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Wer gewinnt die Wahl? Feiert der DAX eine Wahl-Rally bzw. eine Merkel-Rally?

Gastautor: Volker Glaser
24.09.2017, 00:29  |  1931   |   |   

Der Sonntagabend ist ja in Fernseh-Deutschland traditionell "Tatort"-Zeit. Einer der wenigen Fixpunkte in der sich immer weiter partikularsierenden Gesellschaft, der feste Formen und Zeiten abgehen, und in der immer alles möglich sein muss. Von abgelegenen Landstrichen mal abgesehen haben sich Deutschland und seine multikulturellen Bewohner versprengt in Gruppen, Grüppchen, Strömungen und Bewegungen. Das große Ganze des Gemeinwesens wird dabei oft aus den Augen verloren, sei es wissentlich, sei es gewollt.

Oder denken Sie, verehrte Vorstandswoche-Leser, es ist ein Zufall, dass kaum ein Infrastrukturprojekt von nennenswerter Größe oder Reparaturen der selbigen (Stichwort Straßenbau) durchkommen bzw. pünktlich abgewickelt werden? Ich möchte nicht vom Berliner Großflughafen oder der Elbphilarmonie sprechen, sondern denke an die vielen kleinen Dinge, die auch in meiner Region nahe der Schwäbischen Alb im Argen liegen.

Doch zurück zum Sonntag. Da war ich schon überrascht, dass rund 13 Mio. Menschen das TV-Duell zwischen „Mutti“ Angela (Merkel) und dem „Heiligen“ Martin (Schulz) verfolgt haben. Je nach politischer Couleur wird der Ausgang interpretiert. Ich wage mal die Prognose, dass die Amtsinhaberin bleibt, schlimmstenfalls auch die Große Koalition, wenngleich es auch Chancen gibt, dass die untote FDP wieder mitmischt - beim Wahlvolk vielleicht aus Mangel an Alternativen. Eine Merkel-Rally könnte dann kommen, muss es aber nicht. In Frankreich können wir ja beobachten, wie schnell Volkes Gunst bei marketingorientierten Politikern schwindet. Was wir hier brauchen ist Bewegung in der Sache, und die sehe ich weder bei Mutti noch beim Heiligen Martin. Bitter.

Dieser Artikel ist erstmals in Vorstandswoche Nummer 102 am 4. September 2017 erschienen. 

www.vorstandswoche.de

 

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Kommentare

"In Frankreich können wir ja beobachten, wie schnell Volkes Gunst bei marketingorientierten Politikern schwindet."

Ist "marktorientiert" gemeint oder tatsächlich die ironische Variante "marketingorientiert"?

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