Vertical Group Holding Führungsspitze von BNP Paribas MUSS nach Malta kommen, um in einem Fall von angeblichem Antisemitismus und Korruption vernommen zu werden, entscheidet das Gericht nach längerem Rechtsstreit um ihre Anwesenheit

Nachrichtenquelle: Business Wire (dt.)
22.10.2020, 01:05  |  285   |   |   

Der CEO und der Chairman von BNP Paribas wurden zum Erscheinen vor einem maltesischen Gericht aufgefordert, wo sie Fragen zur angeblichen Beteiligung der französischen Bank an einem höchst umstrittenen Geschäft in Malta und zu schwerwiegenden angeblichen ethischen, rechtlichen und beruflichen Verstößen in der Bank beantworten sollen, wie die Vertical Group Holding heute mitteilte.

Jean-Laurent Bonnafé und Jean Lemierre, zwei der prominentesten Führungskräfte Frankreichs, werden als Zeugen vor Gericht zu ihrer Rolle in einem mutmaßlichen Plan der BNP Paribas zur Diskreditierung eines Finanziers britisch-israelischer Herkunft aussagen müssen, der die Bank wegen ihrer eingestandenen Verwicklung in zahlreiche kriminelle Aktivitäten, einschließlich der Geldwäsche für sogenannte Paria-Regimes, kritisiert hatte.

Jacob Agam erhebt zusammen mit der in Malta ansässigen internationalen Private-Equity-Gruppe Vertical Group Holding, deren Vorsitz er innehat, eine Zivilklage gegen die beiden Männer und gegen die BNP selbst, weil die Bank die Vermögenswerte des Unternehmens vorsätzlich und unrechtmäßig vernichtet haben soll. Die BNP und ihre Führungskräfte bestreiten die Behauptung.

Agam gibt an, von der Bank ins Visier genommen worden zu sein, nachdem er öffentlich und privat Bedenken hinsichtlich ihrer Rolle in einer Reihe von Kontroversen geäußert hatte. Dazu gehörte eine strafrechtliche Verurteilung der BNP im Jahr 2014 durch die US-Regierung wegen der unrechtmäßigen Abwicklung von Transaktionen im Wert von mehreren Milliarden Dollar für sanktionierte Regimes im Zusammenhang mit Terrorismus und Völkermord.

In einer für ein führendes französisches Unternehmen ungewöhnlichen Entwicklung wurden Bonnafé und Lemierre zu einer Anhörung als Zeugen im nächsten Monat geladen, nachdem Vertical eine gerichtliche Vorladung gegen sie erwirkt hatte. Gerichtsvollzieher stellten ihnen die Vorladung im September im Pariser Hauptsitz der 41-Milliarden-Euro-Bank zu. Es ist eines der ersten Male seit der globalen Finanzkrise, dass die Spitzenmanager einer Großbank und nicht mehr nachgeordnete Führungskräfte verpflichtet sind, in Zivilverfahren öffentlich als Zeugen auszusagen.

Die von Vertical und Agam eingereichte Klage stützt sich in richtungsweisender Form auf eine Richtlinie der Europäischen Union aus dem Jahr 2012, die es einem Einwohner oder Unternehmen eines EU-Mitgliedsstaats ermöglicht, sein Heimatgericht anzurufen, um Beschuldigte in einem anderen EU-Mitgliedsstaat zu verklagen. Bonnafé und Lemierre wurden vom Gericht darüber informiert, dass sie sich der Missachtung des Gerichts schuldig machen, wenn sie der Vorladung nicht Folge leisten und nicht am 3. November im Gerichtsgebäude in Valletta, Malta, vor dem vorsitzenden Richter, dem ehrenwerten Joseph Zammit McKeon, erscheinen.

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