ROUNDUP Reiche als Krisenprofiteure: Vermögen wachsen auch in Corona-Krise

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
23.09.2020, 13:12  |  511   |   |   

FRANKFURT (dpa-AFX) - Selbst eine Pandemie hat Gewinner. "Im Moment hat die Geldpolitik die Vermögen gegen Corona quasi immunisiert", erklärt Ludovic Subran, Chefvolkswirt der Allianz . Zentralbanken rund um den Globus fluten die Märkte mit billigem Geld, Staaten legten milliardenschwere Hilfspakete auf. All das schirme private Geldvermögen "vor den Folgen einer Welt in Unordnung ab" - so das Fazit der Ökonomen des Versicherungskonzerns.

Es sei daher sehr wahrscheinlich, dass die Menschen weltweit auch im Jahr der Corona-Krise reicher werden - zumindest in Summe. Für das Gesamtjahr 2020 rechnet die Allianz mit einem Anstieg der globalen Geldvermögen um 3,3 Prozent auf 198 Billionen Euro.

Im vergangenen Jahr ließen boomende Aktienmärkte die Vermögen kräftig steigen. Sparer könnten sich "in erster Linie bei den Zentralbanken bedanken", sagte Subran am Mittwoch: Mit 25 Prozent Plus stellten die von der Geldschwemme angeheizten Börsen alles in den Schatten. Weltweit legte das Bruttogeldvermögen der privaten Haushalte den Allianz-Berechnungen zufolge zum Vorjahr um 9,7 Prozent auf 192 Billionen Euro zu. Dies sei das stärkste Wachstum seit 2005 gewesen.

Allerdings: Die Kluft zwischen reichen und armen Ländern habe sich wieder vergrößert, die Welt bleibe "ein sehr ungleicher Ort", stellt die Allianz fest. Die reichsten zehn Prozent - 52 Millionen Menschen in den 57 untersuchten Ländern - besitzen demnach zusammen rund 84 Prozent des gesamten Vermögens. Und das eine Prozent der Superreichen darunter besitzt fast 44 Prozent der Gesamtsumme - durchschnittliches Geldvermögen abzüglich Schulden: mehr als 1,2 Millionen Euro.

Dass sich die Schere zwischen Arm und Reich schon vor der Corona-Krise weiter geöffnet hat, sehen die Autoren des Berichts mit Sorge: "Die Pandemie wird sehr wahrscheinlich die Ungleichheit weiter vergrößern." Denn anders als Industriestaaten können ärmere Länder wirtschaftliche Rückschläge nicht so leicht wieder aufholen.

Für die elfte Ausgabe ihres "Global Wealth Report" hat die Allianz Daten zu Geldvermögen und Verschuldung privater Haushalte in 57 Staaten zusammengetragen. Berücksichtigt wurden Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapiere sowie Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionsfonds, nicht jedoch Immobilien. Abzüglich von Schulden erhöhte sich das Geldvermögen der Haushalte in den untersuchten Staaten 2019 um 11,1 Prozent auf netto 146 Billionen Euro.

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