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Marktkommentar: Karen Ward (J. P. Morgan AM): Warum die Verschuldung der Industrieländer zur Belastung werden könnte und die Demographie Fallstricke bereit hält
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Marktkommentar Karen Ward (J. P. Morgan AM): Warum die Verschuldung der Industrieländer zur Belastung werden könnte und die Demographie Fallstricke bereit hält

Nachrichtenquelle: Asset Standard
16.04.2019, 10:00  |  817   |   |   

Abbau von Staatsverschuldung führt nicht automatisch zu Wachstumsrückgang / Zunehmend schwierig in Industrieländern, Überschuss zu erzielen / Zentralbanken sollten unabhängig bleiben und sich vor allem der Inflation widmen

27. März 2019

Die Regierungen vieler Industrieländer haben bisher wenig Handlungsbedarf gesehen, ihre Staatsverschuldung aus der Zeit der globalen Finanzkrise aktiv abzubauen. Dies wirft die Frage auf, ob die hohe Schuldenlast den politischen Druck auf Zentralbanken erhöht. Die Experten von J.P. Morgan Asset Management haben untersucht, welche Maßnahmen in der Vergangenheit zu einem erfolgreichen Schuldenabbau geführt haben, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass diese Problematik in den Industrienationen in den nächsten zehn bis 15 Jahren angegangen wird und wie sich diese Entwicklung auf den Ausblick für das Wachstum und die Finanzmärkte auswirken wird. In ihrem langfristigen Kapitalmarktausblick „Long Term Capital Market Assumptions“ (kurz: LTCMA) kommt das Team um Karen Ward, Chief Market Strategist EMEA bei J.P. Morgan Asset Management, zu dem Schluss, dass der demografische Druck einen erfolgreichen Schuldenabbau sehr schwierig machen dürfte. Zentralbanken werden demnach nicht umhinkommen, weiterhin eine lockere Geldpolitik zu betreiben, um den Regierungen die Last der Schuldendienste zu erleichtern. Dies könnte dazu führen, dass die Unabhängigkeit der Zentralbanken eingeschränkt wird.

Sinkende Staatsverschuldung wird nicht notwendigerweise zur Wachstumsbremse

In der Vergangenheit gab es einige erfolgreiche Beispiele für einen massiven Abbau von staatlicher Verschuldung, die einige gemeinsame Merkmale aufweisen: Neben einem positiven Wachstumsumfeld waren dies vor allem harte politische Entscheidungen zur Kürzung von Leistungen und Sozialausgaben – beispielsweise in Belgien und Kanada in den 1990er Jahren – und eine lockere Geldpolitik, wie etwa in den USA nach dem Zweiten Weltkrieg.

„Es liegt die Schlussfolgerung nahe, dass Staatsschulden zukünftiges Wachstum ausbremsen und dass niedrigere Steuern heute höhere Steuern in der Zukunft bedeuten“, sagt Karen Ward. Ein Blick auf die Historie zeige aber, dass dies nicht immer der Fall sein müsse. So führten einerseits die Kürzung von Leistungen und Sozialabgaben in vielen Fällen zu einer höheren Beteiligung der Erwerbsbevölkerung, wodurch eine Verbesserung auf der Angebotsseite eintrat. Eine straffere Haushaltspolitik ging andererseits mit relativ niedrigen Zinsen einher, wodurch andere Möglichkeiten zur Kompensierung der geringeren Staatsausgaben gestärkt wurden. „Somit scheint es möglich, dass eine hohe Staatsverschuldung gesenkt wird, ohne dass dies zu Lasten des Wachstums geht“, erklärt Karen Ward.

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