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Marktkommentar: Pia Bradtmöller (J. P. Morgan AM): „Income“ als Alternative für unzufriedene Sparer
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Marktkommentar Pia Bradtmöller (J. P. Morgan AM): „Income“ als Alternative für unzufriedene Sparer

Nachrichtenquelle: Asset Standard
21.02.2018, 00:00  |  920   |   |   

Aus Sicht der deutschen Finanz- und Bankberater brauchen Anleger auch weiterhin Geduld bis wieder ein gewohntes Zinsniveau erreicht werde.

• Zinserwartungen mittelfristig weiterhin niedrig • Anleger haben gelernt, Volatilität auszuhalten, um das gewünschte Ertragsniveau zu erreichen • 2018 bevorzugen Berater weiterhin Aktien

Frankfurt, 20. Februar 2018 – Die deutschen Finanz- und Bankberater sind weiterhin sehr realistisch eingestellt, was das Zinsumfeld betrifft: Es erwarten sogar noch mehr Berater als im Vorjahr (2018: 70 Prozent, 2017: 66 Prozent), dass Anleger noch fünf Jahre Geduld brauchen, bis wieder ein gewohntes Zinsniveau von drei Prozent und mehr erreicht ist. Dagegen sehen 26 Prozent einen Zeitraum von zwei bis drei Jahren als realistisch an (2017: 30 Prozent). Dies zeigt das Income-Beraterbarometer, eine bereits zum zweiten Mal von J.P. Morgan Asset Management durchgeführte, nicht repräsentative Kurzbefragung von 119 Beratern von Banken und Sparkassen, freien Finanzberatern, unabhängigen Vermögensverwaltern und Versicherungsgesellschaften während des Fonds professionell Kongresses Ende Januar. Ziel der Befragung war, eine Momentaufnahme der Zins-, Ertrags- und Kapitalmarkterwartungen sowie zum Themenkomplex „Income“ zu erhalten. 

Immer weniger wollen für Sicherheit auf Ertrag verzichten 

Zwei Drittel der befragten Berater erachten es als notwendig, dass das Portfolio vier Prozent pro Jahr erwirtschaftet, um die Kaufkraft nach Steuern und Inflation zu erhalten. Im Vorjahr waren nur 53 Prozent dieser Meinung. Dass sogar Erträge von fünf bis sechs Prozent nötig sind, erwarteten im letzten Jahr 30 Prozent, aktuell ist es mit 21 Prozent jeder fünfte Befragte. „Die Ertragserwartungen sind nach einem recht erfreulichen Anlagejahr 2017 etwas zurückgegangen“, sagt Pia Bradtmöller, Leiterin Marketing & PR bei J.P. Morgan Asset Management in Frankfurt. „Die Herausforderung, trotz des anhaltenden Niedrigzinsumfelds eine substanzielle Rendite zu erwirtschaften, bleibt jedoch nach wie vor groß.“

