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"Dr. Doom" Marc Faber: Langfristig werden US-Werte unter Trumps Abschottung leiden

30.01.2017, 14:22  |  2924   |   |   

Der Autor des "Gloom Boom Doom"-Reports, Marc Faber, glaubt, dass sich die jüngste Trump-Rally auf lange Sicht ins Gegenteil verkehren wird. "Jeder mit einem Gehirn" wird seine US-Werte jetzt so langsam überdenken, hieß es am Montag von dem bärigen Börsenprofi.

Zugegeben, so eine Faber-Nachricht stimmt selten extrem optimistisch. Denn hauptsächlich prophezeit der Schweizer Börsenexperte in seinem monatlichen Gloom-Boom-Doom-Report am liebsten Crashs, Rezessionen und zum Platzen verdammte Spekulationsblasen. Weil er damit in der Vergangenheit aber oft genug richtig gelegen hat, schenkt ihm die Finanzwelt dennoch besonderes Gehör.

So wurde Faber am Montag bei einem "CNBC"-Interview einmal mehr zu Donald Trumps neuesten Machtdemonstrationen befragt - und wie sich diese langfristig auf die Märkte auswirken könnten. Tatsächlich überlegen ja mittlerweile einige, ob die anhaltende Trump-Rally angesichts seiner umstrittenen Erlasse überhaupt noch Sinn macht (mehr dazu unter anderem hier und hier). 

Die kurze und knappe Antwort Fabers dürfte hierbei wohl lauten: Nö. Denn Abschottung führt zu nichts. "Protektionismus, das garantiere ich Ihnen, wird der USA nicht guttun", sagte der Fondsmanager. Schon Mitte Dezember prophezeite er dem US-Erzrivalen China einen klaren Sieg, sollte es zu einem Handelskrieg zwischen den beiden Ländern kommen. In seinem Wahlkampf hatte Trump der Volksrepublik mit Einfuhrzöllen auf deren Produkte von bis zu 45 Prozent gedroht. Blöd nur: So extrem wichtig sind die Staaten für chinesische Exporteure nun auch wieder nicht. 

Wohl aber wichtig sind den großen Tech-Konzernen aus dem Silicon Valley ihre Mitarbeiter. Um diese sorgt sich nunmehr so mancher Firmenchef, hat Trump es doch zeitweise solchen Menschen verboten in die USA zu reisen, die aus den mehrheitlich muslimisch geprägten Ländern Syrien, dem Irak, Iran, Jemen, Sudan, Somalia und Libyen stammen. Ob sie vorher schon Green-Card-Besitzer waren oder nicht, kümmerte zunächst nicht. Als das Präsidialamt in Washington am Samstag mitteilte, dass Inhaber einer Green-Card nun doch einreisen dürfen (unter dem Vorbehalt, dass sie sich einer Sonderprüfung unterziehen müssen) hat die Führung des Suchmaschinen-Betreibers Google nicht lange überlegt und ihre im Ausland befindlichen Mitarbeiter ins Land zurückgerufen. 

"Ich denke, dass das Einreiseverbot langfristig einen sehr negativen psychologischen Effekt auf den Dollar und auf US-Werte haben wird", konstatierte Faber heute in Bezug auf das umstrittene Dekret. Seiner Meinung nach sollten Investoren diese Assetklassen daher besser shorten und stattdessem im Bereich der Schwellenländer auf steigende Kurse setzen. "Jeder mit einem Gehirn dürfte nun seine Sichtweise über die USA als Safe Haven überdenken und die Befürchtungen mit einpreisen, dass sie dank Trumps protektionistischer Politiken den Zugang verlieren", fügte er hinzu. 

70 Dollar dürften demnächst drin sein: Ölpreisanstieg voraus! Dauer-Pessimist Marc Faber überrascht mit positiven Aussichten
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Kommentare

Marc Faber bringt es wieder einmal auf den Punkt.

Mein Gehirn sagte mir tatsächlich, dass ich mich von Amerika ganz verabschieden sollte. Nun gut, ich habe im neuen Jahr alle Positionen schon überprüft und stellte fest, dass die Welt ohne Amerika an der Börse keinen Spass mehr macht. Ich muss also; ob ich will oder nicht; eine andere Alternative suchen. NiNa

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