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Worauf man bei Minenaktien 2017 achten sollte

Nachrichtenquelle: The Motley Fool
09.01.2017, 13:00  |  3433   |   |   

Bis Anfang 2016 ging es im Minensektor in erster Linie um die fallenden Rohstoffpreise. Da viele Rohstoffe seit Anfang 2016 wieder steigen haben die Investoren die Aktienkurse von Unternehmen wie Teck Resources (WKN:858265) und Vale (WKN:A0RN7M) nach oben getrieben. Diese Unternehmen produzieren Eisenerz, Gold, Kupfer und metallurgische Kohle. Natürlich möchte man auch im Jahr 2017 immer ein Auge auf die Rohstoffpreise werfen, aber es gibt deutlich mehr, was man nicht außer Acht lassen sollte. Hier sind vier vielleicht sogar wichtigere Dinge, die man beachten sollte. Immerhin scheint der Minensektor das Schlimmste jetzt hinter sich zu haben.

Es kommt auf den Preis an, aber…

Wenn man es mit einem Minenunternehmen zu tun hat, dann ist der Kurs dieses Unternehmens sehr wichtig für die Investoren. Man kann die Tatsache nicht ignorieren, dass Barrick Gold (WKN:875450) zwischen Januar und Juli um 180 % gestiegen ist, da dies der Goldpreis von 1.060 US-Dollar pro Unze auf 1.372 US-Dollar im selben Zeitraum auch getan hat. Der Rückgang von Barrick von fast 33 % zwischen August und November stand in direktem Zusammenhang mit den fallenden Goldpreisen.

Man muss immer die Rohstoffpreise im Blick haben, aber es gibt noch soviel mehr, was man beachten sollte.

1. Schadenskontrolle

Minenkatastrophen sind unmöglich vorherzusehen, aber sobald es einmal soweit ist, hat man mit diesem Problem noch sehr lange zu kämpfen. Darum sollte man auch immer auf die Samarco Mine in Brasilien schauen. Vale und BHP Billiton (WKN:850524) besitzen die Mine zu je 50 %. Dort hatte ein massiver Durchbruch die umliegenden Höhlen mit Minenabfällen überflutet. Ganze Städte wurden dabei zerstört und Menschen mussten sogar dabei ihr Leben lassen.

Es gibt jetzt bereits eine Einigung, aber die Sache ist noch nicht vorbei und wird auch nicht so schnell vorbei sein. Vor Gericht wurde die Katastrophe schon mit der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko verglichen. Selbst nachdem der Endpreis festgesetzt ist, werden die Kosten noch über viele Jahre ihre Spuren in der Bilanz hinterlassen, daher wird man nach der Beilegung dieser Angelegenheit noch lange mit den Nachwirkungen zu kämpfen haben. Man sollte eine Auge auf Samarco haben, wenn man Vale oder BHP besitzt und die Fortschritte solcher Angelegenheiten auch bei anderen Minenaktien immer im Blick haben.

DAS FORT HILLS ÖL SAND PROJEKT IM BAU. BILDQUELLE TECK RESOURCES

2. Neue Projekte

Man sollte auch immer die Wachstumspläne einer Mine im Blick haben. Vale arbeitet z.B. jetzt gerade an einer neuen Eisenerzmine mit dem Namen S11D. Gleichzeitig hat das Unternehmen aber noch mit Samarco zu tun. Aber Vale ist natürlich nicht das einzige Unternehmen, das in die Zukunft investiert.

Teck Resources zeigt wie wichtig diese Sache ist. Das kanadische Minenunternehmen hat sich historisch gesehen auf Kohle zur Stahlherstellung, Kupfer und Zink konzentriert. Vor ein paar Jahren aber gab das Unternehmen grünes Licht für einen kanadisches Öl Sand Projekt, bevor die Ölpreise in den Keller stürzten. Die Investoren sind besorgt, dass die Finanzen des Unternehmens diese Investition nicht überleben könnten. Wenn ein Minenunternehmen eine neue Mine baut, dann gibt es jede Menge Kosten und zunächst keine Renditen, bis die Mine anfängt zu produzieren. Das geschieht aber meistens erst mehrere Jahre nach dem Bau.

Teck besitzt 20 % des Fort Hills Öl Sand Projektes, Total besitzt knappe 30 % und Suncor Energy den Rest. Die Mine soll 2017 online kommen und innerhalb eines Jahres den vollen Betrieb aufnehmen. Das bedeutet, dass Teck zusammen mit seinen Partnern endlich eine Rendite sehen wird. Wenn Fort Hills ein Erfolg wird, dann wird das das Geschäft von Teck massiv verändern und einen vierten Rohstoff zum Mix mit hinzufügen. In der Zwischenzeit scheint Teck den Abschwung im Rohstoffbereich überstanden zu haben und investiert in ein großes neues Projekt.

