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Doch in Abgasskandal verwickelt? Verliert der Mercedes-Stern seinen Glanz?

19.02.2018, 12:06  |  28596   |   |   

Der Autobauer Daimler ist womöglich doch in den Dieselabgasskandal verwickelt. Daimler hatte dies stets dementiert. Laut der BamS würden vertrauliche Unterlagen belegen, dass Daimler in den USA mehrere verdächtige Software-Funktionen verbaut habe.

Laut der Bild am Sonntag (BamS) soll auch der Autobauer Daimler in den Dieselabgasskandal verwickelt sein. In US-Dieselfahrzeugen sollen mehrere verdächtige Software-Funktionen namens "Bit 13", "Bit 14", und "Bit 15" eingebaut sein, welche womöglich die Abgasreinigung manipulieren. Dies gehe aus vertraulichen Unterlagen von US-Ermittlern hervor.

Die "Bit 15" Funktion schalte nach 26 Kilometern die Abgas-Nachbehandlung ab. Die "Bit 14" Funktion "schalte unter bestimmten Temperatur- und Zeitumständen in den Schmutzmodus", so die BamS. "Die Funktion "Bit 13“ sorge dafür, dass das Fahrzeug in den dreckigen Modus schaltet, sobald der Motor 16 Gramm NOx ausgestoßen hat. Dies entspreche der Dauer des sogenannten Highway-Testzyklus", so Zeitung.

Zweieinhalb Jahre nach der VW-Dieselaffäre droht Daimler nun ein ähnlicher Skandal, so die ARD. Neben illegalen Abschalteinrichtungen, hätten die Ermittler auch ein spezielles System entdeckt, das erkennt, wenn sich das Auto auf dem Prüfstand befindet. Daimler hatte bisher immer dementiert, illegale Eingriffe in die Motorsteuerung zur Manipulation von Abgaswerten vorgenommen zu haben. Offiziell hatten die US-Behörden bisher auch keine Rechtsverstöße festgestellt.

Eine Presseanfrage der Bild am Sonntag zu den Software-Funktionen blieb unbeantwortet. Zu "Details der laufenden Untersuchung" werde sich Daimler nicht äußern, da "absolute Vertraulichkeit" mit dem US-Justizministerium vereinbart sei. Ein Daimler-Sprecher sagte: "Wir kooperieren seit über zwei Jahren vollumfänglich und sorgen für umfassende Transparenz."

Die jüngsten Nachrichten rund um Daimler bedrohen die Glaubwürdigkeit des Unternehmens, so das Handelsblatt. Daimler Chef Dieter Zetsche hatte nämlich nach Bekanntwerden des VW-Abgasskandals 2015 eine Abgas-Betrugssoftware bei Mercedes ausgeschlossen: "Wir halten uns grundsätzlich an die gesetzlichen Vorgaben und haben keinerlei Manipulationen an unseren Fahrzeugen vorgenommen. Ein Defeat Device, sprich eine Funktion, die die Wirksamkeit der Abgasnachbehandlung unzulässig einschränkt, kommt bei Mercedes-Benz nicht zum Einsatz."

Nicht nur in den USA droht Daimler Ärger, sondern auch in Deutschland. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) habe Abgas-Unregelmäßigkeiten bei älteren Mercedes Vito-Modellen festgestellt, so das Handelsblatt. Daimler hatte 2017 bereits über drei Millionen Autos in Europa freiwillig zurückgerufen. Um den Schadstoffausstoß zu verringern sei angeblich ein Softwareupdate nötig. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt seit dem Frühjahr 2017 außerdem gegen Daimler wegen "des Verdachts des Betrugs und der strafbaren Werbung im Zusammenhang mit möglicher Manipulation der Abgasnachbehandlung bei Diesel Pkw mehrere Standorte der Daimler AG in Deutschland."

Das Handelsblatt berichtet, dass sich das Unternehmen auf Milliardenbelastungen vorbereitet. Im aktuellen Daimler Geschäftsbericht steht, das Dieselautos Systeme enthielten, die von den US-Behörden als unzulässige Abschalteinrichtungen eingestuft werden könnten. Wenn die laufenden Ermittlungen zu "nachteiligen Ergebnissen" führten, könnten auf das Unternehmen "erhebliche Geldstrafen“ zukommen. Daimler-Ingenieure hatten bereits vor dem VW-Dieselskandal bezweifelt, dass die Abgaswerte auch im Realbetrieb eingehalten werden können, so die ARD.

Die Aktionäre reagierten beunruhigt auf die jüngsten Vorwürfe gegen Daimler. Die Aktie fiel am Montagmorgen im Xetra-Handel um 2,14 Prozent auf 70,95 Euro ( Stand:19.02.2018, 09:58:18 Uhr, Xetra):

Daimler

Quellen:
ARD: ''Auch Daimler steckt im Diesel-Sump''
Bild am Sonntag: ''Geheime US-Akten belasten Daimler“
Handelsblatt: ''Daimler warnt Anleger vor Milliardenbelastungen durch Dieselaffäre''
Daimler: "Information zum Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Stuttgart"

 

 

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2 Kommentare

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Kommentare

So ein altes Gelaber! Typisch wieder vor der Dividende....wie letztes Jahr!

Der Spuck muss nun endlich mal aufhören und der Bezahler ist doch wieder der Endverbraucher. Nun haben alle höhere Hauptuntersuchungskosten zu tragen! Warum? Eine richtige Überprüfung und gut ist!
wieso sollte gerade Daimler ein sauberer Autobauer sein ???
ich kenne keinen Auto- Hersteller,
welcher seine Kunden mehr oder weniger auf seine Art beschissen hat ***
Alle, ohne Ausnahme sind Gift- Verschwender ...

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