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Interviews: Leo Willert (ARTS):„Mit Trendfolgern behalten Anleger auch in turbulenten Zeiten einen kühlen Kopf“
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Interviews Leo Willert (ARTS):„Mit Trendfolgern behalten Anleger auch in turbulenten Zeiten einen kühlen Kopf“

Nachrichtenquelle: Asset Standard
04.12.2017, 00:00  |  436   |   |   

Wenn es ums Geld geht, werden häufig Entscheidungen aus dem Bauch getroffen. Trendfolgeansätze können dabei Abhilfe schaffen, meint Leo Willert.

Im Interview mit DAS INVESTMENT erläutert Leo Willert seinen verstärkten ETF-Einsatz, Chancen auf dem zinsarmen Rentenmarkt und eine voll flexible Aktienquote.

Die Aktienmärkte laufen prächtig. Warum sollten Menschen trendfolgende Fonds kaufen?

Viele Menschen werden emotional, wenn es ums Geld geht. Die Verlockung, Investitionsentscheidungen aus dem Bauch zu treffen ist oft sehr groß. Auf der einen Seite steht die Lust auf das schnelle Geld, die zu riskanten Investments verleitet. Auf der anderen Seite lauert die Angst, Geld zu verlieren, die dazu führen kann, die besten Chancen an den Märkten zu verpassen. Beide Strategien sind in der Regel nicht zielführend. Das trendfolgende Arts-Handelssystem sorgt dafür, dass Anleger auch in Zeiten unberechenbarer Märkte einen kühlen Kopf bewahren. Denn niemand weiß, an welchen Märkten in den kommenden Monaten und Jahren die Trends wechseln oder welche Märkte boomen und welche einbrechen werden. Gefragt ist mehr denn je eine flexible, trendfolgende Sektor-Rotations-Strategie. Gemeint ist damit eine Anlagestrategie, die über Regionen und Branchen hinweg Chancen in den einzelnen Märkten nutzt, aber bei Rückschlägen und Trendbrüchen auch schnell und konsequent aussteigt

Sie bieten neben gemischten Strategien auch reine Rentenfonds an. Wo findet Ihr Modell noch Gelegenheiten auf den Rentenmärkten?

Aufgrund des aktuellen Niedrigzinsumfelds stehen Investoren im Rentenbereich vor einer großen Herausforderung. Aktuelle Rentenpapiere, vor allem sichere Bundesanleihen, bringen kaum einen Zinsertrag und sollten die Zinsen zukünftig angehoben werden, wird sich das negativ auf die Kurse bestehender Rentenpapiere auswirken. Deshalb wird Flexibilität in der Veranlagung auch im Rentenbereich immer wichtiger. Der C-Quadrat Arts Total Return Bond kann seit jeher in sämtliche Bereiche (Bundesanleihen-, Unternehmensanleihen-, Hochzins- und Schwellenländeranleihefonds) und dies ohne Einschränkungen auf Laufzeiten, Regionen und Währungen investieren. Aktuell sind wir vor allem in Hochzins- bzw. Schwellenländeranleihefonds engagiert. Zu den größten Performancebringern im letzten Quartal zählten der Nordea 1 – European High Yield Bond gefolgt vom Euro High Yield Corporates der Deutschen Asset Management.

Ihre Trendfolgestrategien funktionierten in fallenden Märkten wie zum Start der Finanzkrise 2008 bestens. 2011 und 2015 fiel aber etwa der Total Return Global AMI stärker als der Markt. Wo liegen die Ursachen?

Die erfolgreiche Umsetzung unserer Trendfolgestrategien haben die C-Quadrat-Arts-Fonds in der Finanzkrise eindrucksvoll bewiesen. Das System hat unsere Kunden relativ schadlos durch die Krise gesteuert. Zum Beispiel hat der Fonds C-Quadrat Arts Total Return Global AMI, der bis zu 100 Prozent in Aktienfonds investieren kann, aufgrund seines aktiven Risikomanagements, in der Finanzkrise (06/2007 bis 03/2009) lediglich 10,9 Prozent verloren, während der Weltaktienindex MSCI World Euro im selben Zeitraum um mehr als 55 Prozent eingebrochen ist. Wir haben damals gezeigt, dass unser System auch auf negative Marktbewegungen rechtzeitig reagieren und Verluste begrenzen kann. Diese defensive Einstellung hat uns in einigen Zeitperioden des Wiederanstiegs des Marktes, vor allem bei sehr kurzen und intensiven Erholungsphasen, gegenüber der Gesamtmarktentwicklung zwar Performance gekostet, doch dies haben wir zugunsten einer stabilen Wertentwicklung über alle Marktphasen hinweg – gemäß dem Total-Return-Gedanken - in Kauf genommen.

Wie haben Sie Ihr Handelsmodell in den zurückliegenden Jahren angepasst, etwa wegen der unkonventionellen Notenbankpolitik und der Folgen für den Rentenmarkt?

Das Kernsystem des trendfolgenden ARTS-Handelssystems ist seit Start vor fast 15 Jahren in seiner Funktionalität unverändert. Große Veränderungen sind aus unserer Sicht auch nicht notwendig, da wir das Handelssystem so umfassend programmiert haben, dass es sich in veränderten Situationen zurechtfindet, um in allen Marktphasen den Trends bestmöglich zu folgen. Wir evaluieren aber regelmäßig, ob die Parametrisierung des Handelssystems noch den aktuellen Marktgegebenheiten entspricht. Dies ist ein laufender und intensiver Überwachungsprozess, mit der Zielausrichtung auf langfristig positive Performancewerte, unter der Prämisse der Vermeidung von großen Rückschlägen.

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