Guten Tag zusammen,
allen ist bekannt, wie schwierig es ist, ein neues Medikament auf
den Markt zu bringen.
Trotz der Milliarden, die in die Forschung investiert werden, ist
die Entwicklung eines Blockbuster-Medikaments äußerst selten. Es
hängt nicht nur davon ab, dass genügend finanzielle Ressourcen
zur Verfügung stehen und die klügsten Köpfe der Branche daran
arbeiten. Bis zur letzten Sekunde bleibt eine solche Entwicklung
immer auch mit einer großen Portion Glück verbunden.
Santhera besitzt bereits ein zugelassenes Medikament, das meiner
Ansicht nach ein Blockbuster-Potenzial (nicht nur) im
pädiatrischen Bereich hat – obwohl andere Kortikosteroide
deutlich günstiger auf dem Markt erhältlich sind.
Auf dem Portal ClinicalTrials müssen alle klinischen Studien
registriert werden.
Wenn ihr dort nach Vamorolone sucht, werdet ihr feststellen, dass
bereits im Jahr 2020 (oder früher) eine Studie zur Behandlung der
Colitis ulcerosa angemeldet wurde, die später wieder
zurückgezogen wurde (withdrawn). Soweit mir bekannt ist, geschah
dies aufgrund mangelnder Finanzierung.
Colitis ulcerosa ist keine seltene Erkrankung. Im Gegenteil. Die
Zahl der Betroffenen steigt von Jahr zu Jahr.
Darüber hinaus gibt es zwei weitere Erkrankungen, die der Colitis
ulcerosa ähneln: Morbus Crohn und das Reizdarmsyndrom.
Wenn bereits einmal versucht wurde, Vamorolone in diesem
Krankheitsbereich zu entwickeln, kann man durchaus spekulieren,
dass ein zukünftiger Entwicklungsversuch erneut in diese Richtung
gehen könnte.
Gemäß den Verkaufsbedingungen mit Catalyst liegt die Auswahl
neuer Indikationen sowie die vollständige Finanzierung der
Studien beim Lizenzkäufer, der heute Angelini Pharma ist.
Das gesamte finanzielle Risiko der klinischen Studien trägt somit
Angelini. Nur im Erfolgsfall ist Santhera berechtigt, auf die
Studiendaten zuzugreifen und diese für Zulassungen in der EU und
im Rest der Welt (ROW) zu nutzen.
Außerdem sollte berücksichtigt werden, dass sich bei einer
Zulassung neuer Indikationen der Patentschutz in der EU und den
USA um bis zu fünf Jahre verlängern kann. Das würde den
Patentschutz in der EU bis 2040 und in den USA bis 2045
ausdehnen.
Kortikosteroide gehören weltweit zu den 20 am häufigsten
verschriebenen Medikamentengruppen – mit weiterhin steigender
Tendenz.
Ausgehend von den oben genannten Punkten ist die aktuelle
Bewertung von Santhera für mich nicht nachvollziehbar.
Ein fairer Wert des Unternehmens im Fall eines Verkaufs sollte
zwischen 90 und 100 CHF pro Aktie liegen.
(Disclaimer: Es handelt sich um meine subjektive Meinung und
Darstellung und sollte nicht als ein Ratschlag jeglicher Art
verstanden werden)