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Smart Investor Weekly 24/2009 Wenn der Willmeier mit der Steiner löbelt – Dunkle Wolken am Aktienhimmel

Gastautor: Ralf Flierl
09.06.2009, 17:29  |  1732   |   |   
Haben Sie’s gestern im TV gesehen? Der SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier zu Gast bei Anne Will mit dem Sendungsthema „Arbeitsplätze um jeden Preis?“.

Hoffnung für Herrn Löbel
Mit Vehemenz verteidigt er die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung der letzten Wochen, insbesondere im Fall Opel. Auch als Ihm der Unternehmer Dirk Martin vorwarf, ein „Kanzlerkandidat der Opelmitarbeiter“ zu sein und letztendlich die Steuergelder zu verschleudern, blieb der Politiker gelassen und ruhig. Mit den üblichen Beschwichtigungen eines Volksvertreters konterte er jeden Angriff und wies auf die tragende Rolle seines Amtes hin. Immerhin hat er ja die Verantwortung für die vielen Menschen in unserem Land und er wird sich auch „weiterhin weigern wegzuschauen, wenn so viele Existenzen bedroht sind“. Solche Statements beruhigen den verängstigten Wähler. Als dann noch zum Ende der Sendung Herr Löbel, ein Arbeitslosengeld-II-Empfänger, seine persönliche Krise darstellen darf, ergreift Steinmeier die Chance und reicht Ihm die helfende Hand. Immerhin bietet er „2 bis 3 Ideen in der Region Rostock an“, die Herrn Löbel wieder in Arbeit bringen sollen. Noch nichts konkretes, aber immerhin ein bisschen was. So endet die Sendung, mit Hoffnungen für Herrn Löbel auf einen neuen Arbeitsplatz und dem guten Gefühl, dass die Politiker dem „kleinen Mann“, genau so wie dem multinationalen Unternehmen, aus der Patsche helfen. Dass die Hoffnung meist zuletzt stirbt, sei hier nur am Rande bemerkt.

Enttäuschte Hoffnungen
Hoffnungen auf die Politik hatten auch die Mitarbeiter und das Management von Arcandor. Die Staatsbürgschaft in Höhe von 437 Mio. EUR wurde letzte Woche noch abgelehnt und nachdem der Konzern seine Mietzahlungen für die Karstadt-Kaufhäuser eingestellt hat, schien die Krise in die Endphase zu kommen. Die Mitarbeiter versuchten zwar noch am Sonntag mit einer Mahnwache in den meisten deutschen Innenstädten auf Ihre prekäre Situation hinzuweisen, genutzt hat es jedoch recht wenig. Schon am Montag flohen die Anleger reihenweise aus dem Wert, was die Aktie in der Spitze über 40% einstürzen lies. Heute schließlich reichte das Unternehmen anstatt eines neuen Antrags auf Staatsbeihilfen den Insolvenzantrag bei dem zuständigen Amtsgericht in Essen ein. Damit ist der Fall für den Staat noch nicht vom Tisch, denn jetzt ermittelt der Staatsanwalt wegen Insolvenzverschleppung gegen Vorstandschef Eick.
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