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Währungsreform und Neuordnung des Systems, Teil 2

Gastautor: Marktorakel
27.04.2014, 11:09  |  20676   |   |   

Heute wollen wir der Frage nachgehen, wie die Neuordnung des Finanz- und Wirtschaftssystems im Westen aussehen könnte.

Das es auf dem Weg zu einer Neuordnung wohl zu einer Währungsreform kommt, pfeifen ja schon die Spatzen von den Dächern. Zuletzt Frau Lagarde in Davos, wo sie doch recht unverblümt von Schuldenschnitten und Enteignung von Sparvermögen sprach. Normalerweise hält man doch so etwas bis zuletzt geheim. Aber offenbar geht man davon aus, die Schafsherde bleibt insgesamt ruhig.

Die USA müssen etwas tun. Rohstoffe gegen einen immer schwächeren Dollar wollen andere nur noch ungern abgeben. So hat man die Tapering-List ausgepackt, die erst einmal wieder die Verhältnisse aus amerikanischer, bzw. westlicher Sicht, zurecht rückt.

Die EU hat Angst vor der Wahl eurokritischer Parteien in das Europa-Parlament. Was liegt näher, als gewisse Parteien auszuschließen oder vorher für klare Verhältnisse zu sorgen?

Der optimale Zeitpunkt wäre demnach im Frühjahr/Sommer 2014. Die Zeit läuft davon.

Gestern sprachen wir von dem großen gemeinsamen Markt, der Freihandelszone mit den USA und Europa. Der auch Länder, wie Kanada, Mexiko und durchaus einige andere wichtige Player aus Lateinamerika betrifft oder in Zukunft betreffen kann.

Wenn man als Blogger an die Freihandelszone denkt, dann kommen einem unwillkürlich Gedanken, wie Monsanto-Saatgut, gechlorte Hühnchen, Gentechnik und allerlei andere Dinge, die man nicht gut findet. Also zumindest geht es mir so.

Auf der Seite Russlands oder Chinas und der Brics könnte man natürlich auch in eine eurasische Zone eingehen. Davon gehen nicht wenige Systemkritiker aus. Aber haben wir dann wirklich die Partner im Boot, die optimaler sind, als die bisherigen?

Und: Wie wahrscheinlich ist den so etwas? Die nationalen und europäischen Eliten haben, meines Wissens nach, derartiges nicht vor. Und dann gibt es ja noch die Krise um die Ukraine. Gewiss kein Zufall, aus amerikanischer Sicht.

Es ist auch nicht vorgesehen, zurück zum reinen Nationalstaat zu gehen. Nach Meinung des Establishments haben diese Strukturen zu Kriegen und Verwerfungen geführt. Zudem glauben unsere Leader nicht, dass die Zukunft darin liegt, als kleiner oder mittlerer Staat den Wettbewerb mit Ländern wie China in der Zukunft aufzunehmen. 

So ganz scheint man aber Deutschland und auch Frankreich nicht zu trauen, auch andere Wege zu gehen, sei es als Große Schweiz oder doch in einer Eurasischen Zone aufzugehen. Deshalb auch die massive und beispiellose Überwachung. Deutschland soll im Westen gehalten werden. Nicht ohne Eigennutz, versteht sich.

Deutschland ist das ökonomische Power-Center Europas und dann die USA auf der anderen Seite.

Es gilt nunmehr sich nicht nur zu entschulden, die IWF-Präsidentin sprach sogar von einem Reset. Also einem Systemabruch, eiem Neustart.

Neben der Währungsreform, welche doch nur noch konsequent ist, gilt es die Vormachtstellung des Westens zu sichern. Oder zu retten, was noch zu retten ist.

Was liegt näher, als eine gemeinsame Weltleitwährung aus Euro und Dollar zu bilden? Eine Art Währungs-PEG, es muss nicht einmal eine gemeinsame Währung sein. Die Schweiz hat das in der Euro-Krise beispielsweise in Form eines SFR/EUR-PEGS vorgeführt. So wie die Vorläufer des Euro, sind gewisse Schwankungen erlaubt, ansonsten wird interveniert. Übrigens hält man auch deshalb so stark am Euro fest.

Damit hätte man es zunächst geschafft, glauben die Eliten. Denn wenn es nicht klappt, steht der Wohlstandsvorsprung des Westens vollends auf dem Spiel. Mit allen Konsequenzen.

Die Wiedereinführung einer D-Mark oder anderer Nationalwährungen und die Rückabwicklung aus der EU, kann doch nur erfolgen, wenn diese Reform scheitert.

Die BRICS und andere Gegner dieser Idee, werden versuchen dagegen Sturm zu laufen. (Gegner muss man ja nur sein, wenn man wie China haufenweise Dollar und US-Staatsanleihen besitzt).

Daher muss aus strategischer Sicht des Establishments unbedingt die Freihandelszone EU + NAFTA her, die einen konkurrenzfähigen Absatzmarkt mit über 1 Milliarde Konsumenten generiert. Zudem kann man sich notfalls gegenüber den Forderungen der Kreditoren aus dem Ausland notfalls abschotten. Das dürfte vor allem den Amerikanern in die Hände spielen.

Ein weiterer 'Vorteil', man hat mit den USA die stärkste Militärmacht im Rücken.

Könnte Deutschland so einfach aus dem Euro und der EU austreten? Sie erinnern sich, als die Euro-Krise auf dem Höhepunkt war, flog der US-Finanzminister zu seinem deutschen Kollegen nach Sylt, wo dieser gerade Urlaub machte.

Deutschland ist voll gebrieft. Wir sind keine Unschuldslämmer, sondern Mitkonstrukteure der Neuen Ordnung, aber auch Handlanger. Und damit das auch sicher so bleibt, ist die totale Überwachung Deutschlands und seiner Eliten aus amerikanischer Sicht notwendig. Dieser Aufwand hat nichts mit persönlicher Neugierde des US-Präsidenten und seiner englisch-sprachigen Verbündeten zu tun.

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Kommentare

Zu guter Letzt sollte dieser Beitrag noch mit den nötigen Grafiken ergänzt sein, möchte den folgenden Link gern einfügen.
Ein extrem Lesenswerter Artikel; Freihandelsabkommen /Lohndumping und die Stellung der Gewerkschaften dazu.
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/04/27/freihandel-der-grosse-turbo-fuer-das-globale-lohn-dumping/

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