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Ausblick 2019: „Titel suchen, die vom Ende des Zyklus profitieren“

Nachrichtenquelle: DAS INVESTMENT
10.01.2019, 10:49  |  415   |   |   
In den USA deutet sich ein Ende des Konjunkturzyklus an. Was bedeutet das für die Entwicklung von US-Aktien? Die Portfoliomanager Don O'Neal und Greg Johnson von Capital Group mit einer Einordnung."Vermutlich geht der Konjunkturzyklus bald zu Ende, aber er kann auch in die Verlängerung gehen. Konjunkturzyklen können lange dauern. Alles hängt von den Fundamentaldaten ab", schätzt Don O'Neal, Portfoliomanager bei Capital Group, die derzeitige Lage ein.
Der Konjunkturzyklus in den USA ist mit am weitesten fortgeschritten: Die Arbeitslosenquote ist so niedrig wie seit 49 Jahren nicht mehr, die Löhne steigen immer schneller und der Inflationsdruck nimmt zu. Zusätzlich hat die US-Zentralbank Federal Reserve (Fed) bereits damit begonnen, die Geldpolitik zu straffen. Und obwohl das alles auf ein Ende des Zyklus hindeutet, ist die US-Konjunktur noch immer stark.
Hohe Bewertungen mindern die Ertragsaussichten
Seit Beginn der Hausse im März 2009 konnte der Standard & Poor's 500 Composite Index knapp 400 Prozent dazu gewinnen –  trotz der irritierenden Volatilität im vergangenen Jahr. Obwohl neben den Aktienkursen auch die Unternehmensgewinne angestiegen sind, haben die Bewertungen seitdem deutlich zugelegt. Wer aber genau hinschaut, kann am amerikanischen Aktienmarkt durchaus aussichtsreiche Titel finden.
Selektion birgt Chancen am US-Aktienmarkt
In den USA sind allerdings nicht alle Marktsegmente gleich bewertet: Da zuletzt insbesondere einige wenige innovative Technologie- und Konsumgüterunternehmen für Kursgewinne verantwortlich waren, sind andere Marktsegmente weniger hoch bewertet. Die Wachstumsprognosen manch anderer Unternehmen sind aber bei weitem schwächer. Das und die höhere Volatilität sind Gründe, warum Investoren bei der Auswahl  amerikanischer Aktien sehr sorgfältig vorgehen. "Ich achte auf Unternehmensgewinne, Aktienbewertungen und Zinsen. Für die nächsten Jahre kann ich mir nur einstellige Erträge vorstellen", berichtet Portfoliomanager Greg Johnson, und fügt hinzu: "Noch gibt es Chancen, aber man muss selektiv sein."
Biotechnologie- und Pharmaaktien haben Potenzial
Interessant könnten insbesondere Biotechnologie- und Pharmaaktien sein. Bislang wurde die Kursentwicklung solcher Unternehmen nämlich von schlechten Schlagzeilen über die Medikamentenpreise gebremst. Da viele Unternehmen aus dem Bereich aber volle Produktpipelines haben, besitzen sie das Potenzial, noch stark zuzulegen. So könnten beispielsweise die Biotechnologieunternehmen AbbVie und Gilead Sciences bald mehrere Krebstherapien zur Marktreife bringen.
Für Investoren macht es Sinn, nach Unternehmen zu suchen, die vom Ende des Zyklus profitieren können. "Wer auf Wachstum setzt, sollte über Unternehmen mit langfristigen Perspektiven und großen Märkten nachdenken", rät Johnson. "Für defensive Strategien können sich Unternehmen eignen, die ihre Dividenden voraussichtlich nicht kürzen."

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