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E.ON: Großer Deal als Befreiungsschlag?

Gastautor: Holger Steffen
14.10.2016, 08:00  |  1268   |   |   

Am gestrigen schwachen DAX-Tag konnte sich die Aktie von E.ON als eine von wenigen im Plus halten. Eine derartige relative Stärke ist oftmals ein Vorbote einer starken Performance, wenn der Wind am Gesamtmarkt dreht. Bei E.ON gibt es allerdings einen Haken.

Dass die Aktien von E.ON zuletzt wieder verstärkt ins Visier der Anleger gerückt sind, dürfte zum einen an den optisch hohen Kursverlusten der letzten Monate liegen, die den Eindruck erwecken, dass der Wert ausgebombt ist.

Zum anderen hat der gelungene Börsengang von Innogy für eine Belebung gesorgt, die RWE-Tochter ist schließlich ähnlich ausgerichtet, aber deutlich höher bewertet.

Das liegt an dem Manko der Atomlasten, RWE hat die Tochter frei von diesem Ballast in die Unabhängigkeit entlassen, während E.ON in die Abspaltung Uniper nur die konventionellen Aktivitäten - ohne den Atombereich - einbringen durfte.

Darum dreht sich nun alles um den großen Atomdeal, der in Kürze zum Abschluss gebracht werden soll. E.ON müsste dann zur Jahreswende rund 10 Mrd. Euro in Cash aufbringen.

Die Rückstellungen liegen aber nur bei 8 Mrd. Euro, daher wird nun munter über die nächsten Schritte zur Deckung der Lücke spekuliert. Als Option, die frisches Kapital bringen soll, wurde zuletzt eine Abspaltung der Netzsparte gehandelt, das wurde aber von E.ON postwendend dementiert. Eine Kapitalerhöhung als Notlösung wurde hingegen nicht ausgeschlossen.

Wir gehen davon aus, dass die Aktie zunächst positiv reagieren wird, wenn der Atomdeal endlich in trockenen Tüchern und die Unsicherheit damit aus dem Markt ist. Der Titel hat so stark gelitten, dass allein technisch dann eine substanzielle Gegenbewegung fällig ist. Eine mögliche umfangreiche Kapitalerhöhung bleibt allerdings ein Risikofaktor, der Longengagements in der Aktie einen stark spekulativen Charakter verleiht.

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