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Aktien Europa: Signale für vorsichtigere US-Geldpolitik stützen die Kurse
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Aktien Europa Signale für vorsichtigere US-Geldpolitik stützen die Kurse

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
29.11.2018, 12:11  |  360   |   |   

PARIS/LONDON (dpa-AFX) - Signale für ein vorsichtigeres Vorgehen der US-Notenbank Fed bei künftigen Leitzinserhöhungen haben Europas Aktienmärkten am Donnerstag etwas Auftrieb gegeben. Die Gewinne fielen allerdings nicht so stark aus wie an der Wall Street. Dass die großen britischen Banken den Stresstest der heimischen Notenbank allesamt bestanden, hatte keinen erkennbaren Einfluss auf deren Aktienkurse.

Nach anfangs höheren Gewinnen legte der EuroStoxx 50 gegen Mittag noch um 0,43 Prozent auf 3181,94 Punkte zu. Der französische Cac 40 behauptete ein Plus von 0,60 Prozent auf 5013,04 Punkte und der britische FTSE 100 gewann 0,63 Prozent auf 7048,62 Zähler.

"Wir wissen, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen unserer Zinserhöhungen unsicher sind", sagte Fed-Präsident Jerome Powell am Mittwoch in New York. Es könne bis zu ein Jahr oder mehr dauern, bis die Wirkungen sichtbar würden. Beobachter halten deshalb eine Zinspause im kommenden Jahr für möglich. Höhere Zinsen werden zwar einerseits als Beleg für optimistische Konjunkturerwartungen der Währungshüter gesehen. Sie schmälern andererseits aber die Attraktivität von Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren wie etwa Anleihen.

Im europäischen Branchenvergleich setzten die Technologiewerte am Donnerstag ihre Erholungsrally fort: Mit plus 1,34 Prozent lag deren Subindex im marktbreiten Stoxx Europe 600 erneut vorn.

Als Grund sah ein Händler primär die tags zuvor von der US-Notenbank ausgelöste Rally an der US-Technologiebörse Nasdaq. Der Tech-Sektor sei frühzyklisch und würde von einer weniger restriktiven Zinspolitik der Fed überdurchschnittlich profitieren. "Für die IT-Investitionen der Unternehmen wären weniger stark steigende Marktzinsen eine gute Nachricht", sagte der Händler. Hinzu komme die ausgeprägte Kursschwäche des Sektors in den vergangenen Monaten, die nun eine Erholung begünstige.

Schlusslicht in der Übersicht war hingegen der Index der Immobilienunternehmen, der um 0,79 Prozent nachgab. Hier belastete vor allem der rund 35-prozentige Kurssturz von Intu Properties in London, nachdem ein weiterer möglicher Käufer für den britischen Shoppingcenter-Investor abgesprungen ist. Die Aktie ist zwar nicht im Branchenindex enthalten, belastete aber die Stimmung für den Sektor. Das Konsortium aus den Investment-Gesellschaften Olayan, Brookfield und Peel Group will angesichts der allgemeinen Wirtschaftslage und möglicher starker Schwankungen an den Finanzmärkten nun doch kein Übernahmeangebot für Intu vorlegen.

Beim Triebwerksbauer Rolls Royce sorgte ein Auftrag für einen Kursanstieg von rund ein Prozent. Dagegen büßten die schon zuletzt gebeutelten Titel von Thomas Cook nach endgültigen Jahreszahlen des Reiseveranstalters weitere gut drei Prozent ein. Der heiße Sommer in Europa hatte die Briten tief in die roten Zahlen gerissen.

Die Anteilsscheine von Swiss Life verteuerten sich in Zürich um knapp zwei Prozent. Der Schweizer Lebensversicherer will in Zukunft die Aktionäre deutlich stärker am Erfolg beteiligen als bisher./gl/fba

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