Bringt China die Alibaba-Aktie jetzt zu Fall?

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
17.11.2020, 11:25  |  2048   |   |   

Es sollte der größte Börsengang der Geschichte werden. So plante der chinesische Megakonzern Alibaba (WKN: A117ME) für Anfang November 2020 in Shanghai und Hongkong mit seiner Finanztochter Ant Group einen IPO, durch den etwa 34,5 Mrd. US-Dollar eingenommen werden sollten.

Kritik wird zum Fallstrick

Doch ganz überraschend, quasi über Nacht, wurde er am 3. November 2020 abgesagt. Die Gründe dafür sind sehr wahrscheinlich nicht im Unternehmen selbst zu finden, sondern extern. So ist China eine kommunistische Diktatur, die für Kritiker nicht viel übrighat. Davor sind selbst einheimische Großkonzerne und deren Gründer nicht gefeit.

Jack Ma (Alibabas Gründer) war mutig und äußerte sich auf einer Finanzkonferenz, bei der auch ranghohe Politiker zugegen waren, negativ über die chinesische Finanzaufsicht. Sie würde „Innovationen abwürgen“, so sein Vorwurf. Zudem verglich er chinesische Banken mit „Pfandleihhäusern“. Selbst wenn die Aussagen den Tatsachen entsprechen, werden sie in China nicht toleriert.

So folgten im Anschluss sogenannte „regulatorische Interviews“, die vom Staat angeordnet wurden. Alibaba könnte darüber hinaus zum Verhängnis werden, dass die Regierung den Abbau von monopolartigen Marktstellungen plant. Alibaba ist derzeit Chinas größte Onlinehandelsplattform.

Sammelklagen könnten folgen

Für Alibaba entstehen in Folge der Absage des Börsengangs viele weitere Probleme. So fühlen sich jetzt bestimmte ausländische Investoren betrogen. Speziell in den USA verdienen Anwaltskanzleien sehr viel Geld mit Sammelklagen, die nun Prozesse gegen Alibaba anstreben. Aber auch in Hongkong sind Sammelklagen in der Vorbereitung.

Ob sie Erfolg haben werden, ist noch offen, denn bisher ist für die Anleger kein großer Schaden entstanden. Die Alibaba-Aktie hat lediglich etwas korrigiert und ist nicht in sich zusammengebrochen.

Konkret wird dem Konzern Wertpapierbetrug vorgeworfen. So soll die Ant Group einzelne Voraussetzungen für einen Börsengang in Shanghai und Hongkong nicht erfüllt haben, was schwer glaubhaft ist. Zudem wird dem Unternehmen vorgeworfen, die regulatorischen Änderungen in Hongkong, die auf Ant Group starke Auswirkungen haben, nicht ausreichend gewürdigt haben. Daraus folgern die Anwälte, dass somit auch Alibabas Wachstumsaussichten übertrieben positiv dargestellt wurden.

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