Aktienmarkt-Crash 2.0: Ein perfekter Sturm braut sich zusammen

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
12.09.2020, 21:04  |  2847   |   |   

Es war nicht weniger als ein verrücktes Jahr für die Wall Street und die Investoren. Die Panik und Unsicherheit, die durch die beispiellose Pandemie der Coronavirus-Krankheit COVID-19 ausgelöst wurde, ließ den S&P 500 (WKN:A0AET0) in knapp fünf Wochen zunächst um 34 % fallen. Die 17 Kalendertage, die es dauerte, bis der Index von einem Allzeithoch in die Baisse fiel, sowie die rund vier Kalenderwochen, die es dauerte, bis die Verluste insgesamt mehr als 30 % betrugen, sind beides Rekorde.

Wir waren jedoch auch Zeugen der heftigsten Rallye in der Geschichte des S&P 500. Es dauerte weniger als fünf Monate, bis der Index alle seine Coronavirus-Crash-Verluste wieder ausgeglichen hatte. Zum jetzigen Zeitpunkt liegt er trotz der Verluste dieser Woche im bisherigen Jahresverlauf immer noch höher.

Historisch gesehen hat es sich als klug erwiesen, in Zeiten der Korrektur Aktien zu kaufen. Das liegt daran, dass jede Korrektur in der Geschichte der Aktienmärkte schließlich durch eine Rallye wieder ausgeglichen wurde. Wenn die Anleger geduldig genug und sorgfältig genug bei der Auswahl großartiger Unternehmen sind, begünstigt das Wachstum der Betriebsgewinne die Anstiege der Aktienbewertung im Laufe der Zeit.

Hohe Bewertungen allein rechtfertigen keinen Börsenkrach

Aber nachdem ich Zeuge eines der heftigsten Bärenmarkt-Crashs in der Geschichte der Aktienmärkte und seiner anschließenden Erholung war, kann ich nicht umhin, das Gefühl zu haben, dass die Wall Street für Enttäuschungen gerüstet ist.

Viele Leute, mich eingeschlossen, haben auf die Bewertung als Grund hingewiesen, um sich Sorgen um einen zweiten Börsencrash zu machen. Das Shiller-Kurs-Gewinn-Verhältnis – ein Kurs-Gewinn-Verhältnis, das auf den durchschnittlichen inflationsbereinigten Gewinnen der letzten 10 Jahre basiert – liegt derzeit bei 33. Es hat nur dreimal eine beträchtliche Zeit über einem KGV von 30 verbracht: kurz vor der Großen Depression, kurz vor dem Platzen der Dot-Com-Blase und kurz vor der Ohnmacht im vierten Quartal Jahr 2018. Mit anderen Worten: Ein Shiller KGV über 30 ist in der Regel eine schlechte Nachricht.

Andererseits haben wir aber auch gelernt, dass die Bewertung ein willkürlicher Indikator für Unternehmen sein kann. Dominante Akteure in einer Branche wie Amazon, Netflix und Shopify schenken traditionellen Fundamentaldaten wenig Beachtung und steigen weiter.

Im Allgemeinen ist die Bewertung keine ausreichende Rechtfertigung für einen Börsencrash.

So sieht ein perfekter Sturm für Aktien aus

Das bedeutet jedoch nicht, dass die Börse einen Freibrief erhält. Im Moment gibt es drei monumentale Indikatoren, die den Aktien nichts Gutes verheißen. Sogar mit einer außergewöhnlich zahmen Federal Reserve, die der Börse Wind in die Segel bläst, scheint sich ein perfekter Sturm zusammenzubrauen, der die Aktien in den kommenden Monaten nach unten ziehen könnte.

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