DAX-0,32 % EUR/USD-0,04 % Gold-0,19 % Öl (Brent)-0,52 %

AUSBLICK 2020/Großmachtanspruch Will Xi Jinping ein 'globales rotes Imperium'?

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
13.12.2019, 14:35  |  143   |   |   

PEKING (dpa-AFX) - Nie zuvor war der Machtanspruch Chinas größer, nie zuvor der Gegenwind so heftig. Doch Xi Jinping lässt sich nicht beirren: "Keine Macht kann den Fortschritt des chinesischen Volkes und der Nation aufhalten", verkündete der Staats- und Parteichef zum 70. Gründungstag der Volksrepublik am 1. Oktober. Mit der gewaltigsten Militärparade in der Geschichte Chinas untermauerte er seinen Großmachtanspruch. Kein Zweifel, niemand hat die Außenpolitik der Volksrepublik so umgekrempelt, keiner seiner unmittelbaren Vorgänger das Land so verändert wie Xi Jinping.

"Ich sehe eine Wiederbelebung von Mao Tsetungs Zeiten", sagt ein europäischer Botschafter zu der neuen Ideologisierung, die an "rote" Tugenden anknüpft. Schmerzlich fühlen sich Opfer der Kulturrevolution (1966-76) an die damalige Gesinnungsschnüffelei erinnert. Wie damals rufen heute Parteivertreter die Manager von Unternehmen zu sich, um zu prüfen, wie gut sie die Worte des "großen Vorsitzenden" kennen. Genauso chinesische Journalisten, die modern per Handy-App ihre Linientreue und ideologische Standfestigkeit nachweisen müssen.

Besonders seit sich Xi Jinping im vergangenen Jahr in der Verfassung verankern ließ, bis an sein Lebensende herrschen zu können, geht die Angst um. Zugleich wurde ein neues Aufsichtsgesetz erlassen, dass monatelange Inhaftierungen und Ermittlungen an der Justiz vorbei gegen alle Staatsbediensteten erlaubt. Seither trauen sich immer weniger, noch ein offenes Wort zu reden. Nicht mehr der Ministerpräsident und seine Minister regieren das Land, sondern Führungsgruppen und Kommissionen der Partei um Xi Jinping.

Schluss mit der Maxime des pragmatischen Reformers Deng Xiaoping, wonach sich China außenpolitisch bedeckt halten und auf den richtigen Zeitpunkt warten sollte. Xi Jinping sieht ihn längst gekommen. Er will China wieder zur früheren Größe in der Welt führen. Zur Erfüllung seines "chinesischen Traums" soll die Initiative der "neuen Seidenstraße" (Belt and Road) den wirtschaftlichen und politischen Einfluss ausdehnen - selbst in die Arktis. Für seine Investitionen fordert China Ergebenheit von den Ländern, die profitieren - oder zumindest stillschweigende Duldung.

Seite 1 von 2
Diesen Artikel teilen
Wertpapier

Mehr zum Thema
Klicken Sie auf eines der Themen und seien Sie stets dazu informiert. Mehr Informationen hier.
HandelUSAChinaLandXi Jinping


0 Kommentare

Schreibe Deinen Kommentar

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren. Anmelden | Registrieren

 

Disclaimer

Aus der Community
LUS Wikifolio-Index Performance von Kryptowährungen Index Zertifikat Open-End (LASW)
Chart: arniarni

Meistgelesene Nachrichten des Autors

Titel
Titel
Titel
Titel