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Ascot Resources: Der nächste Goldproduzent im „Golden Triangle“ Kanadas?

Gastautor: Kai Hoffmann
25.02.2019, 09:14  |  875   |   |   

Ascot Resources schwingt sich mit der Übernahme von IDM Mining zum dominanten Player im südlichen Teil des „Golden Triangle“ auf. Mit mehreren hochgradigen Goldvorkommen, historischen Untergrundminen und einer bereits vorhanden Infrastruktur will man zügig Gold abbauen.

Mehrere hochgradige Goldprojekte in einer Firma

Ascot Resources (0,99 CAD | 0,66 Euro; CA04364G1063) war bis vor einigen Jahren keine der spektakulären Goldexplorer Kanadas. Doch seit rund 18 Monaten weht ein neuer Wind bei der Firma aus Vancouver. Mit Derek White hat ein erfahrener Ingenieur und Manager den Chefposten übernommen. Der Vorstand wurde komplett ausgestauscht und seither geht es Schlag auf Schlag. So verfügt man nach dem Zukauf des Nachbarprojekts Silver Coin zumindest über drei hochgradige Vorkommen auf seinem Flaggschiffprojekt „Premier“. Im Januar gab Ascot dann ein Angebot für die ebenfalls börsennotierte IDM Mining ab, dessen Red Mountain-Projekt nur rund 20 Kilometer östlich liegt. Mittels eines reinen Aktientausches will man die Kräfte der Unternehmen bündeln und mit dem vierten, ebenfalls hochgradige Vorkommen von IDM die Basis schaffen, um hier in den kommenden zwei bis drei Jahren die Goldproduktion aufzunehmen. Die Transaktion selbst ist noch nicht durch, Ende März sollen die Aktionäre dem Zusammenschluss zustimmen. Pro-Forma sieht die neue Kapitalstruktur folgendermaßen aus.

Gute Lage sorgt für niedrige Invesitionskosten

Normalerweise ist es sehr teuer, in diesem Teil der Provinz British Columbias eine Goldmine zu bauen. Eine menschenleere, gebirgige Gegend benötigt hohe Investitionen. Das beste Beispiel hierfür ist die Brucejack-Mine von Pretivm, die insgesamt 800 Mio. Dollar in die Infrastruktur und den Minenbau investieren mussten, bevor man im Juni 2017 den ersten Goldbarren gießen konnte. Doch bei Ascot Resources liegt die Sache anders. Zum einen profitiert man von Pretivms Vorarbeiten. So liegt das Kraftwerk, dass Brucejack mit Strom versorgt, direkt auf dem Premier-Projekt von Ascot. Zudem besteht eine Stromleitung nach Stewart, dem nördlichsten, eisfreien Hafen Kanadas. Somit ist die Versorgung mit Energie gesichert. Zudem musste Pretivm ein eigenes Mining-Camp bauen, da es rund 65 Kilometer nördlich von Stewart liegt. Für Ascot ist das nicht nötig, Derek White will die Arbeiter direkt in dem Ort unterbringen, da er nur rund 20 Kilometer von der eigenen Liegenschaft entfernt liegt (seihe Karte unten).

Boliden hat die Vorarbeit geleistet

Bei der Premier-Mine von Ascot handelt es sich um eine historische Mine. Von den 1920ern bis in die 1950er hinein gehörte sie zu den hochgradigsten Untertage-Goldminen Nordamerikas. Eigentümer war damals die Familie Guggenheim. Die Goldproduktion lebte dann wieder in den 1990ern auf. Der schwedische Mining-Riese Boliden hatte die Liegenschaft per Zukauf von Westmin erworben und baute die moderne Bergwerks-Infrastruktur auf, von der Ascot heute profitiert. So gibt es dort eine Verarbeitungsanlage, Straßen, eine Wasseraufbereitungsanlage, einen Tailings-Damm und natürlich die Untergrundmine mit ihren Schächten. Insgesamt soll Boliden hier rund 800 Mio. Dollar investiert haben. Hinzu kommt, dass auf der Liegenschaft rund 620.000 Bohrmeter gedrillt wurden. Die diversen Mineralisierungen sind also gut bekannt.

Umweltgenehmigung liegt bereits vor

Ende der 1990er aber tauchte der Goldpreis ab, eine Unze kostete damals zeitweise weniger als 300 US-Dollar. Das war auch das vorläufige Ende für die Goldförderung auf der Premier-Mine, sie wurde im Jahre 2001 geschlossen. Da man aber die Kosten für einen Rückbau scheute, den der Gesetzgeber in Kanada bei einer endgültigen Schließung zwingend vorschreibt, wurde die Mine stattdessen Instand gehalten. Sie blieb auf dem Status „Care & Maintenance“, wie es bei den Minern heißt. Dadurch besitzt Ascot auch bereits die Umweltgenehmigung und muss diese nicht neu beantragen. Lediglich die Betriebsgenehmigung muss erneut erteilt werden. Derek White hält dies auch für den größten Unsicherheitsfaktor hinsichtlich der Zeitplanung. Diese Genehmigung wird von der Provinz vergeben. Der Prozess selbst könnte sechs, aber auch zwölf Monate dauern.

Niedrige Investitionskosten, hochgradiges Vorkommen

Parallel aber gilt es, die gute Infrastruktur zu nutzen. Laut White würden sich die Kosten einer Betriebsaufnahme auf rund 50 Mio. US-Dollar belaufen, das ist gerade einmal ein Sechszehntel der Brucejack-Mine. Hauptsächlich muss in die Untergrundmine, die Verarbeitungsmühle sowie in Straßen investiert werden. Zudem muss noch eine Straße zum Red Mountain-Projekt von IDM Mining gebaut werden. Bei einem möglichen Produktionsstart würde die Mühle zunächst von den Vorkommen auf der Ascot-Liegenschaft mit Erz versorgt werden. Das Potenzial ist gewaltig. Zusammen würden die Vorkommen von IDM und Ascot auf eine Ressource mit 2,82 Mio. Unzen Gold kommen. Davon befinden sich 1,37 Mio. Unzen bereits in der höherwertigen Kategorie „measured & indicated“. Derek White möchte damit mindestens zehn Jahre lang eine Goldproduktion von 200.000 Unzen pro Jahr betreiben. Zusätzlich will der Vorstandschef weitere Explorationsarbeiten, sogenannte Infill-Bohrungen, in diesem Jahr niederbringen, um den niedrig-kategorisierten Teil des Vorkommens ebenfalls auf die Stufe „Measured & Indicated“ zu heben. Wie hochgradig die Vorkommen sind, zeigt der Vergleich. Denn sie kommen zusammen auf einen Goldgehalt von durchschnittlich 7,68 Gramm Gold je Tonne Erz! Bei den Goldminen in Australien, Kanada und den USA liegt der Median dagegen nur bei 1,41 g/t, wie die Zahlen von S&P Global und Mining Intelligence zeigen.

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