Die Quartalszahlen zeigen es: ProSiebenSat.1 Media hat, trotz einmaliger Chance, weiterhin Probleme

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
02.08.2020, 08:46  |  298   |   |   

Die Aktie von ProSiebenSat.1 Media (WKN: PSM777) hat seit geraumer Zeit gewisse Probleme: Insbesondere das Streaming zerstört weiterhin die Geschäftsgrundlagen im Bereich des klassischen TVs. Weniger Einschaltquoten führen zu geringeren Einnahmen sowie auch zu geringeren Ergebnissen.

Hin und wieder wird die Aktie befeuert von Spekulationen, dass sich Deals in der Medienlandschaft abzeichnen könnten. Mediaset gilt insgeheim wohl auch weiterhin als Favorit auf einen Kauf des ehemals deutschen DAX-Konzerns. Ob es dazu kommen wird? Man darf spekulieren.

Im Rahmen der Berichtssaison zeigt sich jetzt allerdings: ProsiebenSat.1 Media hat weiterhin gigantische Probleme. Und das, obwohl es eigentlich im zweiten Quartal eine Chance gegeben haben könnte. Lass uns das im Folgenden einmal etwas näher erörtern.

Die schwächelnden Quartalszahlen

Wie ProSiebenSat.1 Media jetzt im Rahmen der Quartalsberichtssaison festhalten musste, sind wesentliche Kennzahlen erneut eingebrochen. Und das teilweise sogar stark: So gaben die Umsätze im Jahresvergleich um 25 % auf 709 Mio. Euro nach. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen fiel hingegen auf bloß noch 23 Mio. Euro. Nach einem Vorjahreswert von 213 Mio. Euro, wohlgemerkt.

Netto ist ProSiebenSat.1 Media unterm Strich sogar in die Verlustzone gerutscht. Das bereinigte Nettoeinkommen belief sich auf -52 Mio. Euro, nach einem Vorjahreswert von 85 Mio. Euro. Das kriselnden Medienunternehmen schiebt das wiederum auf die Auswirkungen des Coronavirus. Da hilft es allerdings auch nicht, dass der kleinere Bereich Nucom Group ein Umsatzplus von 5 % vorweisen konnte. Sowie dass sich nach Ansicht des Managements der Fokus auf das Kerngeschäft auszahlen würde. Immerhin sei die Total Video Viewtime im Jahresvergleich um 3,4 % gestiegen.

Insgesamt sehen die Verantwortlichen zwar eine Erholung im Werbegeschäft. Gekürzte Ausgaben für TV-Werbung hätten jetzt die Ergebnisse belastet. Aber trotzdem: Die Quartalszahlen und die finanziellen und auch die nichtfinanziellen Kennzahlen zeigen: Die Probleme bei dem Medienunternehmen nehmen einfach nicht ab.

Eine einmalige Chance …?

Tatsächlich hätte ProSiebenSat.1 Media jetzt womöglich vor einer größeren Chance stehen können. Vor allem im zweiten Quartal, wo in der Anfangszeit das Coronavirus noch das öffentliche Leben beherrscht und auch die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung stark eingegrenzt hat. Im Bereich der Streaming-Dienste und Dienstleistungen hat das zu einem zuletzt starken Wachstum geführt.

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