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Weltbank und Prince of Wales beteiligt Was steckt hinter dem Blue Bond der Seychellen?

30.10.2018, 11:46  |  2095   |   |   

Der Klimawandel und die Auswirkungen sind nicht nur in Europa ein wichtiges Thema. Auch Traumstrände, mit klarem Wasser und einer üppigen Flora, fürchten immer mehr die katastrophalen Folgen der Industrialisierung und der Konsumgüterindustrie. Am Montag gaben die Seychellen einen Blue Bond aus, um die "maritimen Ressourcen" zu schützen. 

Die Seychellen sind mit Tourismus reich geworden - der zweite Fokus liegt auf der Fischerei, denn 95 Prozent der Exporte entfallen auf Fischereierzeugnisse. Doch mit dem Erfolg stellt sich eine neue Herausforderung für die 95.000 Einwohner-Nation heraus: Länder mit hohem Einkommen haben keinen Anspruch mehr auf die internationale Hilfe, die den Entwicklungsländern hilft, den Klimawandel zu bekämpfen. Dabei haben die Seychellen mehr zu verlieren als jemals zuvor. 

So rekrutiert dieses Archipel, dass sich 1.000 Meilen nordöstlich von Madagaskar befindet, private Investoren, um sich vor der globalen Erwärmung zu schützen. Eine 15 Millionen US-Dollar umfassende, 10-jährige Staatsanleihe wurde im Rahmen einer Privatplatzierung an drei internationale Investoren verkauft: Nuveen (eine Tochtergesellschaft des Vermögensverwaltungsriesen TIAA), Prudential und Calvert Impact Capital. Das Land erhielt Hilfe bei der Gestaltung der Anleihe von der Weltbank, die als Pionier bei der Verwendung von Green Bonds fungierte, und einer Umweltstiftung, die vom Prince of Wales gegründet wurde, um an den Herausforderungen der Nachhaltigkeit zu arbeiten.

Jennifer Pryce, Geschäftsführerin von Calvert Impact Capital, einem der drei Investoren, die die Anleihe gekauft haben, sagte, es bestehe ein "dringender" Bedarf an Kapital, "um Bedrohungen für die Gesundheit unseres Ozeans zu begegnen". Die Struktur der Anleihe ist ein Weg, um "den Schutz der Meere und die wirtschaftlichen Möglichkeiten in Einklang zu bringen", so Pryce.

Gianfranco Bertozzi, leitender Angestellter beim Finanzministerium der Weltbank, sagte: "Wenn ein Land wie die Seychellen - das sehr weit weg vom Radar ist - das kann, dann ist das auch etwas, was andere tun können". Die Finanzierung durch die International Sustainability Unit des Prince of Wales half den Seychellen, 2014 mit der Arbeit an dem Konzept eines Blue Bond zu beginnen. Die Weltbank hat eine 5-Millionen-Dollar-Garantie auf die Anleihe gegeben.

Die Anleihe "wird den Seychellen sehr dabei helfen, einen Übergang zu einer nachhaltigen Fischerei zu erreichen und unsere Ozeane zu schützen, während wir unsere Blue Economy nachhaltig entwickeln", sagte Vincent Meriton, Vizepräsident der Republik Seychellen.

Die Investoren, die die Anleihe gekauft haben, sagten, sie hofften, dass blaue Anleihen einen ähnlichen Erfolg haben werden wie ihre grünen Cousins, die in diesem Jahr schätzungsweise 200 Milliarden US-Dollar an jährlicher Emission erreichen werden - so Moody's. Die Weltbank ist ein bedeutender Emittent von grünen Anleihen. Das Institut war bis 2016 sehr aktiv - vor allem in den Vereinigten Staaten, wo die Emissionen über 500 Millionen US-Dollar ausmachen. Green Bonds der Weltbank finanzieren Umweltprojekte auf der ganzen Welt.

Es ist der zweite Vorstoß der Seychellen in Richtung Umweltfinanzierung: Anfang des Jahres schuf das Land im Rahmen eines Abkommens von 2016 zwei neue Meeresschutzgebiete, um Schulden i. H. v. 20 Millionen US-Dollar abzuschreiben.

Quelle:

Bloomberg

FT

Investopia



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