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Wirecard-Aktie: Wo Investoren und das Papier derzeit stehen

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
23.03.2019, 09:06  |  1968   |   |   

Es ist nach wie vor eine verworrene Situation rund um den innovativen Zahlungsdienstleister Wirecard (WKN: 747206). Nachdem erst vor einigen Handelstagen bekannt geworden ist, dass sich die aktuelle Causa sogar noch auf weitere Staaten wie Indien ausdehnen könnte, ist eigentlich nicht mehr viel passiert. Man könnte, auch mit Blick auf den inzwischen wieder einigermaßen stabilen Chartverlauf, sagen, es wird erneut etwas ruhiger um den Zahlungsabwickler.

Dennoch gab es in den vergangenen Handelstagen durchaus  so einige Schlagzeilen im Kontext der Aktie. Werfen wir daher im Folgenden einen Foolishen Blick auf ein paar aktuelle, relevante Aspekte, die möglicherweise wichtig für alle Anleger sind.

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Neuer, alter Kritiker im Anmarsch

Wie in den vergangenen Tagen bekannt wurde, ist die Causa Wirecard inzwischen um einen weiteren Akteur reicher geworden. Genau genommen hat ein neuer, kritischer Report des Autors Roddy Boyd den aktuellen Verfahrensgang um eine weitere Episode bereichert, was definitiv nicht uninteressant ist.

Boyd hatte mithilfe seiner Southern Investigative Reporting Foundation bereits vor ein paar Jahren auf Unregelmäßigkeiten bei der Great Indian Retail Group (GI) hingewiesen. Und auch in seinem aktuellen Report geht der Autor auf die Unregelmäßigkeiten ein, die hier seiner Ansicht nach im Argen liegen.

Vor allem wenn man die Geldströme der besagten und im Fokus stehenden Übernahme verfolge, sei etwas furchtbar falsch gelaufen im Kontext des innovativen Zahlungsdienstleisters. So seien unterm Strich 287,6 Mio. Euro der gesamten Übernahmesumme von 340 Mio. Euro nicht bei den Eigentümern/Verkäufern angekommen und es sei wichtig, dies kritisch zu hinterfragen.

Da diese neuerliche Wendung allerdings nicht sonderlich neu ist, sondern lediglich die aktuellen Entwicklungen erneut aufgreift, ist die Aktie nicht erneut heftig unter Druck gekommen. Böse Zungen scheinen eh gegenwärtig bereits zu munkeln, dass die aktuelle Dimension der Causa Wirecard auch diesen Kritiker auf den Plan gerufen habe, der ebenfalls seinen Anteil an der Misere abhaben möchte. Auch wenn Autor Boyd mit seiner SIRF, wie gesagt, bereits Anfang des vergangenen Jahres und möglicherweise als Erster auf Unregelmäßigkeiten in Indien verwiesen hat.

Eine große Menge Nix

Eine zweite große Neuigkeit der vergangenen Tage ist das große Nix, das nach wie vor über Wirecard schwebt. Viele Investoren dürften das zwar als durchaus positiv empfinden, allerdings sollten wir an dieser Stelle auch bedenken, dass das Management von Wirecard erst vor knapp zwei Wochen eine glimpfliche Einigung in Aussicht gestellt hat.

Der Markt und die Investoren würden sich sinngemäß schon bald wieder auf die tolle Technologie und das operative Wachstum des Unternehmens konzentrieren können, ließ Wirecard-Chef Braun so via Twitter verkünden, was man in Anbetracht der derzeitigen Gesamtsituation eigentlich nur so interpretieren konnte, dass eine Auflösung der Spannung in nicht allzu weite Ferne gerückt schien.

Nichtsdestoweniger ist seit dieser Twitter-Salve nichts passiert, was auch nur ansatzweise etwas Entspannung gebracht hat. Stattdessen wurde die aktuelle Causa Wirecard, wie oben bereits beschrieben, sogar noch regional erweitert, was natürlich für zusätzliche Verunsicherung gesorgt hat.

Sofern Analysten und Investoren in Anbetracht dieses nicht gerade umsichtigen Verhaltens des Managements langsam verärgert sind, dürfte das wohl inzwischen gut nachvollziehbar sein.

Die Situation bleibt verworren wie eh und je

Wie wir daher leider unterm Strich festhalten müssen, ist die aktuelle Situation rund um den eigentlich innovativen Zahlungsdienstleister verworren wie eh und je. Mehr noch, durch die Ausweitung der bisherigen Vorwürfe, die eigentlich lediglich das Singapurgeschäft betrafen, könnten Wirecard und allen Aktionären noch weitere Wochen und möglicherweise gar Monate der Verunsicherung bevorstehen.

Die verheißungsvolle Ankündigung des Managements scheint somit inzwischen mehr oder minder wirkungslos verpufft zu sein. Aber wer weiß, vielleicht hat die Führungsetage ja noch ein Reservekaninchen im Zylinder, das sie inzwischen auch definitiv benötigen dürften.

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