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Diesel-Razzia: Hat auch Opel betrogen - wie wehren Sie sich dagegen?

Gastautor: Roland Klaus
15.10.2018, 14:36  |  457   |   |   

Nun rückt auch Opel wegen Abgasmanipulationen ins Visier der Ermittler. Medienberichten zufolge wurden mehrere Standorte des Autoherstellers durchsucht. Besitzer von Opel-Diesel-Fahrzeugen können durch den Widerruf einer Finanzierung die Rückgabe des Autos erzwingen.

Ein neues Urteil des Landgerichts Aurich (1 O 632/18) verurteilt Opel zur Rücknahme eines Autos und zur Rückzahlung der Raten eines Auto-Kredits. Das Urteil zeigt einmal mehr, dass der Widerruf eines Kfz-Kredits oder Leasingvertrags ein wirksames Mittel sein kann, um insbesondere einen Diesel loszuwerden, ohne den Wertverlust tragen zu müssen.

Im vorliegenden Fall handelte es sich jedoch nicht um ein Diesel-Fahrzeug, sondern um einen Benziner, Modell Opel Karl, den die Klägerin im Jahr 2015 erworben und mit einem Kredit bei der Opel Bank finanziert hat. Anfang 2018 widerrief sie das Darlehen und forderte die Rückzahlung ihrer Anzahlung der bisher geleisteten Raten. Für die Nutzung des Fahrzeugs wurde eine moderate Nutzungsentschädigung in Abzug gebracht, den die Kunden zahlen sollte.

Das Gericht gab nun dieser Klage im Rahmen eines Versäumnisurteils statt. Grund sind Formfehler in dem Kreditvertrag, die dafür sorgen, dass die Widerrufsfrist von 14 Tagen nicht zu laufen beginnt. Somit ist ein wirksamer Widerruf des Vertrags auch Jahre nach Abschluss noch möglich. Unter dem Strich ergibt sich für die Klägerin folgende Rechnung: Sie hat das Auto gut 2,5 Jahre genutzt und dabei rund 40.000 Kilometer zurückgelegt. Sie zahlt somit rund 70 Euro pro Monat für die Nutzung des Autos. Dem stünden etwa 200 Euro Kosten pro Monat gegenüber, wenn man einen „normalen“ Wertverlust des Autos unterstellen würde – bei Diesel-Fahrzeugen fallen diese Werte aufgrund der Verluste durch die Abgas-Manipulationen regelmäßig noch viel höher aus.

Gegen das Urteil hat die Opel Bank Einspruch eingelegt, so dass es nicht rechtskräftig ist. Dennoch zeigt dieser Richterspruch, genauso wie etliche vorangegangene (siehe hier und hier) das Potenzial, das der Widerruf eines Kredits oder Leasing-Vertrags hat. Insbesondere bei Diesel-Fahrzeugen, die durch den Abgas-Skandal massiv an Wert verloren haben, bietet der Widerruf einer Finanzierung eine wirksame Möglichkeit, den Wertverlust auf die finanzierende Bank zu überwälzen und sich vor Fahrverboten zu schützen.

Der Auricher Opel-Fall zeigt deutlich, dass die Nutzungsentschädigungen, die im Rahmen eines solchen Widerrufs vom Kunden zu zahlen sind, deutlich geringer sind als die Wertverluste, die die meisten Fahrzeuge (und erst recht die Diesel-Autos) zwischenzeitlich erlitten haben.

Deshalb sollten Autobesitzer, die den Kauf ihres Fahrzeugs über Kredit oder Leasing finanziert haben, prüfen lassen, ob sie ein Widerruf aussprechen können. Die Interessengemeinschaft Widerruf bietet diese Prüfung durch erfahrene Anwälte kostenlos und unverbindlich an. Nach unseren Analysen enthält die Mehrheit der Kfz-Finanzierungsverträge Formfehler, die zu einem Widerruf berechtigen. Die Kosten eines Rechtsstreits werden in aller von einer Rechtsschutzversicherung übernommen. Eine solche Versicherung kann sogar noch abgeschlossen werden, solange der Widerruf der Finanzierung nicht ausgesprochen wurde. Näheres erfahren betroffene Verbraucher im Rahmen der kostenlosen Prüfung bei der IG Widerruf.

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