Nach Ansicht von Pia Bradtmöller hätten Anleger inzwischen aber stärker verinnerlicht, dass man heute mehr Risiko in Kauf nehmen müsse, um auf das gewünschte Ertragsniveau zu kommen. So sehen 60 Prozent der befragten Berater bei ihren Kunden ein gewünschtes Ertragsniveau von vier bis fünf Prozent, wofür es auch die Bereitschaft gibt, Schwankungen im Maße in Kauf zu nehmen. Im letzten Jahr gaben dies nur 50 Prozent der Befragten an. Weitere 18 Prozent geben sogar an, dass ihre Kunden Volatilität gut aushalten können, dafür aber höhere Erträge von sechs bis sieben Prozent erwirtschaften wollen (2017: 15 Prozent). Der Anteil der Befragten, die ihre Kunden als sicherheitsorientiert ansehen, ist dagegen gesunken: Im letzten Jahr gaben noch 35 Prozent der befragten Berater an, dass ihre Kunden sehr risikoscheu seien und dafür lieber auf Ertrag verzichten, aktuell sind es nur noch 21 Prozent. „Das anhaltende Niedrigzinsumfeld macht sich schmerzhaft bei den sicheren Anlagehäfen bemerkbar – so wollen aus Sicht der Berater weniger für die Sicherheit auf Ertrag verzichten“, unterstreicht Bradtmöller. Wenn man allerdings die Privatanleger wie beim Income-Barometer 2017, einer repräsentativen Befragung von 1.800 Deutschen, selbst befragt, zeigt sich, dass ein Großteil nach wie vor stark auf Sicherheit setzt und weiterhin noch nicht bereit ist, über Sparbücher und Festgelder hinaus zu investieren. Dabei sind Anleger mit den aktuellen Erträgen sehr unzufrieden und ihnen ist durchaus bewusst, dass das Zinsniveau noch weiter niedrig bleiben dürfte, „Viele Deutsche haben Angst vor den Schwankungen des Kapitalmarkts. Noch sehr viel mehr glauben, das Thema nicht richtig zu verstehen. Umso wichtiger ist es im anhaltenden Zinsumfeld für Finanz- und Bankberater, über fundierte Argumente und gute Beratung die richtigen Lösungen anzubieten“, erläutert Bradtmöller.

Transparenz, was das Ersparte erwirtschaftet hat 

 Eine Strategie, die sich in diesem herausfordernden Umfeld zunehmender Beliebtheit erfreut, sind flexible Multi-Asset-Konzepte mit Ausschüttungskomponente, „Income“ genannt: Mehr als 60 Prozent der befragten Berater setzen bereits Income-Fonds, die regelmäßig Erträge ausschütten, bei ihren Kunden ein und 40 Prozent der Befragten nutzen insbesondere den Income-Klassiker JPMorgan Investment Funds – Global Income Fund

Die meisten Berater bevorzugen dabei Fonds mit einer jährlichen oder quartalsweisen Ausschüttung, aber auch die Wiederanlage der erwirtschafteten Erträge ist für einen guten Teil der Befragten eine sinnvolle Strategie. So sehen die Berater Income-Funds als ebenso geeignet für die Anspar- wie für die Auszahlphase an. Besonders gern nutzen sie diese derzeit aber für ihre Kunden als Alternative zu zinslosen Sparanlagen. „Viele Sparer schätzen es, dass man durch die regelmäßige Ausschüttung die erwirtschafteten Erträge explizit sehen kann“, betont Bradtmöller. Nur wenige Berater sehen gar keine Nachfrage nach „Income“, etwa weil die Kunden ein solches Konzept nicht wünschen. 


Grafik: Zielgruppe für Income-Fonds 


Berater erwarten erneut ein gutes Jahr für Risikoanlagen  

 Befragt nach ihren Anlagefavoriten, die 2018 attraktive laufende Erträge aus Zinsen und Dividenden bieten, trauen die Berater insbesondere europäischen und Schwellenländeraktien gute Chancen zu. Zusätzlich sehen sie, wenn auch nicht ganz so stark, Ertragspotenzial für Schwellenländeranleihen. US-Aktien, Hochzinsanleihen und REITs werden im Spätzyklus als weniger attraktiv angesehen. 

Erstmals wurden die Berater zusätzlich danach befragt, welche Portfoliobausteine sie 2018 für ihre Kunden suchen. Interessanterweise setzen sie recht gleichgewichtet auf Strategien, die in unterschiedlichen Marktszenarien Chancen nutzen (27 Prozent), ebenso wie auf Strategien, die die Chance auf Kapitalwachstum bieten (27 Prozent), aber auch auf Income-Strategien mit attraktiven regelmäßigen Ausschüttungen (24 Prozent) und nicht zuletzt auf Strategien, die eine größere Portfoliodiversifizierung ermöglichen, da sie niedrig mit anderen Anlagen korreliert sind (22 Prozent). 

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