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Hollywood demnächst aus München? Welt der Wunder entwickelt eine internationale Handelsplattform für TV- und Filminhalte

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25.06.2018, 08:00  |  3998   |   

An Innovationen mangelt es bei "Welt der Wunder" nie. Nachdem in den letzten Jahren die eigenen TV-Stationen in Deutschland und in der Schweiz aufgebaut wurden, treten die Macher nun an, um auch den internationalen Handel von TV- und Film-Lizenzen nach Deutschland zu holen. Hierbei setzt Hendrik Hey, Gründer von Welt der Wunder, nicht nur auf seine Reputation, sondern auf die Blockchaintechnologie und eine eigene Kryptowährung. Was es damit auf sich hat, erklärt Hendrik Hey im Interview mit wallstreet:online.

wallstreet:online: Sehr geehrter Herr Hey, was genau wollen Sie machen?

Hendrik Hey: Wir bauen schon seit einigen Jahren eine virtuelle Vertriebsplattform für professionelle TV und Filminhalte auf. Auf dieser wird es zukünftig für Produzenten aus Deutschland und der ganzen Welt sehr einfach sein, ihre Inhalte an professionelle Einkäufer wie z. B. TV-Stationen anzubieten. Man kann sagen, dass es sich um eine Art Netflix für Profis handelt.

wallstreet:online: Was ist daran neu?

Hendrik Hey: Neu ist der Einsatz der im Moment viel diskutierten Blockchaintechnologie und unsere eigene Kryptowährung MILC. MILC ist die Abkürzung für Micro Licensing Coin.

Welt der Wunder

wallstreet:online: Was macht Blockchaintechnologie in eurem Projekt?

Hendrik Hey: In unserem Fall sollen die häufig sehr komplizierten und teuren internationalen Lizenzverträge vereinfacht werden. Das spart für Verkäufer und Käufer sehr viel Geld und unendlich viel Zeit. Daneben soll ein in der Blockchain abgesichertes Rechtearchiv aufgebaut werden, welches vor allem das Eigentum von Produzenten und deren kreative Ideen schützt. Unsere MILC Plattform fungiert hier wie eine Art Notar und verwaltet alle abgeschlossenen Verträge und Vereinbarungen in der Blockchain. Insbesondere die eher kleinen Produzenten werden von dieser Lösung profitieren, da sie häufig auf Grund der hohen Vertriebskosten den Schritt auf den internationalen Markt scheuen.

wallstreet:online: Wofür braucht man dann eine eigene Kryptowährung?

Hendrik Hey: Der MILC unsere Kryptowährung ist u.a. ein Bezahlmittel auf der Plattform und erleichtert den internationalen Geldstrom, der ja durch viele verschiedene Währungen auch recht kompliziert ist. Man kann ihn benutzen, wird aber nicht dazu gezwungen. Auch die Bezahlung in normalen Währungen ist auf der Plattform möglich. Wir hoffen, dass sich der MILC mit der Zeit zu einem echten Standard in der weltweiten Medienszene durchsetzen wird.

wallstreet:online: Gibt es so etwas wie die MILC Plattform schon?

Hendrik Hey: Unseres Wissens nach sind wir weltweit die ersten, die einen solchen Marktplatz anbieten. Zumindest die ersten mit einer umfangreichen Markterfahrung. Es gibt natürlich auch andere Vertriebsplattformen, aber keine bietet bisher den Service dieser neuen Technologie an. Wir haben also erstmalig die Chance aus Deutschland heraus etwas anzubieten, was sich weltweit durchsetzen kann. Unser Entwicklungsvorsprung ist sehr groß, so dass wir damit rechnen bereits im Oktober mit der Plattform starten zu können.

Welt der Wunder

wallstreet:online: Warum hat das noch keiner gemacht?

Hendrik Hey: Die Blockchaintechnologie hat noch ein sehr junges Umfeld. Man hat im Moment sehr gute Chancen mit allem, was sich daraus entwickelt der Erste zu sein. Es ist wie damals mit dem Internet, auch da gab es die frühen Pioniere, wie Amazon, Google, Facebook und andere, die wir heute alle kennen. Wir beschäftigen uns bereits seit zwei Jahren mit dieser Technologie und haben alles gelernt, was man braucht, um etwas Sinnvolles aus ihr zu machen. Da wir aus den Medien kommen haben wir uns natürlich überlegt, was man für diese Branche entwickeln könnte.

wallstreet:online: Wie sehen die Reaktionen aus?

