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Wichtige Fakten über die Geely-Aktie, die nur wenige Anleger kennen

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
12.09.2018, 09:05  |  1410   |   |   

Es vergeht kein Quartal ohne einen wichtigen strategischen Schritt von Geely (WKN:A1CS02). Die chinesische Automobilgruppe hat sich zu einem der großen Herausforderer der etablierten Konkurrenz gemausert. Aber was genau bekommen Anleger eigentlich mit der Geely-Aktie? Bei genauerem Hinsehen kommt man zu einigen überraschenden Einsichten.

Volvo gehört nicht zu Geely Auto …

Was viele Geely-Kenner bestimmt schon längst wissen, könnte für den einen oder anderen von uns überraschend sein, weil es in der Presse oft ungenau dargestellt wird: Der schwedische Mercedes-Konkurrent Volvo gehört nicht zu Geely Auto. Vielmehr ist er ein Schwesterunternehmen unterhalb der nicht börsennotierten Zhejiang Geely Holding Group. Diese hat letztlich eine ähnliche Rolle wie die Porsche Holding (WKN:PAH003) gegenüber Volkswagen (WKN:766403), ist aber bei der Diversifizierung der Aktivitäten schon viel weiter.

Die Zusammenarbeit zwischen Schweden und Chinesen läuft im Wesentlichen über zwei Joint Ventures. Zum einen ist die gemeinsame Elektro-Marke Lynk & Co zu nennen und zum anderen China Euro Vehicle Technology zur Entwicklung von gemeinsamen Fahrzeug-Plattformen.

Daimler und Volvo Trucks auch nicht

Auch die aufsehenerregenden Beteiligungen an Daimler (WKN:710000) und dem Nutzfahrzeug-Giganten AB Volvo (WKN:871229) liefen über die Holding von Chairman Li Shufu. Das hat den Vorteil, dass man sich als Geely-Aktionär nicht um die damit verbundenen Verbindlichkeiten scheren muss. Geely Auto ist nämlich praktisch schuldenfrei, sodass Betriebsergebnis und Vorsteuergewinn nahezu identisch sind.

Benziner sind noch immer der wichtigste Umsatzbringer

Geely hat sich einen Namen gemacht als ein ambitionierter Elektrofahrzeug-Hersteller. Immerhin konnte die Palette an elektrifizierten Modellen seit 2016 auf neun ausgeweitet werden und zahlreiche weitere sind angekündigt oder werden sogar bereits produziert, darunter der aussichtsreiche Crossover Lynk & Co 02.

Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Barmittelzuflüsse noch immer überwiegend auf Fahrzeugen mit Ottomotor basieren. Das erfolgreichste Modell namens „Geely Bo Yue“, das bisher mehr als eine halbe Million Mal verkauft wurde, tankt beispielsweise ganz normales Benzin.

Es scheint jedoch klar, wohin die Reise geht. An der Seite von Volvo wird Geely versuchen, technologisch auf Augenhöhe zu kommen mit der internationalen Konkurrenz. Die Elektrifizierung, welche für alle großen Hersteller noch Neuland darstellt, bietet hierfür eine einmalige Chance. Um noch schneller voranzukommen, wurde kürzlich auch eine Hybrid-Kooperation mit dem Technologieführer Toyota (WKN:853510) vereinbart — wohlgemerkt nachdem sich die Minderheitsbeteiligung Daimler geziert hatte, eine tiefere Technologiepartnerschaft einzugehen.

Exporte spielen für Geely noch kein große Rolle …

Technologietransfer ist offenbar ein entscheidender Faktor für Geely. Denn noch traut man sich nicht wirklich auf die Auslandsmärkte. Durch die Zukäufe der Holding im Ausland hat sich Geely zwar international einen Namen gemacht; Geely Auto selbst kann man hingegen noch nicht wirklich als internationalisiert bezeichnen. Im ersten Halbjahr 2018 wurden gerade mal 8.699 Fahrzeuge exportiert. Trotz einer imposanten Steigerung von 126 % machten die Auslandsumsätze so nur gut 1 % aus. Die lokale Konkurrenz, allen voran Chery, ist da zum Teil schon viel weiter.

… aber das bleibt nicht lange so

Allerdings soll dieses Wachstumstempo wohl anhalten, sodass sich die Situation bald ändern könnte. Mit dem neuen Emgrand GT, der vom Volvo-Designer Peter Horbury entworfen wurde, werden zum Beispiel betont internationale Märkte angesprochen.

Gleichzeitig wurde Ende 2017 eine Montage in Weißrussland eröffnet und mit dem malaysischen Schwesterunternehmen Proton wird der Technologietransfer ausgeweitet, um in Südostasien besser Fuß zu fassen.

Zudem könnte Lynk & Co zu einer der ersten Marken werden, die ein Elektromodell sowohl in Europa als auch in China erfolgreich produzieren. Im belgischen Gent, wo bereits das Schwestermodell Volvo XC40 montiert wird, soll nächstes Jahr der Lynk & Co 01 vom Band laufen und spätestens 2020 erhältlich sein.

Ein Tigersprung mit Ansage

Mit Geely ist zu rechnen. Über schlaue Kooperationen bringt die Marke ihre Technik zügig auf einen internationalen Standard, gerade was die Elektrifizierung angeht, aber auch beim Design. Zudem besteht gegenüber reinen Elektroauto-Herstellern der große Vorteil, dass Geely ein profitables Verbrennergeschäft betreibt. Ohne Abhängigkeit von Banken und Aktionären kann somit die Expansion intern finanziert werden.

Wer also gerne eine solide Beimischung aus dem Reich der Mitte in seinem Depot sehen will, der könnte bei Geely an der richtigen Adresse sein. Nicht nur ich finde, dass das eine attraktive Story ist.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Daimler.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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