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Devisen: Euro bekommt Auftrieb
Foto: Vladimir Koletic - 123rf

Devisen Euro bekommt Auftrieb

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
05.12.2018, 13:08  |  343   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Kurs des Euro ist am Mittwoch inmitten von Spekulationen über die Art und Weise des Ausstiegs der Europäischen Zentralbank (EZB) aus ihrer lockeren Geldpolitik gestiegen. Am Mittag glich die Gemeinschaftswährung vorangegangene Verluste wieder aus und erreichte ihr Tageshoch bei 1,1358 US-Dollar. Das war etwas mehr als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag noch deutlich höher auf 1,1409 Dollar festgesetzt.

Händler führten den Kursanstieg am Mittag auf einen Medienbericht mit Bezug auf EZB-Kreise zurück, dem zufolge die Notenbanker darüber nachdenken, Geschäftsbanken permanent Langfristfinanzierungen anzubieten. Dies werde im Zusammenhang mit der Frage diskutiert, wie der anstehende Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik bewältigt werden könne, ohne dabei die Refinanzierung von Banken vor allem in Südeuropa zu gefährden. Die Diskussionen befänden sich aber in einem frühen Stadium und würden bei der kommenden Ratssitzung Mitte Dezember keine Rolle spielen.

Bereits Anfang November hatte die Nachrichtenagentur MNI mit Bezug auf Notenbankkreise berichtet, dass man innerhalb der EZB über neue sogenannte Langfrist-Tender (TLTROs) nachdenke. Das Instrument könnte demnach zum Einsatz kommen, falls es zu einem ernsthaften wirtschaftlichen Schock kommen. TLTROs haben eine Laufzeit von bis zu vier Jahren. Die EZB hatte dieses Instrument in der Schulden- und Finanzkrise eingesetzt.

Eine getrübte Stimmung der Unternehmen im Euroraum überraschte unterdessen nicht und konnte somit die Gemeinschaftswährung nicht belasten. Im November ist der entsprechende Indikator des Instituts Markit mit 52,7 Punkten auf den tiefsten Stand seit gut zwei Jahren gefallen. Der Rückgang fällt allerdings nicht ganz so stark aus, wie in einer ersten Runde geschätzt. Die Eurozone stecke weiter in einer Wachstumsdelle, kommentierte Markit-Chefökonom Chris Williamson.

Aus den USA sind im weiteren Tagesverlauf kaum Impulse zu erwarten. Es herrscht nationale Staatstrauer wegen des Todes des ehemaligen Präsidenten George H. W. Bush. Am Abend wird allerdings noch der Konjunkturbericht der Fed (Beige Book) veröffentlicht. Üblicherweise sorgt er aber kaum für Bewegung an den Finanzmärkten./tos/bgf/men

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