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Börse Stuttgart-News bonds weekly

Gastautor: Börse Stuttgart
08.06.2018, 13:02  |  435   |   |   

STUTTGART (BOERSE STUTTGART GMBH) - Anleihenmarktbericht der Börse Stuttgart

Bewegung durch politische Unsicherheiten

Die derzeitigen politischen Unsicherheiten in Europa sorgen weiterhin für Bewegung im Anleihenmarkt. Nachdem in Italien die neue Regierung unter Giuseppe Conte vereidigt wurde, werden deren Ziele klarer: Conte kündigte in seiner ersten Rede vor dem Senat eine “populistische” Politik an, mit der er in der Europäischen Union anecken dürfte. Auch die bereits im Vorfeld angekündigten zusätzliche Ausgaben und Steuersenkungen bestätigte Conte. Die Staatsverschuldung wird sich dadurch vergrößern. Die Angst um den Euro bleibt bestehen. Die Sorge über die weitere politische Entwicklung in Italien hat Anfang der Woche zu einem starken Anstieg der Risikoaufschläge für italienische Papiere gesorgt.

Auch die Lage in Spanien bewegte den Rentenmarkt in den letzten Tagen: Ministerpräsident Mariano Rajoy wurde am vergangenen Freitag vom Parlament gestürzt - der Weg für den Sozialistenchef Pedro Sánchez und eine neue Regierung ist damit frei. Nachdem Italien die Neuwahlen abwenden konnte, könnten diese in den nächsten Monaten in Spanien anstehen, wie Sánchez bereits ankündigte. Spanien ist sowohl in wirtschaftlicher, als auch in finanzieller Hinsicht besser aufgestellt als Italien. Investoren dürften die politische Situation dort demnach anders beurteilen als in Italien. Doch bereits in der vergangenen Woche hat sich gezeigt, dass die Krise in Italien auch die Kurse spanischer Staatsanleihen stark beeinflusste. Die Zinsen für zweijährige spanische Anleihen sind im Zuge der Italien-Krise bis auf 0,05 Prozent angestiegen. Sollten die Renditen italienischer Staatsanleihen weiter steigen, dürften also auch spanische Staatsanleihen folgen. Die Korrelation zwischen den beiden Märkten wird in den kommenden Monaten voraussichtlich erhöht bleiben. Die Investoren haben auf die Entwicklung in Spanien zunächst positiv reagiert: Die Zinsen sind diese Woche wieder auf minus 0,2 Prozent gesunken.

Bundes- / Staatsanleihen

Nachdem der Euro-Bund-Future in der vergangenen Woche in der Spitze auf bis zu 162,80 Punkte kletterte, brach er zu Beginn der Woche wieder leicht ein. Am Montagabend stand er auf 160,89 Punkten, am Donnerstag ging es weiter abwärts auf 159,52 Zähler. Auch deutsche Bundesanleihen sind schwach in die Woche gestartet, erlebten am Dienstag dann aber starke Kursgewinne. Erneut trieb die Unsicherheit über die Wirtschaftspolitik der neuen italienischen Regierung die Anleger in die als sicher geltenden deutschen Staatsanleihen. Mitte der Woche gaben die Kurse erneut nach, nachdem über die weitere Entwicklung der Anleihekäufe durch die EZB spekuliert worden war. Am Dienstag hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, dass der geldpolitische Rat auf der nächsten Zinssitzung in der kommenden Woche über das Ende der Anleihekäufe diskutieren wird. Zehnjährige Bunds rentierten am Donnerstagmittag bei 0,49 Prozent.

Anlegertrends

Tier-Anleihe der Deutschen Bank rege gehandelt

Die Deutsche Bank kommt derzeit nicht aus den schlechten Nachrichten heraus: Am Donnerstag letzte Woche gab es Medienberichte, dass die US-Einlagensicherung FDIC die Deutsche Bank im ersten Quartal auf eine Liste von „Problembanken“ gesetzt hatte. In der Folge gerieten die Anleihen massiv unter Druck. Auch nachdem die Ratingagentur S&P am Freitag das Rating von A- auf BBB+ herabgestuft hat, waren die Anleihen der Deutschen Bank von den Anlegern an der Börse Stuttgart gesucht. Dabei stand insbesondere die Tier-2 Anleihe (WKN: DB7XJJ) stark im Fokus: In Stuttgart betrug der Umsatz in der letzten Handelswoche bei diesem Bond fast 8 Millionen Euro. Die Kursschwankungen waren deutlich: Während zu Beginn der letzten Handelswoche die Anleihe noch bei um die 99 Prozent notierte, musste sie mit den Medienberichten deutliche Kursverluste bis auf 94,50 Prozent hinnehmen. Zum Ende der Woche haben sich die Anleihen der Deutschen Bank wieder erholt und ihre Kursverluste zumindest teilweise wieder ausgeglichen. Auch bei der Tier-Anleihe ist die Kurserholung deutlich zu erkennen - am Dienstag notierte sie wieder bei 98,60 Prozent, was einer Rendite von ca. 2,7% entspricht.

Drei neue Anleihen von Kraft Heinz

Die Kraft Heinz Foods Company besorgt sich frisches Kapital: Der Lebensmittelkonzern hat in dieser Woche drei neue Anleihen mit Emissionsvolumen von insgesamt drei Milliarden US-Dollar begeben. Es handelt sich dabei um Fremdwährungsanleihen in US-Dollar, die kleinste handelbare Einheit beträgt jeweils 2.000 US-Dollar.

Der erste Bond (WKN: A191UM) hat einen Kupon von 4,625 Prozent. Das Emissionsvolumen liegt bei 1,1 Milliarden. Die Anleihe ist zum 30. Januar 2029 fällig, sofern der Emittent nicht von seinem Kündigungsrecht Gebrauch macht. Sollte sie vorzeitig gekündigt werden, erhält der Gläubiger eine Rückzahlung zum Barwert plus Prämie von 0,30 Prozent. Die Make Whole Call Option besteht bis zum 30. Oktober 2028.

Die zweite Anleihe mit der WKN A191UK ist mit 4 Prozent verzinst und hat ein Emissionsvolumen von 1,6 Milliarden US-Dollar. Das Papier ist zum 15. Juni 2023 fällig und mit einer Make Whole-Kündigungsoption bis zum 15. Mai 2023 ausgestattet. Die Prämie liegt bei 0,20 Prozent.

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