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Das große Bild Staat und Inflation

Der schleichenden Enteignung durch die Inflation lässt sich nur mit Sachwertinvestments begegnen.

Manifestation der Verantwortungslosigkeit

In zahlreichen Ausgaben der letzten Jahre haben wir einen wichtigen Punkt herausgearbeitet, der für viele – einige Vertreter der Österreichischen Schule befinden gar: für fast alle – Fehlent­wicklungen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ursächlich ist. Wir reden vom Staat, der unserer Ansicht nach in seiner ­heutigen Form die Manifestation der Verantwortungslosigkeit darstellt. Diese Feststellung mag für neue Leser befremdlich wirken, ­sehen sie doch gerade im Staat jene fürsorgliche und sich um vielerlei Belange kümmernde Instanz, die allein für die Bürger gemacht ist und eingreift, wenn Not am Mann ist. In dem Maße, wie dies tatsächlich geschieht, scheint es für den Einzelnen immer ­weniger notwendig, sich um sein Umfeld zu kümmern. Das von Natur aus selbstverantwortliche und soziale Wesen des Menschen wird ­damit in zunehmendem Maße an den Staat „outgesourct“. Die ­Austrians sprechen hierbei vom sogenannten Nanny-Staat (eng. „nanny“ = Kindermädchen). Über die Zeit wird dies in eine Art ­Sozialismus münden. Mehr zu diesem Phänomen lesen Sie z.B. in unserer Bei­lage zum Heft 1/2020, „Schöne neue Welt – Über ­Geldsozialismus und Kulturmarxismus“ (über unsere Website abzurufen), aber auch im Bericht über die Konferenz des Mises Institut Deutschland mit dem Titel „Die Verheißungen des Sozialismus“.

An dieser Stelle wollen wir jedoch die philosophische ­Blickweise zurückstellen und uns die zwei wesentlichen Auswirkungen des (Geld-)­Sozialismus für die Anleger vor Augen führen: Da wäre zum einen die permanente Kaufkraftminderung des Geldes, ­landläufig als Inflation bezeichnet, und zum anderen die direkten Staatsein­griffe in das Leben und die Depots der Bürger. Letzteres wird in unserer Titelgeschichte „Kapitalschutzreport 2021“ behan­delt. Die Inflation soll unser Thema im Nachfolgenden sein.

Es werde Geld

Die Inflation, besser gesagt Teuerung, ist einer der Haupttreiber an den Börsen und hinter vielen anderen Entwicklungen. Aber wo liegt die Ursache dieser Inflation? Die meisten Menschen ­würden die „bösen Unternehmer“ als Preistreiber und damit als ­Schuldige bezeichnen. Tatsächlich entsteht eine allgemeine Teuerung aber erst dann, wenn sich das Geldmengenwachstum von der Entwicklung der Realwirtschaft entkoppelt hat – und zu einer solchen „Geldüberproduktion“ ist langfristig nur der Staat, aber nicht die Unternehmen fähig. So haben sich die Konsumentenpreise in den ersten rund 140 Jahren des Bestehens der Vereinigten Staaten mehr oder weniger seitwärts entwickelt (siehe Abb. 1). Erst mit der ­Gründung der amerikanischen Zentralbank Federal Reserve im Jahre 1913 wurde die Preisentwicklung dauerhaft auf ein ­höheres Niveau angehoben: Denn durch das damit etablierte Teilreserve­system konnte die Staatsverschuldung nun nachhaltig ausgedehnt werden. Man spricht hier auch vom Fiatgeld, was so viel ­bedeutet wie „Es werde Geld“ („Geld aus dem Nichts“). Und nur vor ­diesem Hintergrund können auch der Erste und der Zweite Weltkrieg gesehen werden, deren Finanzierung ohne das Fiatgeldsystem niemals möglich bzw. rasch zu Ende gewesen wäre.


