cathunter:
Nette Theorie, aber die Realität in den Autohäusern sieht völlig
anders aus als die Online-Werbebanner:
- Preis-Täuschung: Die online beworbenen
"China-Knallerpreise" sind reine Marketingpreise (inkl.
Subventionen, Rabatte und Überführungskosten). Wenn man real beim
Händler steht, Konfiguration, Zölle und finale Überführung
eingerechnet werden, liegt der Preisunterschied zu europäischen
Modellen oft nur noch im Magerbereich.
- Ersatzteil-Chaos & Standzeiten: Bei
den extrem kurzen Modellzyklen der Chinesen blickt kein Mensch
mehr durch. Nach einem kleinen Unfall steht das Auto oft Wochen
oder Monate in der Werkstatt, weil simple Ersatzteile gar nicht
oder nur über extrem teure Umwege geliefert werden.
- Verheerender Wiederverkaufswert: Was
bringt ein vermeintlich günstiger Anschaffungspreis, wenn der
Wagen auf dem Gebrauchtwagenmarkt wie ein Stein im Wert fällt?
Der Restwertverfall bei chinesischen E-Autos ist massiv, weil
niemand das Risiko eingehen will, einen Gebrauchten einer Marke
zu kaufen, die in 3 Jahren vielleicht gar nicht mehr auf dem
europäischen Markt existiert.
- Werkstattnetz & Garantie: Papier ist
geduldig – 8 Jahre Garantie nützen absolut gar nichts, wenn das
Händlernetz dünn ist, der Importeur pleitegeht oder
Garantieansprüche bürokratisch verschleppt werden.
Wer nur auf den Einstiegspreis im Netz schaut, rechnet die
Gesamtkosten (Total Cost of Ownership) schlichtweg falsch.
Zu viel Euphorie für ein gigantisches Verlustgeschäft beim
Wiederverkauf!
Volkswagen baut in Emden und Zwickau mehr E-Autos als erwartet.
Volkswagen reagiert auf den Elektro-Boom in Deutschland und
Europa: Laut Vertriebsvorstand Martin Sander justiert der Konzern
seine Produktionsplanung neu. Demnach werden dieses Jahr weniger
Verbrenner in Wolfsburg gebaut – und im Umkehrschluss mehr
Elektroautos in Emden und Zwickau vom Band laufen.
Volkswagen steuert laut einem Bericht der Automobilwoche wegen
der hohen Nachfrage nach Elektroautos bei seiner diesjährigen
Werksplanung um. Dabei beruft sich die Fachzeitschrift auf
Vertriebsvorstand Martin Sander. Konkret sollen im Stammwerk
Wolfsburg, wo bislang nur Verbrenner gebaut werden, geplante
Sonderschichten wegfallen. Das Resultat: „Statt mehr als 600.000
dürfte das Vorjahresniveau von rund 580.000 erreicht werden“,
heißt es in dem Bericht.
Zugleich schafft Volkswagen die Voraussetzung für eine bessere
Auslastung der Elektroauto-Produktionen in Emden und Zwickau. So
seien in Emden nun mindestens zwei Sonderschichten für die
Fertigung des ID.7 eingeplant, heißt es. Zwickau profitiere
seinerseits von der besseren Auftragslage für den ID.3 Neo. „Das
hilft, die derzeit bestehende Unterauslastung zu verbessern“,
schreibt die Automobilwoche unter Berufung auf Konzernkreise.
Bei Zwickau und Emden handelt es sich bekanntlich um die reinen
Elektroauto-Produktionsstandorte des Konzerns. In beiden Städten
https://www.electrive.net/2026/05/18/vw-meldet-merklich-abgebaute-ueberkapazitaeten-in-deutschland/
(mit je zwei Schichten), um Überkapazitäten abzubauen. Nun
schlägt das Pendel also wieder in die andere Richtung aus und
Volkswagen baut dort wieder mehr E-Autos. Für Emden dürfte dieser
Trend anhalten, denn dort läuft auch bald der ID. Tiguan vom Band
– also der Nachfolger des dort aktuell produzierten ID.4. Die
Nachfrage dürfte hier also analog zum ID.3 Neo (dem Nachfolger
des ID.3) deutlich anziehen.
In Zwickau werden derzeit neben dem ID.3 Neo auch der Audi Q4
e-tron (ink. Q4 Sportback e-tron) und der Cupra Born gebaut. Der
dort ebenfalls vom Band laufende ID.4 wechselt mit der
Auffrischung zum ID. Tiguan rein nach Emden. Und der mäßig
erfolgreiche Ableger ID.5 läuft aus. Für Zwickau sah es 2024
schon einmal sehr düster aus, als in der Planung nur noch der
Audi bleiben sollte, inzwischen haben sich die Zukunftsaussichten
https://www.electrive.net/2025/12/15/vw-id-3-und-cupra-born-kommen-laenger-aus-zwickau/.
„Die Nachfrage nach Batterie-elektrischen Fahrzeugen steigt in
Deutschland und anderen Ländern Europas spürbar an“, wird
Vertriebsvorstand Martin Sander in der Automobilwoche zitiert.
Damit sei ein wichtiger „Wendepunkt in der Transformation des
Automobilmarktes“ erreicht, unter anderem getrieben von hohen
Preisen für Benzin und Diesel. Zugleich bedeute diese jedoch eine
„geringere Nachfrage nach Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.“
VW selbst ist von der Dynamik offenbar überrascht worden. Das
Management hatte seine Produktionsplanung für 2026 auf Basis
eines langsameren Hochlaufs erstellt. Inwiefern sich diese
„veränderte Marktsituation“ auch auf den strikten Spar- und
Sanierungsplan auswirkt, in dessen Zuge die Zukunft der beiden
reinen Elektro-Werke sowie der Fabriken in Hannover (VW
Nutzfahrzeuge) und Neckarsulm (Audi) ab dem neuen Jahrzehnt offen
ist, bleibt abzuwarten.
Klar ist: Volkswagen hat aktuell ein gutes Timing: Die
aufgefrischten Modelle ID.3 Neo und ID. Tiguan sowie die
sogenannte Urban Electric Car Family treffen auf eine in Europa
sprunghaft gestiegene Nachfrage für Elektromodelle. Bei letzterer
Familie handelt es sich um auf dem gemeinsamen technischen
MEB+-Fundament basierenden E-Kleinwagen ID. Polo, Cupra Raval,
Skoda Epiq und ID. Cross, die allesamt in zwei Werken in Spanien
in die Produktion gegangen sind. Zuletzt
https://www.electrive.net/2026/09/21/spanien-auch-vw-id-cross-laeuft-jetzt-in-serie-vom-band/
in Navarra bei Pamplona. Laut Automobilwoche liegen inzwischen
mehr als 100.000 Vorbestellungen für dieses Quartett vor,
darunter mehr als 40.000 für den elektrischen Polo.
„Gemessen an den Auftragseingängen verkauft Volkswagen im Moment
in Deutschland mehr reine Elektroautos als Verbrenner.