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Sascha Klupp: Immobilienmarkt 2019 – so entwickelt er sich in Deutschland

Gastautor: Rainer Brosy
08.02.2019, 11:41  |  3377   |   |   

Sascha Klupp: Der Immobilienmarkt ist und bleibt dynamisch, auch im Jahr 2019. Wie er sich dieses Jahr entwickeln wird, weiß Immobilienprofi Sascha Klupp. Mehr dazu!

Wohnungen werden vor allem in Großstädten und Ballungszentren auch im Jahr 2019 immer teurer, das weiß auch der erfahrene Immobilienprofi Sascha Klupp. Bildrechte: Sascha Klupp, INTER Stadt- und Wohnungsbau Real Estate GmbH.

Der Aufwärtstrend der Preise für ein Eigeneheim hält auch im Jahr 2019 weiter an. Vor allem im Süden von Deutschland wird der Preis für ein Eigenheim, egal ob Wohnung, Haus oder Doppelhaushälfte, weiter steigen. Im Westen Deutschlands werden ebenfalls Preisanstiege erwartet, allerdings sollen die Preise hier nur langsam in die Höhe gehen. Besonders in Großstädten werden die Preise auch in diesem Jahr weiter steigen.

Leitzins, Immobilienkredite und die Reaktion des Marktes

Eine Umfrage, bei der erfahrene und professionelle Makler und Bauträger befragt wurden, zeigt, welche Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt in diesem Jahr erwartet werden. Rund 80 Prozent der befragten Personen aus der Immobilienbranche erwarten 2019 eine Erhöhung des Leitzinses durch die Europäische Zentralbank. Eine solche Mehrheit bei der Annahme, dass der Leitzins sich erhöhen wird, ist neu. Über die Höhe des Anstiegs sind die Befragten sich aber nicht einig. Etwa 50 Prozent denken es wird lediglich eine leichte Erhöhung des Leitzinses geben, von derzeit null Prozent auf bis zu 0,25 Prozent. Rund ein Drittel, 26 Prozent der befragten professionellen Immobilienvermittler, erwarten einen mittleren Anstieg von 0,25 Prozent bis zu einer Höhe von 0,5 Prozent. Nur etwa vier Prozent gehen von einer starken bis sehr starken Erhöhung des Leitzinses aus. Ein Fünftel der Befragten rechnet damit, dass de Leitzins sich im Jahr 2019 noch nicht erhöhen wird.

Der Leitzins beeinflusst vor allem die Kredit- und Geldmärkte. Sollte sich die Europäische Zentralbank für eine Erhöhung des Leitzinses entscheiden ist es sehr wahrscheinlich, dass es auch einen Anstieg bei den Darlehenszinsen geben wird. In Folge des Darlehensanstiegs würden Immobilienkredite immer teurer werden. Allerdings gehen rund 63 Prozent der Makler und Bauträger, die befragt wurden, davon aus, dass die erwarteten Entwicklungen nur geringe Auswirkungen auf die Immobilienpreise selbst haben werden. Es wird aber nicht damit gerechnet, dass durch in moderatem Rahmen ansteigende Kreditkosten die Immobilienpreise sinken werden.

Stärkste Reaktion im Bereich der Eigenheimkäufe

Über die Hälfte der befragten Bauträger und Makler (53 Prozent) erwarten eine starke Reaktion auf die obigen Entwicklungen vor allem im Bereich der Eigenheimkäufe. Käufer eines Eigenheims könnten bei spürbar steigenden Zinsen versuchen auf die Schnelle noch eine Immobilie zu erwerben. Dieses Vorgehen wird von knapp einem Viertel der Befragten von privaten Kapitalanlegern erwartet. Bezogen auf gewerbliche Kapitalanleger rechnen nur um die 16 Prozent der Befragten mit einer solchen Reaktion auf steigende Zinsen. Aber nicht nur auf Käuferseite werden Reaktionen erwartet, etwa 48 Prozent sind der Meinung, dass Verkäufer von Immobilien bei spürbar steigenden Zinsen versuchen „noch schnell zu verkaufen“.

Während ein Anstieg des Leizinses aktuell erwartet wird, sollen die Preise für Wohnungen sowie Einfamilienhäuser und Zweifamilienhäuser in den kommenden zehn Jahren sinken. Das besagt zumindest eine Studie. Sinken sollen die Preise laut der Studie aber nur in einem Drittel aller deutschen Landkreise, dafür in einem Rahmen von bis zu 25 Prozent. In Regionen, die eher abgelegen liegen, könnte der Preis sogar um ganze 50 Prozent sinken, so zum Beispiel im Osten Deutschlands. Neben Ostdeutschland sind solche Gebiete außerdem:

  • Nordhessen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Niedersachsen
  • Bayern
  • Saarland

Für die erwarteten sinkenden Wohnungspreise und Preise für Ein- und Zweifamilienhäuser gibt es einen einfach Grund, den demografischen Wandel im ländlichen Raum. Weiterhin ziehen immer mehr Menschen in die Ballungsräume, aus diesem Grund gibt es auf dem Land nur noch eine geringe Nachfrage für Immobilien. In den Ballungsräumen steigt dementsprechend die Nachfrage und mit ihr steigt auch der Preis für die eigenen vier Wände.

Wie dynamisch ist der Immobilienmarkt 2019?

Aufgrund verschiedener Faktoren könnte die Dynamik des Immobilienmarktes dieses Jahr etwas nachlassen. Unter anderem führen Immobilienprofis diese Erwartung darauf zurück, dass die Zuwanderung aus dem Ausland zurück gehen wird. Zudem zeigt die aktuelle Entwicklung bereits, dass die Politik immer mehr reguliert. So kommt es 2019 wahrscheinlich zu einer verschärften Mietpreisbremse. Die Auswirkung der Regulierungen ist ein kleinerer Spielraum für die Eigentümer der Immobilien. Die Mieten dürften weiterhin steigen, allerdings wird erwartet, dass sie langsamer steigen dürften.

 

Bildrechte: Sascha Klupp, INTER Stadt- und Wohnungsbau Real Estate GmbH.

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Rainer Brosy
Geschäftsführer
http://www.seoplus.expert/

Rainer Brosy (B.Eng.) betreibt eigene Finanz- und Energieportale und gehört zum Team verschiedener ICO`s.

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