Hendrik Hey: Durch und durch positiv. Die Probleme, die wir für alle versuchen zu lösen, kennt jeder in der Branche. Man wertet unseren Ansatz als sehr hilfreich für alle. Was wir anbieten ist einfach, praktisch und für jeden leicht anwendbar. So sollte ein gutes Produkt an dem Markt treten. Es kommen bereits viele Produzenten und TV Sender auf uns zu und informieren sich. Nicht nur aus Deutschland, sondern vielmehr aus dem Ausland.

wallstreet:online: Wie kann sich das entwickeln?

Hendrik Hey: Das ist natürlich nur Spekulation, aber wenn viele Profis aus den Medien diesen neuen Marktplatz für sich entdecken, hat er die Möglichkeit zur weltweiten Nr.1 aufzusteigen. Was mich als Deutscher natürlich sehr freut, ist das so etwas endlich mal die Chance hat aus unserem Land zu kommen und nicht, wie immer aus den USA.

wallstreet:online: Wie finanzieren Sie dieses Projekt?

Hendrik Hey: Wir haben ein sehr neues Instrument gewählt, um mit möglichst vielen Anlegern weltweiten zu sprechen. Man nennt es ICO, das bedeutet Initial Coin Offering und sagt, dass man unsere Kryptowährung auch käuflich erwerben kann. Es gibt hierfür in der ganzen Welt Interessenten, die vor allem die Blockchaintechnologie fördern wollen.

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wallstreet:online: Wer kann eure Kryptowährung erwerben?

Hendrik Hey: Eigentlich jeder, es handelt sich aber zum großen Teil um Menschen, die bereits Erfahrungen mit so etwas wie Bitcoin und anderen größeren Kryptowährungen gemacht haben. Auch in Deutschland existiert hierfür eine Szene, die ist aber im Vergleich zu anderen Ländern noch sehr klein. Da es sich aber auch hier um ein sehr junges Segment handelt, muss man sehr aufpassen und sich ein Projekt ganz genau anschauen, da es natürlich auch viele schwarze Schafe gibt. Auch muss man ehrlich sagen, dass es sich um eine Risikoinvestition handelt, die natürlich schief gehen kann.

wallstreet:online: Wie sieht es mit der rechtlichen Grundlage aus?

Hendrik Hey: Wir haben uns sehr intensiv mit der deutschen BAFIN und der Schweizer FINMA auseinandergesetzt. Diese beiden Behörden prüfen, ob man auch alle bestehenden Regeln und geltenden Gesetze einhält. Wir wollten vorab wissen, ob wir unseren Weg so gehen können. In beiden Fällen ist die Antwort positiv ausgefallen.

wallstreet:online: Warum auch Schweiz?

Hendrik Hey: Wir arbeiten sehr eng mit Schweizer Partnern zusammen. Die Swisscom, vergleichbar mit der deutschen Telekom, hilft uns bei allen, die Blockchaintechnologie betreffenden Fragen und ergänzt unsere eigenen Teams mit ihren Kapazitäten. Die SwissTXT, der technische Arm des Schweizer Fernsehens SRG, ist unser Partner für den Aufbau der technischen Videoplattform. Es wird sich also am Ende um ein Deutsch Schweizer Jointventure handeln. Von daher wollten wir größtmögliche Rechtsicherheit in beiden Ländern.

wallstreet:online: Wo wollen sie in ein paar Jahren sein?

Hendrik Hey: Ich würde mich freuen, wenn sich der von uns entwickelte Marktplatz weltweit positiv durchsetzt. Wenn er das schafft, hat er das Potenzial das ein Großteil der Inhalte, die wir alle im Fernsehen oder im Kino sehen, über unsere Plattform gehandelt wird. Das ist natürlich ein weiter Weg, aber wir sind ja bekannt dafür, dass wir uns zäh durchkämpfen und nicht so schnell aufgeben.

wallstreet:online: Und was reizt Sie persönlich?

Hendrik Hey: Mich reizt persönlich, dass ich es aus Deutschland heraus versuche und nicht am Ende, wie so viele, als Silicon Valley Projekt dastehe. Das wäre zwar sicher der viel leichtere Weg, aber ich möchte gerne hierbleiben und beweisen, dass wir auch von hier aus mit neuen Ideen auf dem Weltmarkt unseren Platz finden. Vielleicht ist ja unser Ansatz ein guter Motivator für andere Unternehmer es auch so zu versuchen.

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