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Viel Wind um nichts? Hat Nordex ein großes Margenproblem?

Gastautor: Volker Glaser
18.07.2019, 00:02  |  4873   |   |   

Der Anbieter von Megawatt-Turbinen für die Windkraftindustrie hat bereits ein recht bewegtes Börsenleben hinter sich. 2001 startete Nordex am Neuen Markt. Wenige Jahre später wäre die Firma fast an die Wand gefahren. Es erfolgte eine Rekapitalisierung im Jahre 2005 zu Kursen von 1 Euro je Aktie. Danach entwickelte sich das Unternehmen zu einem echten Überflieger. Im Jahr 2007 handelte die Aktie bei fast 40 Euro, um in den Folgejahren bis 2013 auf Kurse von unter 3 Euro abzustürzen. Danach folgte erneut eine sagenhafte Rally, die zu Kursen von knapp 34 Euro in 2016 führte. Anfang 2017 dann der Schock: Der damalige CEO Lars Bondo Krogsgaard enttäuschte seine Aktionäre mit einer drastischen Umsatz- und Gewinnwarnung für die Jahre 2017 und 2018. Einst sollte Nordex in 2018 einen Umsatz von 4.2 bis 4.5 Mrd. Euro einfahren. Die EBITDA-Marge: Mindestens 10 %. Zunächst wurde die Prognose dann auf einen Umsatz von 3.4 bis 3.6 Mrd. Euro korrigiert bei einer EBITDA-Marge zwischen 7.8 und 8.2 %. Krogsgaard wurde folgerichtig vor die Tür gesetzt. Es sollte aber noch schlimmer kommen. Im Tief des Jahres 2018 handelte die Aktie bei rund 7 Euro. Aktuelle Notiz: 14.20 Euro. Die Aktie hat sich somit seit ihren Tiefs wieder verdoppelt.

Es scheint wieder aufwärts zu gehen bei Nordex. Wir trauen der Rally allerdings nicht so ganz über den Weg. Die Branche der Windkrafthersteller leidet unter einem immensen Margendruck. Projektierer von Windkraftanlagen klagen darüber, dass sie ein wachsames Auge auf ihre Lieferanten haben müssen. Nordex-Wettbewerber Senvion hat eine spektakuläre Pleite aufs Parkett gelegt. Allerdings wird Senvion nicht von der Bildfläche verschwinden, sondern Wettbewerber bleiben.

Die gesamte Branche erlebt derzeit einen großen Nachfrageboom aufgrund der Energiewende, und die Orderbücher füllen sich rege. Nordex macht an der Stelle keine Ausnahme. Das Unternehmen verkündete im 2. Quartal eine wahre Nachfrageflut nach ihren Windenergieanlagen. Kunden bestellten im 2. Quartal Turbinen mit einer Gesamtleistung von über 2 000 Megawatt für Windparkprojekte in insgesamt 12 Ländern. Rund doppelt so viel wie im Q2 des Vorjahres. Im 1. Halbjahr 2019 lag der Ordereingang bei mehr als 3 000 Megawatt. Vor allem die Nachfrage aus den USA ist sehr stark. Beim Marktführer Vestas aus Dänemark sowie bei Siemens Gamesa brummen die Geschäfte. Die Prognosen sehen eine weiterhin starke Nachfrage im globalen Markt für Windkraftanlagen vor. Problematisch ist jedoch, dass sich die Hersteller einen gnadenlosen Preiskampf liefern. Besonders die Konkurrenz aus China schläft nicht und sorgt zudem für Druck bei den Preisen.

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