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Nostalgie im Bahnverkehr: So schön war Bahnfahren früher!

Gastautor: Rainer Brosy
03.04.2019, 11:51  |  329   |   |   

Fahren mit Zügen aus den Zeiten des Wirtschaftswunders

Am Sonntag, den 17. Februar 2019 feierte der legendäre S-Bahnzug 470 128 seinen fünfzigsten Geburtstag. Der Zug gehört zu einem der beiden Museumszüge des Vereins Historische S-Bahn Hamburg e.V.

Der Hauptbahnhof in Hamburg – Ausgangspunkt unzähliger Bahnfahrten. Bildquelle: gpweinreich / Pixabay

Etwa einmal im Monat geht es mit den Mitgliedern des Vereins Historische S-Bahn Hamburg e.V. und einem ihrer Musemszüge auf die Fahrt durch Hamburg. Nostalgiker und Bahnbegeisterte können zum normalen HVV-Tarif einsteigen und sich von dem Charme der nunmehr 40 und 50 Jahre alten Züge verzaubern lassen. Die Strecken und Angebote sind jedes Mal verschieden und können auf der Seite des Vereinsnachgeschlagen werden.

 

Die S-Bahn Hamburg ist seit 112 Jahren Garant für die Mobilität in Hamburg

Die S-Bahn wurde 1907 als elektrische Stadtschnellbahn unter der Führung der damaligen Staatsbahn in Betrieb genommen und befördert seitdem Jahr um Jahr Millionen Menschen. Allein 2018 transportierten die sechs S-Bahn-Linien der S-Bahn-Hamburg GmbH mehr als 280 Millionen Fahrgäste.

Die Gesellschaft ist ein Tochterunternehmen der Deutschen Bahn, jedoch gelten hier leider nicht die ermäßigten Tarife der BahnCard. Mit der BahnCard kann man ansonsten schnell und flexibel Tickets buchen, stornieren oder Sitzplätze reservieren. Wer den Dienst nicht mehr braucht und beenden möchte, kann die BahnCard schnell über Mustervorlagen kündigen, die im Internet zu finden sind.

Am 29. November wurde der Hamburger Verkehrsbund (HVV) von der Deutschen Bundesbahn, der HADAG, den Verkehrsbetrieben Hamburg Holstein und der Hamburger Hochbahngegründet. Der HVV war der weltweit erste Verkehrsbund und betreibt mittlerweile vier U-Bahn-Linien, sechs S-Bahn-Linien, drei A-Bahn-Linien, 696 Buslinien, acht Fährlinien und einen Großteil des Hamburger Streckennetzes, die von den einzelnen Mitgliedern des Bundes verwaltet werden.

Das Bahnfahren war mehr als einfach nur von A nach B zu kommen

In dem Museumszug 470 128 riecht es nach Nostalgie, das Äußere ist kobaltblau lackiert und trägt zur Zierde einen cremefarbenen Streifen. Innen ist viel Holz verbaut, das zusammen mit den blauen Sitzen den Geist der Bahn der späten 60er transportiert. Die Türen werden noch per Hand geöffnet und können auch während des Fahrens aufgesperrt werden. So ist es nicht verwunderlich, dass sich einige der älteren Herrschaften damit rühmen, früher bei der Einfahrt in den Bahnhof noch aus dem fahrenden Zug gesprungen zu sein.

Die historischen S-Bahn-Fahrten erfreuen sich großer Beliebtheit und sind meist ausverkauft. Einigen Fahrgästen kommen sogar die Tränen, erzählt der 1. Vorsitzende des Vereins Dieter Stapel:

„Ich habe da schon einiges erlebt. Es gibt Leute, die erzählen einem mit tränenerstickter Stimme, dass sie mit so einem Zug früher immer zur Arbeit oder zur Schule gefahren sind und dass sie nicht gedacht hätten, dass sie noch einmal Gelegenheit haben würden, das zu erleben. Für die ist das das Ereignis des Jahres.“

Der 66 Jahre alte Dieter Stapel selbst war Bankkaufmann. Jetzt engagiert er sich für den Verein und erfüllt sich einmal im Monat seinen Traum, Schaffner zu sein, sobald die Museumszüge durch die Stadt Hamburg rollen.

Doch nicht nur die Alten begeistern sich für das Bahnfahren. Der Verein zählt zu seinen 115 Mitgliedern auch viele junge Hamburger, die bei den monatlichen Events voller Tatendrang mithelfen, Türen öffnen, Tickets kontrollieren oder auch einen Kaffee servieren.

Das jüngste Mitglied des Vereins Historische S-Bahn Hamburg ist der zwölf Jahre alte Erik Templin. Auf die Frage hin, was er später mal machen will, antwortete er entschlossen, dass er bei der Bahn arbeiten wolle. So gehe es vielen Mitgliedern, die den Verein als geheime Nachwuchsschmiede für die Bahnunternehmen in Hamburg und Umgebung sehen.

Bildquelle: gpweinreich / Pixabay

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