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Zittern vor Greenspan

Gastautor: Klaus Singer
09.06.2005, 13:40  |  2460   |   |   
Die Bullen hatten in den vergangenen beiden Tagen zur Party eingeladen. Am Dienstag kamen die Gäste zwar noch zahlreicher als gestern, aber auch da riss die Vorstellung nicht viele mit. Es gelang trotz aller Mühen nicht, wichtige Marken zu erobern – im S&P 500 etwa die Aufwärtslinie aus März 2003. Während am Dienstag wenig Verkaufsbereitschaft erkennbar war, wackelten die Bullen gestern etwas mehr.

Niemand will sich zu weit aus dem Fenster lehnen – heute spricht Greenspan über die Konjunkturperspektiven. Zudem erhoffen sich die Akteure nach den zuletzt ins Kraut geschossenen Gerüchten Aufschluss über ein mögliches (vorzeitiges) Ende oder zumindest eine Pause des Zinserhöhungszyklus in den USA. Zur Schwäche der US-Aktien gestern trug noch bei, dass die Bush-Administration ihre Prognose für das BIP in 2005 um 0,1 auf 3,4 Prozent zurückgenommen hat. Gleichzeitig wurde die Erwartung hinsichtlich der Entwicklung des CPI um 0,9 auf 2,9 Prozent nach oben revidiert.

Der gestrige Ölmarktbericht offenbarte einen Rückgang der Rohölvorräte um 3,0 Millionen Barrel. Auch die Benzinvorräte haben sich im Wochenvergleich leicht verringert. Die Vorräte an Destillaten hingegen konnten weiter um 1,3 Millionen Barrel aufgestockt werden. Der Ölpreis reagierte daraufhin etwas erratisch – am Ende des Tages notierten insbesondere die Futures tiefer.

Der US-Großhandelsumsatz erhöhte sich im Monatsvergleich um 1,5 Prozent, das ist der stärkste Zuwachs seit 13 Monaten. Die Lagerbestände wuchsen um 0,8 Prozent, Volkswirte hatten einen Anstieg um 0,4 Prozent prognostiziert nach plus 0,4 Prozent im Vormonat. Das Verhältnis der Lagerbestände zum Umsatz liegt bei 1,18 nach zuletzt 1,19. Ein Jahr zuvor lag das Verhältnis bei 1,14.

Die Technologie fühlte sich inspiriert von einer Aufstockung der Prognosen von Texas Instruments. Zudem hat der Branchenverband der Chip-Hersteller, die Semiconductor Industry Association (SIA), seine Prognosen für den weltweiten Umsatz der Branche in 2005 auf 226 Mrd. Dollar hoch gesetzt und rechnet jetzt in 2008mit einem Marktvolumen von 309 Mrd. Dollar. Der Halbleiter-Index SOXX profitierte deutlich.

In den vergangenen Tagen beherrschte das Währungsgeschehen weiterhin die Szene. Der Euro versuchte gegenüber dem Dollar eine müde Korrekturbewegung weg von 1,22, schaffte es gestern auch kurz über 1,23, fiel aber dann zurück. Recht wahrscheinlich, dass er bald die Region von 1,20 testet. Parallel zog sich der Goldpreis wieder zurück. Nachdem der Dollar in den vergangenen Tagen Schwäche gegenüber dem Yen aufbaute, erstarkte er gestern parallel zum Rückfall des Euro wieder .
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