Das ist aber nicht das einzige große Minenprojekt, das aktuell anläuft. Daher sollte man immer auch ein Auge auf die Fortschritte haben, die deine Minenunternehmen mit ihren Investitionen gerade machen.

3. Konzentriert bleiben

Kosteneinsparungen waren das große Thema, als die Rohstoffpreise sanken. Zum Beispiel konnte Cliffs Natural Resources (WKN: A0RBDY) die Kosten der verkauften Produkte im Jahresvergleich in Q3 um 13 % senken. Obwohl der Preis für Eisenerz in letzter Zeit relativ stark war, ist das Unternehmen weiterhin darauf konzentriert, die Kosten gering zu halten. Es könnte mit den Preisen vielleicht wieder abwärts gehen.

Das ist nur menschlich. Wenn es gerade gut läuft, dann freuen wir uns und geben leichter Geld aus. Das hat dazu geführt dass Cliffs und viele andere Unternehmen finanzielle Probleme bekommen, wenn die Rohstoffpreise einbrechen. Sie haben einfach zu viel ausgegeben, als es gut lief und dann waren sie schlecht vorbereitet, als es nicht mehr so gut lief. Man sollte sich aber nicht nur auf die Kosteneinsparungen konzentrieren sondern auch auf die Disziplin des Managements. Wenn das Management einer Mine in den guten Zeiten aus dem Feiern nicht mehr heraus kommt, dann könnte das zu schlechten Zeiten für die Investoren führen.

4. Schuldenreduktion und Veräußerung von Vermögenswerten

Das bringt uns gleich zum nächsten Punkt: Das unsanfte Erwachen nach den guten Zeiten. In diesem Fall bedeutet das Schuldenabbau. Das Vorzeigeunternehmen hierbei ist wahrscheinlich Freeport-McMoRan (WKN:896476), das jede Menge Schulden aufgenommen hat, als es in den Bereichen Öl und Gas expandieren wollte… kurz bevor die Ölpreise einbrachen. Seither arbeitet das Unternehmen mit Hochdruck daran, die Scherben wieder zusammen zu kehren.

Das bedeutet die Kosten zu senken, aber was noch wichtiger ist, auch Vermögenswerte zu verkaufen und die Schulden zu reduzieren. Das Unternehmen machte 2016 einige Fortschritte, indem es endlich Käufer für einige Vermögenswerte im Bereich Öl finden konnte. Dadurch konnten die Schulden in den ersten neun Monaten 2016 um 1,6 Milliarden US-Dollar reduziert werden. Die Verkäufe von Vermögenswerten aus dem vierten Quartal sollten helfen, die Schulden noch weiter zu senken.

Aber Freeport ist nicht allein auf weiter Flur. Das Projekt S11D von Vale hat z.B. dazu geführt, dass sich das Unternehmen auf Verkäufe von Vermögenswerten konzentriert hat. So kann das Unternehmen Schulden abbauen, die aufgenommen wurden, um neue Vermögenswerte zu schaffen. Wenn deine Investition aus dem Minenbereich versucht Vermögenswerte zu verkaufen oder Schulden abzutragen, dann solltest du genau aufpassen, welche Fortschritte das Unternehmen 2017 macht. Selbst wenn die Rohstoffpreise stark bleiben, werden viele Minenunternehmen weiterhin daran arbeiten müssen, ihre Schulden zu senken.

5. Viele bewegliche Teile

Ja die Rohstoffpreise sind ein wichtiger Wachstumsfaktor für die Kurse von Minenaktien. Aber sie sind nicht das einzige, worauf es ankommt. Wenn du ein Minenunternehmen besitzt oder dich für diesen Bereich interessierst, dann solltest du ein Auge auf die Nachwirkungen von Minenunglücken, Investitionen in neue Projekte, die Disziplin des Managements und Schuldensenkung haben. Wahrscheinlich wird zumindest ein Faktor aus diesem Quartett bei jedem Minenunternehmen eine Rolle spielen. Das zweifelhafte Glück von manchen Unternehmen wie Vale besteht allerdings darin, dass sie sich allen vier auf einmal widmen müssen.

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The Motley Fool besitzt Cliffs Natural Resources, Companhia Vale und Freeport-McMoRan Copper und Gold. Motley Fool empfiehlt Total.

Dieser Artikel wurde von Reuben Brewer auf Englisch verfasst und wurde am 03.01.2016 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf fool.de veröffentlicht.

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