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Börsensteuer-Diskussion Herr Peeters, was ist falsch an den Aktiensteuer-Plänen von Scholz und Merkel?

02.04.2019, 11:29  |  12863   |   |   

Der Kapitalmarktexperte Roger Peeters sieht die Gefahr, dass die Börsensteuer-Pläne der Bundesregierung den Handel mit deutschen und europäischen Aktien zu stark belasten würden. Die wallstreet:online-Redaktion fragte nach.

Herr Peeters, was meinen Sie mit "drastischen Verschärfungen der Besteuerung von Geldanlagen?" Was genau kommt da auf die Anleger zu?

Sie beziehen sich auf eine kürzlich von mir veröffentlichte Kolumne, bei der ich auf zwei bedenkliche Gedankenspiele hinweise, die momentan in der Politik kursieren. Zum einen wird eine Abschaffung der Abgeltungssteuer auch für Dividenden überlegt, was einer klaren Doppelbesteuerung entspräche. Denn schließlich sind Dividenden Ausschüttungen auf bereits versteuerte Gewinne und werden (noch) genau deshalb milder besteuert. Die andere Überlegung ist eine Wiedereinführung der bereits 1991 abgeschafften Börsenumsatzsteuer. Besonders perfide: Es gibt Überlegungen, den Handel von Aktien in dieser Hinsicht gegenüber dem Handel etwa von Derivaten schlechter zu stellen. Ebenfalls in der Diskussion die nicht minder eigenartige Überlegung, Aktien aus Deutschland oder Europa gegenüber internationalen Werten schlechter zu stellen bei dieser Besteuerung.

Wir bitten um Klartext: Was soll falsch daran sein, Wertpapiergeschäfte zu besteuern?

Es ist ja nicht so, dass "Wertpapiergeschäfte" nicht besteuert werden. So fallen ja durchaus Abgaben auf erzielte Gewinne an. Nun geht es um eine Höherbesteuerung von Ausschüttungen bereits versteuerter Gewinne und das Besteuern auf den reinen Handel, was etwa in Schweden für einen dramatischen Einbruch der Börsenumsätze gesorgt hat und das nebenbei bei einem erstaunlich niedrigen Aufkommen. Deshalb wurde die Steuer dort auch 1992 wieder abgeschafft.  Aber gestatten Sie eine Gegenfrage: Warum soll ausgerechnet der regulierte Handel von Wertpapieren negativ belegt werden, während man etwa genau die Transaktionen schont, die zur Finanzkrise 2009 geführt haben, wie etwa gebündelte Kredite?  Das erschließt sich mir nicht.

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4 Kommentare

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Kommentare

Nur der total verarmte Bürger ist hilflos ausgeliefert, machtlos und 100%ig dem Staat ausgeliefert.

Und genau das ist das Ziel dieser deutschen Regierung.
Mit Volldampf in den Sozialismus, dem Paradies der Politiker.
Aus der Sicht eines privaten Kleinanlegers waere einzig eine zusaetzliche Besteuerung des institutionellen Hochfrequenzhandels akzeptabel.

Alles andere waere ein weiterer Griff in die Taschen der Buerger und eine weitere Beschraenkung von Freiheitsrechten hinsichtlich der Moeglichkeit des kleinen Buerger sich freiwillig und selbstbestimmt eine eigene Altersvorsorge durch Wertpapieranlagen zu schaffen.

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