Zu den Jubiläen 100 Jahre Fed und 50 Jahre Schließung des
Goldfensters erschien Smart Investor jeweils mit einer Titelgeschichte

Dollar ohne Deckung

Aber erst mit der „Schließung des Goldfensters“ im Jahre 1971, also der Entkoppe­lung des Dollar von den US-Goldreserven, war der Staatsverschuldung Tür und Tor geöff­net. Infolgedessen zog die Inflation massiv an. Diese Gedanken belegen schlüs­sig, dass Teuerung durch die ungehinderte Verschuldung des Staats ­zustande kommt, welche erstens nur durch das Vorhandensein einer Zentralbank (seit 1913) und zweitens durch die Loslösung der Währung von einem Deckungsstock (seit 1971) ermöglicht wird. Der Vollständigkeit halber müsste man noch ein drittes Datum nennen, ab dem die Zentralbankpolitik schließlich völlig außer Rand und Band geraten ist. Die Rede ist vom Jahr 2009: Damals sind die wichtigsten Zentralbanken inmitten der Finanz­krise dazu übergegangen, Geld sozusagen im Kurzschluss zu erzeugen (nicht mehr in Abb. 1 zu sehen). Waren bisher die Geschäftsbanken notwendig, um über die Ver­gabe von Krediten neues Geld in die Welt zu bringen, konnten dies ab 2009 Fed, EZB & Co. über die sogenannten Quantitative-Easing-Programme im Alleingang bewerk­stelligen. Damit ging die Gelddruckorgie in eine neue Dimen­sion über, in deren Folge die Geld- und Verschuldungsmengen geradezu explodierten. Am Beispiel Deutschlands erläutert unser Gastautor Volker Nied auf S. 12 die ungeheuerlichen Verschuldungsdimensionen.

Handlungsempfehlungen

Wenn die Inflation das derzeit bedeutendste Thema für die ­Anleger ist, dann lassen sich daraus auch entsprechende Handlungsempfehlungen ableiten. Die wichtigste lautet: Sachwert schlägt Geldwert. So lautete folgerichtig auch das allgemeine Credo auf der Konferenz „World of Value“, die am 23.10.2021 in Frankfurt statt­fand. Zwar sind Immobilien und Aktien als klassische ­Sachwerte zu bezeichnen, beide Assetklassen zeigen aber bereits deutliche Überhitzungserscheinungen. Und wie sieht es mit Edelmetallen aus? Oft lässt sich hierzu vernehmen, dass Gold doch schon so teuer sei, immerhin notiert es in der Nähe seines Allzeithochs. Darauf hat Robert Vitye, Gründer und Chef des Wiesbadener Edelmetallhändlers SOLIT (siehe auch S. 51), eine gute Antwort: Gemäß der Überlegung, die er auf der World of Value ­entwickelte, ist Gold aktuell so günstig wie noch nie seit der Schließung des Goldfensters vor ziemlich exakt 50 Jahren (Abb. 2). Dazu ­wurde der Goldpreis um die seither dramatisch verlaufende Geldmengen­ausweitung „bereinigt“. Nicht einmal 10% der Weltgeldmenge ist demnach aktuell durch Gold unterlegt – wie gesagt: der ­tiefste Wert seit 1971.

Was bremst den Goldanstieg?

Natürlich stellt sich die Frage, warum der Goldpreis nicht schon längst die exorbitanten Steigerungen bei der Geldmengenentwicklung nachvollzogen bzw. eskomptiert hat und damit heute nicht weitaus höher steht. Zwei wesentliche Punkte dürften hierfür sprechen: Zum einen ist Gold seit vielen Jahren immer wieder das Ziel von Manipulationen – wir berichteten mehrfach darüber. Die für die Gelddruckorgie verantwortlichen Zentralbanken und Regierungen können per se kein Interesse an einem steigenden Goldpreis haben; insofern sind diese auch als die Initiatoren der Manipulationen zu sehen – natürlich über geeignete Mittelsinstitute. Bereits mehrere Manipulationen sind gerichtsfest aufgedeckt worden (Smart Investor berichtete).

Ein weiterer Belastungsfaktor für die Entwicklung des Gold­preises dürfte im Auf­kommen des Bitcoin bzw. allgemein der Kryptowährungen zu sehen sein. Aufgrund der Limitierung der Bitcoins auf maximal 21 Mio. Stück gewinnt diese Digital­wäh­rung in gewisser Weise einen Sachwertcharakter, wie der Bestsellerautor Marc Fried­rich auf der World of Value ­erläuterte. Dadurch aber konkurriert der Bitcoin mit Gold, wenn es um Kapital­flucht aus dem bestehenden Fiatgeldsystem geht. Mittler­weile liegt die gesamte Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen bei rund 2 Bio. USD, wobei ca. die Hälfte davon allein auf den Bitcoin entfällt. Damit machen Bitcoin & Co. rund ein Fünftel des aktuellen Werts der weltweiten Goldbestände in ­Höhe von fast 10 Bio. USD aus.

Negative Realzinsen

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Nachrichtenquelle: Smart Investor
25.11.2021, 14:00  |  364   |   |   

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