arbeitsmarkt, anhaltend niedriger Inflation und aus historischer Sicht niedrigen Zinsen. Hierdurch bleiben das Vertrauen und die Ausgaben der Verbraucher robust, auch wenn sich das globale Wachstum abschwächt und die Sorgen um die Handelslage zunehmen.

Was die Unternehmen anbetrifft, konnten die im S&P 500 Index vertretenen Firmen im zweiten Quartal 2018 einen Gewinnanstieg um mehr als 20 % (gegenüber dem Vorjahr) verbuchen.[1] Auch wenn dies teilweise auf niedrigere Körperschaftsteuersätze zurückzuführen war, dürften die sich daraus ergebenden höheren Gewinne jedoch steigende Investitionsausgaben nach sich ziehen. Unseres Erachtens sollte dies der inzwischen in die Jahre gekommenen wirtschaftlichen Expansion neues Leben einhauchen, da Gewinne reinvestiert werden und der Investitionszyklus die Produktivität steigert. Wir gehen davon aus, dass sich diese positiven Faktoren bei vielen Unternehmen bis weit ins Jahr 2019 oder 2020 hinein bemerkbar machen könnten.


Bullenmärkte sterben nicht an Altersschwäche allein

Es wurde bereits viel über die Dauer der aktuellen Hausse am US-Aktienmarkt diskutiert. Wir erwarten zwar nicht, dass Märkte immer weiter ansteigen werden, ohne zwischenzeitliche Korrekturphasen zu durchlaufen, die Geschichte hat uns jedoch gezeigt, dass Bullenmärkte in der Regel nicht an Altersschwäche allein sterben. Zu den Faktoren, die in der Vergangenheitdas Ende einer Haussephase angekündigt haben, zählen unter anderem schnell steigende Inflationsraten oder Zinssätze, der Aufbau spekulativer Exzesse oder Blasen oder ein geopolitischer Schock, der die Nachfrage belastet. Vor allem aber sind es wirtschaftliche Rezessionen, die Bullenmärkten in der Regel den Todesstoß geben.

Die aktuelle Expansionsphase der US-Wirtschaft hat aus historischer Sicht zweifellos lange angedauert. Anleger sollten sich jedoch vor Augen führen, dass sie im Vergleich zu früheren Phasen wirtschaftlicher Expansion auch äußerst flach und langsam verlaufen ist. Dieses langsamere Wachstum ist auf die Schwere der globalen Finanzkrise vor einem Jahrzehnt zurückzuführen. Aber auch das darauffolgende, von geringer Inflation und niedrigen Zinsen geprägte Umfeld hat eine Rolle gespielt. Angesichts des moderaten Wachstums in den neun Jahren nach der Krise überrascht es nicht, dass die Erholung länger gedauert hat als von vielen erwartet worden war. Zudem ist das Ausmaß an Exzessen, die in der Regel in dieser späten Phase des Zyklus zu beobachten sind, bislang ausgeblieben. Derzeit sehen wir keines der klassischen Anzeichen dafür, dass der Konjunkturzyklus in seine nächste Phase eintritt oder dass sich am Horizont eine Rezession zusammenbraut.

Auf makroökonomischer Ebene behalten wir Trends in Bezug auf Inflation, Zinsen, Beschäftigung und Zahlungsausfälle genau im Auge, um Anzeichen auf eine mögliche Veränderung auszumachen. Als Bottom-up-Anleger führen wir zudem ständig Gespräche mit den Managementteams einzelner Unternehmen, um uns einen Eindruck der Nachfrage an den Endmärkten, des globalen Wettbewerbsniveaus und der Verfassung der Kunden zu verschaffen.

Wir sind nach wie vor der Ansicht, dass die US-Wirtschaft stark ist und dass Aktien Potenzial für eine gute Entwicklung in den kommenden Jahren bieten. Allerdings muss eine Vorbereitung auf einen wirtschaftlichen Abschwung oder eine Marktkorrektur über einen längeren Zeitraum hinweg erfolgen, da wir unsere Portfolios Aktie für Aktie zusammenstellen. Unser rigoroses fundamentales Research konzentriert sich auf Unternehmen, die nicht nur Wachstum aufweisen, sondern auch unsere Qualitätskriterien erfüllen. Unser Ziel ist es, in Unternehmen mit starken Wettbewerbspositionen, soliden Finanzdaten und innovativen Managementteams zu investieren. Wir sind davon überzeugt, dass diese Arten von Unternehmen die Wertentwicklung des Marktes über einen Konjunkturzyklus hinweg übertreffen können und sich langfristig mit höherer Wahrscheinlichkeit als strukturelle Gewinner erweisen werden.

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